<b>„Manche Ideen, Skizzen und Demos überleben nicht lange genug, um zu einem fertigen Song zu werden – und die Gründe dafür sind nicht immer nachvollziehbar. Ich könnte mir diese Aufnahmen stundenlang anhören und möchte deshalb herausfinden, ob es anderen genauso geht. Aus diesem Grund veröffentliche ich diese Albumreihe. Sobald man einen Song geschrieben hat, existiert er. Und er wird immer existieren.“</b> (Francis Rossi auf der Doppel-LP-Rückseite)
Dass STATUS QUO mit dem Tod von RICK PARFITT, der tatsächlich schon 10 Jahre zurückliegt, im Grunde in ihren Grundfesten mitstarb, ist kein Geheimnis.
Dass FRANCIS ROSSI aber den Geist dieser Band seit Jahren weiter aufrecht erhält, auf interessante Weise sogar wiederbelebt, ist ebenso bekannt.
Seit einem guten Jahr versucht er dies mit einer neuen Album-Serie, die wohl immer aus Doppel-LP's besteht und in welcher er bisher unveröffentlichte Demo-Aufnahmen aus seinem Archiv auswählt und diese in ein neues Klanggewand einbettet. Nachdem <a href="http://www.musikreviews.de/reviews/2025/Francis-Rossi/The-Way-We-Were-Vol-1/" target="_blank" rel="nofollow">der erste Teil dieser Serie</a> durchaus beeindruckte, folgt nun, bereits ein Jahr später, der zweite unter dem Titel „The Way We Were Vol. 2“.
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Auch an dieser zweiten Doppel-LP werden die Freunde von STATUS QUO viel Freude haben, denn die Aufnahmen, welche Rossi hier ausgräbt, tragen den absolut authentischen STATUS QUO-Geist in sich und springen genauso wie in den 70er-Jahren auf den Hörer über.
Was also hat FRANCIS ROSSI hier genau aus den Versenkungen seines Archivs ans klangvolle Licht geholt?
Hier kommt die Antwort:
* 5 Songs, die nie zuvor außerhalb des Studios zu hören waren;
* frühe Versionen von STATUS QUO-Titeln, die später auf „Heavy Traffic“ (2002), „The Party Ain't Over Yet“ (2005), „In Search Of The Fourth Chord“ (2007), „Quid Pro Quo“ (2011) erschienen;
* 3 Songs von Rossis Soloalbum „One Step At A Time“ (2010);
* ein weiterer („Sinking In Blue“) vom <a href="http://www.musikreviews.de/reviews/2024/Francis-Rossi--Hannah-Rickard/We-Talk-Too-Much--Vinyl-Edition/" target="_blank" rel="nofollow">ROSSI/RICKARD-Album „We Talk Too Much“</a> (2019) im Americana-Flair gemeinsam mit HANNAH RICKARD.
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Alle Songs klingen sehr ursprünglich und daher echt Quo-affin. Aber eben auch noch recht ungeschliffen, sodass es wirklich eine feine Sache ist, anhand dieser Doppel-LP die Entwicklung nachvollziehen zu können, welche die Songs bis zum 'fertigen' Stück genommen haben. Und keine Angst: die Demos klingen ähnlich stark wie die späteren Originale und sind keine dahingeschusterte, mangelhafte Experimentiererei!
Die beiden ungewöhnlichsten Stücke der Doppel-LP findet man auf der letzten Seite: „Syncopated“ und „Everybody Wants To Get High“. Beides Instrumentals und zugleich wenig Quo-identisch – weil eben der Gesang fahlt, der offensichtliches Erkennungsmerkmal aller Quo-Aufnahmen ist.
Hier fragt man sich zuerst: Wie kommen die denn auf „The Way We Were Vol. 2“?
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Dann hört man genauer hin, spielt sie mehrmals ab und stellt fest: Beide Instrumentalstücke sind reiz- und anspruchsvoll und eben genau das Neue, Überraschende und Ungewohnte im Vergleich zum Teil 1.
Aber ganz ehrlich: Was einfach nicht zusammenpassen will ist die Gestaltung des Albums mit Rossi als altersweiser Herr in Schlips und Kragen mit Anzugsweste, der so mehr nach Sinatra/Astaire-Swing als nach Rock aussieht. Aber das war bereits auf dem ersten Teil auffällig, bei dem es einem ähnlich ging, wenn man die rockige, noch nicht geerdete Musik hinter solch biederem Gentleman-Cover hörte.
Ob das einem Parfitt gefallen hätte?
Wer weiß!?
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FAZIT: FRANCIS ROSSI fackelt nicht lange und legt schon ein Jahr nach dem ersten Teil seiner Demo-Aufnahmen-Sammlung mit „The Way We Were Vol. 2“ Teil 2 vor. Auch diese umfassen den Zeitraum von 2002 bis 2010 und einen Song aus dem Jahr 2019. Besonders bemerkenswert sind hierbei die beiden bisher noch nie gehörten Instrumental-Stücke – eine neue Rossi-Perspektive so gesehen. Insgesamt sind fünf der 17 Stücke noch nie irgendwo aufgetaucht. Im Inneren des Klappcovers der Doppel-LP geht der alte STATUS QUO-Stratege außerdem ausführlich auf jeden Song ein und schreibt seine Erinnerungen daran nieder. Wiederum gilt also: Für STATUS QUO-Fans und -Plattensammler unverzichtbar. Alle anderen dürfen weiterhin mit den ausgeklügelteren Originalen auf „Heavy Traffic“ (2002), „The Party Ain't Over Yet“ (2005) und „In Search Of The Fourth Chord“ (2007) sowie „One Step At A Time“ (2010) plus aus dem ROSSI/RICKARD-Album „We Talk Too Much“ (2019) mit HANNAH RICKARD vorlieb nehmen.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.09.2026
Francis Rossi
Francis Rossi
Francis Rossi
earMUSIC/Edel
66:30
25.09.2026