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Das Leck: Die Wirtschaftsweisen

Stil: Dadaistischer Schrammel-Punk

Cover: Das Leck: Die Wirtschaftsweisen

Auch auf ihrem sechsten Album zeichnen DAS LECK ein zynisches Bild unserer Gesellschaft und pressen die Finger mit spitzen Nägeln in die zeitgeistlichen Wunden unserer Gesellschaft.
Dabei bleibt die Ästhetik gewohnt unpoliert, wobei die simpel gestrickten Songs stets in einem gewissen Gegensatz zu den vielschichtigen Aufreger-Themen der Texte stehen.
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Sie Sprache der Band zeichnet ein düsteres Bild, das die naive Urlaubsidylle der Deutschen in panik-hafte Ausweglosigkeit verwandelt („Treibsand“), oder einen süffisant-zynischen Blick auf des Menschen Fähigkeit zur Lethargie wirft, der sich allzu oft den Umständen unterordnet, ohne ihre Entstehung zu hinterfragen, geschweige denn einen Ausweg in Betracht zu ziehen („Zurück in den Käfig“).
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Musikalisch poltern DAS LECK in bekannter Manier und mit musikalischem Geschepper durch ihre Zeitgeist-Dokumentation. Die simple Sprache der Texte lässt die zynisch-kruden Bilder, die sich in Stücken wie „Wenn Quanten tanzen und der Bembel weint“ („…sie sind mir rausgefault, die Augen aus dem Maul…“) noch schärfer wirken, wodurch die Brachialität, mit der DAS LECK ihre Botschaften loswerden, ein ganzes Stück schmerzlicher scheint.
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Dass auch „Die Wirtschaftsweisen“ in seiner Gesamtheit von augenscheinlich nur lose verknüpften Enden lebt, die sich der Hörer erstmal selbst erschließen muss, passt zum dadaistischen Punk-Ansatz, den die Band seit jeher verfolgt und mit dem sich DAS LECK einmal mehr als eigenständige Querköpfe in Bezug auf Musik und ihre Inhalte präsentieren.
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FAZIT: „Die Wirtschaftsweisen“ zeigt DAS LECK mit gewohntem musikalischem Gepolter. Inhaltlich nimmt die Band immer noch kein Blatt vor den Mund und legt das sprachliche Messer an die existenziellen Themen unserer Zeit. Das gleiche gilt für die Musik, die mit ihrem ausgeflippten Schrammel-Charakter durchaus anstrengen kann. Aber diese Musik soll auch nicht schön klingen oder zur Entspannung anregen. DAS LECK wollen aufregen, wachrütteln und den Hörer dazu zwingen, sich mit den Themen der Texte zu beschäftigen. Inwiefern das bei solcher Musik klappt, ist natürlich eine berechtigte Frage, aber einmal gefunden, sind DAS LECK auf jeden Fall nicht zu überhören.
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Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.07.2026

Tracklist

  1. Stromrebell
  2. Kralle am Gürtel
  3. Treibsand
  4. Die neue Todesepoche
  5. Stern von Ruanda
  6. Fronthotel
  7. Zurück in den Käfig
  8. Mein Chinese hat Gelbsucht (Gott schläft nackt Version)
  9. Go East (Thai Zeit Casanova Version)
  10. Wenn Quanten tanzen und der Bembel weint
  11. Boomer (Minus Mensch Version)
  12. Go East (Sara Sarrazin Version)
  13. Tempelzorn
  14. Feindgold
  15. Babybong Babylon (Ozon Maria Version)
  16. Neon Testament

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Fuego Records

  • Spieldauer

    35:58

  • Erscheinungsdatum

    01.05.2026

© Musikreviews.de