Die von 1995 bis ca. 2012 existenten Black Metaller ENTHRAL haben es, trotz vielversprechender Ansätze, nie geschafft, aus den Tiefen des Szene-Undergrounds aufzusteigen. Da das Debütalbum „Prophecies of the Dying“ (im Original 1997 erschienen) nun auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat und seit 2014 keine Neuauflage mehr erhielt, warfen Vic Records das gute Stück im letzten Jahresdrittel 2025 erneut auf den Markt.
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Dabei fällt – auch in dieser Version – der sehr dominant tönende Bass auf, der dem Sound stets einen warmen Unterton verleiht, egal wie frostkitschig die Gitarren ausfallen.
Gleichzeitig wirkt aber keiner der Songs wirklich zwingend.
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Die frostige Raserei in Stücken wie „Prophecies of the Dying - Kundalini (Serpent Power)“ wirkt ebenso zusammenzitiert, wie die epischen Ansätze in Sachen Stimmung und Gitarrenarbeit in den Arbeiten anderer Genre-Mitstreiter markanter ausfallen (die ähnlich obskuren Schweden DAWN lassen sich z.B. in diesem Zusammenhang anführen).
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Dennoch gefällt das Album durch eine obskure Stimmung, die in manchem Moment an die Deutschen von NAGELFAR erinnert, ohne deren Intensität und speziellen Charakter auch nur in Ansätzen zu erreichen. Gerade das wird auf Dauer ein weniger zum Fallstrick für ENTHRAL.
Die Band präsentiert zuweilen intensive und spannende Ansätze, lässt das aufkeimende Potenzial aber allzu oft in kompositorischer Beliebigkeit versanden. Daher bleibt unterm Strich wenig bis nichts von der Musik hängen.
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FAZIT: ENTHRALs „Prophecies of the Dying“ kommt auch in dieser Wiederveröffentlichung nicht über den Status eines obskuren, zweite (bis dritte) Reihe-Black-Metal-Albums hinaus. Dafür sind manche Zitate bei markigeren Genre-Mitstreitern zu offensichtlich. Stümperhaft ist das Ganze dennoch nicht und so bietet sich diese Wiederveröffentlichung in erster Linie Alles-Sammlern oder Trüffelsuchern an.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.06.2026
M. Rafoss
K. Hektoen, M. Rafoss, Ingrid Skretting
G. Bratset
Hektra
K. Hektoen
Vic Records
62:27
30.10.2025