Zurück

Reviews

Harvey Rushmore & The Octopus: Mindsuckers

Stil: Garage Rock, Krautrock, Surf- und Psych-Punk

Cover: Harvey Rushmore & The Octopus: Mindsuckers

Mit „Mindsuckers“ bearbeiten die Baseler HARVEY RUSHMORE & THE OCTOPUS den Krautrock-Garten mit stumpfem Werkzeug aus der Psyche-Garage. Dabei gefällt das Album vor allem durch seine zusammenhängende Atmosphäre, die hier und da auch Einflüsse von Bands wie PINK FLOYD, u.a. was die unaufdringliche Dynamik der Songs angeht, erkennen lässt.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=659560576/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=2999363557/transparent=true/" seamless><a href="https://harveyrushmoreandtheoctopus.bandcamp.com/album/mindsuckers">Mindsuckers von Harvey Rushmore &amp; the Octopus</a></iframe></center></br>

„Wet Rabbit“ eröffnet flott und drängend. Psychedelische Gitarren treffen auf energischen Groove, der manchen Garage-Rock-Einfluss suggeriert und dem eigenwilligen Gesang ein solides Fundament verpasst.
„Hope“ zieht danach das Tempo an und wirkt verschroben punkig, wobei der Groove unnachgiebig nach vorne drückt. Ähnlich verhält es sich auch mit „Bitterkraut“, allerdings wird hier mehr Wert auf die absurd verrückte Stimmung gelegt, die sich u.a. durch Space-affine Untertöne und den nasalen Gesang hervortut.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/YlRoC3Cy5g0?si=FqSkd1OZZJxd91Xq" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Nachdem „Painting Colours“ introvertiert in Richtung Weltraum blickt, treten in „Moon Reject“ die besagten PINK FLOYD-Einflüsse sehr deutlich zutage, was dem Stück einen marginalen Retro-Vibe verleiht. In „Cloud Driver“ geht’s die Band ruhiger an und präsentiert so manchen Retro-Vibe, der marginal an Musiker wie Sixto Díaz Rodríguez erinnert.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=659560576/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=1679471469/transparent=true/" seamless><a href="https://harveyrushmoreandtheoctopus.bandcamp.com/album/mindsuckers">Mindsuckers von Harvey Rushmore &amp; the Octopus</a></iframe></center></br>

„Acid River“ könnte derweil durchaus als Vertonung eines Drogenflusses durchgehen. Der Trip ist aber weniger hektisch, als ein diffuses Auf und Ab durch diverse Farbtöne zu sein und sich von nervösen Grooves bis hin zu elektrisierenden Fuzz-Gitarren langsam aber stetig zu steigern. Daran schließt „Cosmic Waves“ an und verbindet, Krautrock und Space-Rock zu einem hibbeligen Stück, an dessen Ende das Stimmungskarussell einmal im Kreis gefahren ist.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/KSM5bvDJZss?si=i3W3kpz-WurUfv2D" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Das Titelstück beschließt „Mindsuckers“ mit abgedreht eingängigem Groove zwischen Blechtrommel, Space-Sounds und LSD-Trip, womit die Entsprechung des Titels passend ausfällt.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/jn41myviLig?si=lDu0Ej1pO2-eux_2" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

FAZIT: HARVEY RUSHMORE & THE OCTOPUS laden mit „Mindsuckers“ zum farbenfrohen Stimmungstrip zwischen Weltraummusik, Garagenrock und krautiger Tonsubstanz. Das klingt bisweilen verschroben, geht aber erstaunlich schnell in die Beine und hat damit ein wenig etwas von einer vertonten Scheißegal-Einstellung. Denn schließlich lässt es sich immer irgendwo durch den Dreck tanzen.

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.07.2026

Tracklist

  1. Wet Rabbit
  2. Hope
  3. Bitterkraut
  4. Painting Colours
  5. Moon Reject
  6. Cloud Driver
  7. Acid River
  8. Cosmic Waves
  9. Mindsucker

Besetzung

  • Bass

    Jonathan Meyer

  • Gesang

    Massimo Tandini

  • Gitarre

    Massimo Tandini, Stefan Cecere

  • Keys

    Massimo Tandini, Jakob Läser, Stefan Cecere

  • Schlagzeug

    Jakob Läser

  • Sonstiges

    Mara Lustenberger (Saxophon), Jeremias Johanniskraut (Triangel)

Sonstiges

  • Label

    Gauche Records

  • Spieldauer

    45:29

  • Erscheinungsdatum

    13.03.2026

© Musikreviews.de