FYRDSMAN sind das musikalische Kind des Engländers Tim Shaw, der sich hier rhythmische Unterstützung von Schlagzeuger Ian Finley holt. Mit „The Free Man“ gibt’s nun das zweite Album des Projekts zu hören, auf dem sich der Chefdenker u.a. der Geschichte eines Rebellen im England des Jahres 1066 widmet. Dabei spielen Themen wie innere und äußere Konflikte, Verlust, Angst und Entfremdung eine Rolle, womit sich – rein thematisch – durchaus einige Parallelen zur Gegenwart ziehen lassen.
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Das aber nur nebenbei, denn vornehmlich gefällt „The Free Man“ als atmosphärisches Black-Metal-Album, das in Sachen Stimmung in ähnlichen Gewässern wie z.B. WINTERFYLLETH schippert.
Der Ansatz ausladender Epik ist also vorhanden, wird aber immer wieder von entsprechenden Riffs und eisiger Frost-Atmosphäre eingebremst. Gleichzeitig liegt eine latente Schwere in der Musik, die sich vielleicht auch aus der Thematik ergibt.
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Dieser Umstand schmälert den Hörspaß aber keineswegs. Stücke wie „The Forger“ bieten verhaltene Atmosphäre, ehe sich treibender Black Metal mit dezent verspielter Instrumentalarbeit offenbart. Das Ganze klingt nach schroffen Wintern und einer gewissen Unbarmherzigkeit oder vielleicht Urwüchsigkeit.
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Epischer wird’s dagegen in „Wither“. Akustische Klänge und Klargesang rücken den paganistisch/folkigen Ansatz deutlicher in den Vordergrund, was sich im knapp zehnminütigen „Exile“ fortsetzt. Über einen akustisch-sanften Einstieg, entwickelt sich die Musik zu einem episch-verschleppten Groover, der allerlei Wendungen offeriert, ehe hinten raus relativ straighter Pagan Black Metal angesagt ist.
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Das atmosphärische Instrumental „Uhtceare“ klingt interessanterweise so, als würde man einer Blume im Zeitraffer beim Wachsen zusehen, ehe der Titeltrack einen erzählerischen Black-Metal-Charakter in das Album zurückbringt. Dezent arrangierte Orchester-Sounds unterstreichen den schroffen Ansatz der Musik, die „The Free Man“ mit stampfenden Grooves und großer Geste beendet.
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FAZIT: FYRDSMANs „The Free Man“ bietet naturbezogenen Black Metal, ohne in hippieske Buntfarbenmusik abzurutschen. Die raue Atmosphäre fußt ebenso tief in musikalischem wie künstlerischem Ernst – genauso, wie es die Songs unterstreichen. Daraus ergibt sich ein erzählerisch angelegtes Album, das Rauheit und Eingängigkeit gut miteinander vereint.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.06.2026
Tim Shaw
Tim Shaw
Tim Shaw
Tim Shaw
Ian Finley
Eigenproduktion
49:10
01.05.2026