Die UK-Progger von GODSTICKS lassen auf ihrem siebten Longplayer „VOiD“ nichts anbrennen und drücken vom ersten Moment an beherzt aufs Gaspedal. Wuchtig nach vorne treibende Drums, kantig riffende Gitarren und darüber die markant-pathetische Stimme von Darran Charles – da ist schnell klar, in welchem Koordinatensystem sich die kommende Dreiviertelstunde bewegt. Das ist moderner Progrock mit Hang zur Düsternis, technisch versiert, aber stets auf Durchschlagskraft bedacht.
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Insgesamt verschiebt sich der Schwerpunkt diesmal spürbar in Richtung Rock – weniger verkopft, weniger verschachtelt, dafür direkter und mit klarer Kante. Natürlich können und wollen es sich die Briten nicht verkneifen, immer wieder Tempo- und Taktwechsel einzustreuen oder mit solistischen Farbtupfern Akzente zu setzen. Doch diese technischen Finessen geraten nie zur selbstverliebten Nabelschau, sondern bleiben dem Song dienlich.
So dürften selbst eingefleischte Hardrocker weder an den leicht orientalisch angehauchten Klängen von „Watch It Burn“ noch an den bewusst stolpernden, fast sperrigen Intros wie bei „Torn Again“ Anstoß nehmen – spätestens wenn ein druckvolles Riff wieder das Kommando übernimmt, ist die Marschrichtung wieder klar definiert. Im Gegenteil Schlenker sorgen für die nötige Spannung und verleihen dem Album jene Dynamik, die das Album über die gesamte Spielzeit trägt.
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So zieht „Can’t Withstand“ einen mit seiner reizvollen Reibung zwischen präzise akzentuierten Drums und kantig verzahnten Riffs sofort in den Bann. Was hier auf dem Papier nach verkopfter Fingerübung in ungeraden Taktarten klingt, entpuppt sich als erstaunlich eingängiger Trip durch rhythmisch anspruchsvolles Terrain – inklusive Mitwipp-Garantie. GODSTICKS beweisen damit einmal mehr, dass technische Finesse und unmittelbare Zugänglichkeit keine Gegensätze sein müssen, sondern sich im Idealfall gegenseitig befeuern.
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FAZIT: GODSTICKS justieren auf „VOiD“ ihren Sound spürbar in Richtung Rock, ohne ihre proggige DNA zu verleugnen. Das Ergebnis ist ein druckvolles, konzentriertes Album, das technische Raffinesse nicht als Selbstzweck versteht, sondern konsequent in den Dienst starker Songs stellt. Zwischen kantigen Riffs, rhythmischer Finesse und düsterer Atmosphäre behalten die Briten ihr Gespür für Spannung und Dynamik. Wer modernen Prog mit (Rock-)Kante sucht, der mehr nach vorne marschiert als sich im eigenen Anspruch zu verheddern, findet hier eine Menge mit Substanz.
Punkte: 13/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.04.2026
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Darran Charles, Francis George, Mat Ricou
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Darran Charles, Gavin Bushell
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