Fenriz und Nocturno Culto sind wohl die Parade-Eigenbrötler des Heavy Metal. Musiker, die sich seit jeher mit Haut und Haaren ihrer Kunst verschrieben haben und ansonsten wenig bis nichts darüber hinaus von sich selbst in den Äther spucken.
„Pre-Historic Metal“ ist dabei nicht nur das zweiundzwanzigste Studioalbum von DARKTHRONE, sondern markiert auch das vierzigjährige Bandjubiläum. Ein Grund zum Feiern? Für die Band auf jeden Fall, für die Fans vielleicht…
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/vV3TUQ2IaMA?si=asv-I4O_TkkMs0oh" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Frostgrantigen Black Metal a la „Transilvanian Hunger“ erwartet wohl kaum jemand, der sich (wenigstens oberflächlich) mit der Musik des Duos beschäftigt hat.
Aber was darf bzw. kann denn erwartet werden?
Zumindest immer noch authentischer Rumpel-Charme, den die beiden Metal-Käuze mit der Aufschrift 'No Metronom since 1987' auf dem Backcover des Albums bekräftigen. Des Weiteren finden sich einige Anleihen psychedelischer Sounds in der Musik.
Der grummelige Opener „They Found One Of My Graves“ etwa, startet als klassischer DARKTHRONE-Heavy-Punk-Black Metal Hybrid, wie er in dieser Art nur von den beiden Norwegern stammen kann, ehe sich zum Ende hin besagte Psychedelik in den Sound einschleicht und die eh schon knorrige Stimmung mit zusätzlicher Kauzigkeit aufwertet.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/o_qW8fPEVCY?si=4vyYQw10nM0dj8t1" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Der Titeltrack scheppert in gewohnt räudiger Manier, ehe sich Speed-Metal-Tempo breitmacht und spitze Schreie sowie primitive Rhythmik die Flamme des ursprünglichen Geistes des Genres hochhalten (der Titel hat schließlich einen Grund).
„Siberian Thaw“ dagegen kreuzt knorrigen Doom Metal mit Heavy-Metal-Gitarren, die immer wieder in kurzem Galopp voranpreschen. Ob’s den zähen Psychedelic-Break in der Mitte des Stücks braucht, ist Ansichtssache, denn weder Schaden noch Mehrwert stellen sich ein.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2657658344/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=2301399447/transparent=true/" seamless><a href="https://peaceville.bandcamp.com/album/pre-historic-metal">Pre- Historic metal von Darkthrone</a></iframe></center></br>
Anders verhält es sich mit „Deeply Rooted“, das mehr als ein Parade-Riff des klassischen Heavy-Metal-Eingangsriff bereithält. Dazu gibt’s eine rhythmische Kämpferhaltung, die wie gemacht für gereckte Fäuste ist. Auch sehr schön: Der epische Anstrich führt gegen Ende des Stücks zu einigen 'Klargesängen', die, so schräg sie auch klingen mögen, vor Kraft strotzen und den Kauz-Faktor ansteigen lassen.
„The Dry Wells Of Hell“ verbindet dann die Vorliebe der beiden Musiker für klassischen Heavy Metal (inklusive Falsett-Gesang) mit ihrer typisch grummelnden Atmosphäre zwischen Frost und Dreck. Dass Riffing und Tempo diverse Gelegenheiten für Headbanging oder Fistraising bieten, lässt das Stück auch ohne überbordenden Innovationsgeist (Wer braucht den schon bei DARKTHRONE?) als Gewinner über die Ziellinie schreiten.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/gxNlwmS-VDM?si=PWMN6_f3rGuOylqn" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
„So I Marched To The Sunken Empire“ erzeugt als instrumentales Interlude Spannung mithilfe von Space-Synthies und Doom-affiner Rhythmik und ebnet den Weg für „Eat Eat Eat Your Pride“. Mit leichter Crust-Punk-Note verschleppen Fenriz und Nocturno Culto das Tempo des Stücks und geben ihrer Vorliebe für CELTIC FROST viel Raum.
„Eon 4“ wirft den Blick zurück gen „Soulside Journey“, fand besagte Songreihe doch auf diesem Album ihren Anfang.
Mit einer Vielzahl von klassischen Heavy Metal-Zitaten, aber auch Doom- und Black-Metal-Einflüssen verneigen sich DARKTHRONE sowohl vor ihren Einflüssen als auch vor sich selbst. Einziger Nachteil dabei ist, dass am Ende kaum etwas von dem Stück hängen bleiben will. Aber was soll’s? Käuze pfeifen schließlich auch nicht immer ihre Lieblingsmelodie.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2657658344/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=3896800457/transparent=true/" seamless><a href="https://peaceville.bandcamp.com/album/pre-historic-metal">Pre- Historic metal von Darkthrone</a></iframe></center></br>
FAZIT: Fenriz und Nocturno Culto bleiben sich mit „Pre-Historic Metal“ erneut treu und ziehen stur ihr Ding durch. Was anderes sollte man von DARKTHRONE aber auch nicht erwarten! Schert sich das Duo doch seit jeher einen feuchten Kehricht um Einflüsse anderer (wenigstens auf die eigene Musik). Daher bleibt der Mikrokosmos der Norweger immer noch klar abgesteckt und sofort erkennbar. DARKTHRONE machen DARKTHRONE-Musik! Und das ist verdammt noch mal gut so!
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.06.2026
Fenriz, Nocturno Culto
Fenriz, Nocturno Culto
Fenriz, Nocturno Culto
Fenriz
Peaceville Records
41:05
08.05.2026