Italien hat mit Bands wie RHAPSODY (in all ihren Ausprägungen und Ablegern) oder auch den, eher in der zweiten Reihe der heimischen Szene stattfindenden, ANCIENT BARDS durchaus achtbare (Symphonic-)Power-Metal-Bands zu vermelden.
EMBRACE OF SOULS schicken sich mit „The Battle of the Dead“ an, Anschluss an besagte Vorbilder zu suchen. Allerdings schimmert im Sound dieser Truppe auch eine gehörige Portion Teutonen-Power-Metal durch, was nicht nur an der stimmlichen Ähnlichkeit zwischen Giacomo Rossi und Tobias Sammet liegt.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/fnrT1Gx30R8?si=ZJoI9voQ8GlaWQ9A" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Der Sopran-Gesang von Martina Mazzeo lässt derweil unweigerlich an Tarja Turunen denken, allerdings agieren EMBRACE OF SOULS weniger bombastisch als z.B. die ex-Band besagter Finnin. Stattdessen liegt der Fokus der Songs verstärkt auf der Gitarrenarbeit, die im Kontext des überwiegend auf Tempo getrimmten Songmaterials mehr als einmal griffig ausfällt.
Stücke wie „Spine“ gefallen durch diverse musikalische Stimmungswechsel, die Pomp, Tempo und melodische Breaks gekonnt unter einen Hut bringen. Die bisweilen recht dominanten Keyboards sorgen für viel Volumen und passen gut zur Fantasy-Ästhetik, die EMBRACE OF SOULS an den Tag legen.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/eMmtIjk-nHg?si=cVG7N4nExQPCDXp8" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Ein klein wenig dunkler fällt „Betrayal“ aus, allerdings hält der atmosphärische Twist nur so lange an, bis die ersten spitzen Schreie im Refrain den klassischen Power-Metal-Weg beschreiten. „The Dark Lord“ nimmt diesen Faden auf, wird aber durch Chöre aufgepeppt, die dem erstaunlich rifflastigen Power Metal zusätzliches Drama verpassen.
Dass „The War“ danach auf Tempo setzt, unterstreicht den heroischen Ansatz des Stücks. Der Gastgesang von Morby sorgt außerdem für einen Zuwachs an Kraft, der sich sehr gut mit den Riffs ergänzt.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/4UivMmjBSIY?si=7wSjxTHwgPEpOkc6" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Aber kein Kampf bleibt ohne Opfer und daher wirkt „Sacrifice“ nicht nur wie ein Mahnmal innerhalb der Album-Story, sondern wandelt hörbar auf NIGHTWISH-Pfaden, was nicht unbedingt ein Manko ist, denn in Sachen Dramatik sind die Finnen in all ihren Inkarnationen eine sichere Bank.
„Desolate Lands“ bildet das große Finale der Albumstory und wird dementsprechend theaterhaft in Szene gesetzt. Das schließt dialoghaften Zwiegesang, Euphorie aber auch Demut und einen vorsichtigen Blick in eine ungewisse Zukunft mit ein. Denn aus jedem Kollaps wächst etwas Neues. Im Falle der Album-Story ist es ein brüchiger Frieden, der wie eine Pflanze gehegt werden will.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/8TS0sF6CQ2s?si=1LqfjU_5TpGW_Wxr" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
FAZIT: EMBRACE OF SOULS haben mit „The Battle of the Dead“ ein stimmiges Power Metal Album voller erzählerischer Tragik an der Hand. Die Vorbilder der Band sind zwar nicht von der Hand zu weisen, aber die Italiener wissen durch Spielwitz und ein gutes Händchen für Dramatik zu überzeugen.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.08.2026
Xavier Rota
Giacomo Rossi, Martina Mazzeo, Morby
Valerio Edward De Rosa
Davide Baldelli
Michele Olmi
Rockshots Records
43:02
22.05.2026