Die personelle Verflechtung mit den Doom-Blackies von NIHILI LOCUS hat keinen offensichtlichen Einfluss auf den Todesdoom von DVM SPIRO und dennoch liegt auch über der Musik auf „MMXXVI – Grave“ ein nebulöser Grauschleier, der <a href="http://musikreviews.de/reviews/2025/Nihili-Locus/Semper/" target="_blank" rel="nofollow">das letzte Album der Geschwisterband</a> auszeichnete.
DVM SPIRO gehen aber wesentlich verschleppter ans Werk und wurzeln erkennbar tief im Doom Metal.
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Eine Band wie AHAB drängt sich nicht selten als Referenz auf, besonders wenn Stücke wie „Indistinta morte“ bedachte Zupflaute mit zweistimmigem Gesang vereinen und damit ebenso bedrückend wirken, wie die metallischen Riffmassive, welche die Band zu Beginn vom Stapel lässt („Preludio“).
In den beinahe durchweg überlangen Stücken (einzig das Finale „Alla fine“ geht nach dreieinhalb Minuten durchs Ziel) spielt auch das Keyboard eine wesentliche Rolle. „Dissentimento“ etwa ergänzt melancholisches Gitarrenspiel, das ebenso melodisch wie riffbetont ausfällt, mit manch weitläufigem Tastenton, der für einen Zuwachs an unheilvoller Stimmung sorgt.
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Das verstärkt die ungreifbare Aura, die in der klaren Stimme von Valeria De Benedectis liegt. Dass der Gesang generell nicht allzu variabel ausfällt (auch das Grabesgrollen von Roberto Ripollino klingt für sich genommen eher eindimensional), ist jedoch kein Nachteil.
Denn erstens ergänzen sich die beiden Stimmen angenehm und zweitens stellen die meist sehr melodischen Gitarren passende Kontraste bereit, sodass sich die Musik nicht allzu sehr in monotoner Schwarztrauer verliert.
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Natürlich leiden DVM SPIRO, ganz ihrem Genre entsprechend, voller Schwermut, was sich in jedem Stück nachhören lässt. Der entrückte Charakter allerdings, der sich mehr und mehr in der Musik breitmacht, zeugt auch von einem dezenten Hoffnungsschimmer. Ob sich diese Hoffnung, angesichts des nihilistisch anmutenden Albumtitels, aber nicht eher auf die Freude auf das nahende Ableben bezieht, ist sicherlich eine berechtigte Frage.
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FAZIT: Freunden von grabesschwangerer Tragikmusik, die das Tempo scheut wie Vampire die Sonne, dürfte „MMXXVI – Grave“ durchaus gefallen, auch wenn DVM SPIRO den todesaffinen Doom Metal sicherlich nicht neu erfinden. Die Stücke sind dennoch ansprechend und in ihrem Rahmen interessant komponiert, ohne dass die beschriebene Genre-Kreuzung auch nur ansatzweise gesprengt wird.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 31.07.2026
Massimo Currò
Roberto Ripollino, Valeria De Benedectis
Roberto Ripollino, Valeria De Benedectis
Valeria De Benedectis
Roberto Ripollino
Roberto Ripollino (Ukulele)
My Kingdom Music
63:15
16.01.2026