Die Hamburger FLUTEN knallen gleich mit „Monster“, dem Opener ihres Albums „Kalter Stern“, ohne großes Vorgeplänkel los. Zwischen wütendem Post-Punk und kantigem Indie-Rock macht das hanseatische Quartett unmissverständlich klar, dass Ruhe und Entspannung nicht zu seinen bevorzugten Gemütszuständen gehören. Selbst wenn sich die Band in „Schattenstapel“ scheinbar etwas zurücknimmt und dem Sprechgesang mehr Raum gibt, bleibt die aufgestaute Energie allgegenwärtig. Spätestens wenn der Refrain losbricht, wird aus der vermeintlichen Zurückhaltung wieder ein unüberhörbarer Aufschrei.
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Dieses Wechselspiel aus anprangerndem Sprechgesang in den Strophen und eruptiv-aggressiven Refrains zieht sich wie ein roter Faden durch das Album. Auch in „Auf offenem Meer“ wird der mehrstimmige Sprechgesang von filigranen Gitarrenlinien umspielt, bevor der Refrain schließlich mit voller Wucht über die Hörer hereinbricht. Die Drums sorgen dabei für den nötigen Vortrieb, während die Keyboards – wie etwa in „Zur Zeit“ – zusätzliche Klangflächen schaffen, auf denen sich die Vocals zunehmend verdichten und schließlich in einem weiteren Ausbruch münden.
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„Kursfeuerwerk“ verzichtet dagegen weitgehend auf solche ruhigeren Zwischenpassagen und donnert von Beginn an mit punkiger Vehemenz nach vorne. Ein kurzer elektronischer Break sorgt für ein kurze Atempause, ehe die Nummer erneut Fahrt aufnimmt und ungebremst in den nächsten explosiven Refrain stürmt.
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FAZIT: „Kalter Stern“ von FLUTEN ist mitnichten entspannte Unterhaltung. Über das gesamte Album zieht sich eine dunkle, aufgeladene Atmosphäre, die immer wieder in eruptiven Wutausbrüchen mündet. Gerade der Gegensatz zwischen kontrollierter Spannung und entfesselter Aggression macht das Album zu einem aufwühlenden und zugleich nachdenklichen Hörerlebnis.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.09.2026
Frieder Dähnhardt
Timo Neuscheler, Christian Schütze
Christian Schütze, Jens Gerdes
Timo Neuscheler
Martin Jagusch
Rookie Records / Flight 13 Records
33:32
25.09.2026