Die Italien-Thrasher von HELLMETALL berufen sich mit „Mgla“ nicht etwa auf die polnischen Schwarzheimer, sondern besingen den titelgebenden Nebel im Zusammenhang mit dem ersten Weltkrieg.
Dabei bedienen sich Musiker an diversen Geschichten und überlieferten Erinnerungen, die u.a. mit der Herkunft der Musiker aus dem Reschental verknüpft werden.
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Dieser Umstand verleiht der Musik eine wesentlich persönlichere Note, als es bloße Darstellungen allgemeiner Geschichtsfakten tun würden und das, obwohl die Texte allesamt im entsprechenden Lokaldialekt vorgetragen werden (englische Übersetzungen zu jedem Titel finden sich aber im Booklet).
Musikalisch geht’s hierbei ziemlich rau und auch mal rumpelnd zur Sache. Das liegt einerseits am stumpf gebellten Gesang und andererseits an dem leicht scheppernden Thrash-Sound, der manche Nähe zum Death Metal nicht scheut.
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Allerdings weiß die Band auch um die Wirkung von Melodien und Twin-Gitarren, was sie u.a. in „Gemona Btg. Doesn’t Exist Anymore“ unter Beweis stellt. Auch im Schnelltempo von z.B. „Vojussa’s Blood“ schwingen Gitarrenmelodien mit, die immer ein Gefühl von Beklemmung erzeugen, das sich in Verbindung mit dem eindimensionalen Bellen des Frontmanns doch zu einer Art schwerem Emotionskloß entwickeln kann.
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Dass manche Melodiefolge in Stücken wie „Go To Die“ erstaunlich feierlich wirkt, kommt angesichts des vertonten Rauschgefühls, das die vermeintliche Heroik des Gefechts mit der harten Realität des Todes verbinden, auch nicht von ungefähr und sorgt im Kontext des Albums für Abwechslung.
„Beograd“ beschließt „Mgla“ schließlich als reines Instrumental, das mit beklemmenden Melodien und Harmonien versöhnlich stimmt, aber auch wie ein Mahnmal an die zurückliegenden Schrecken wirkt, womit dem Album seine Gegenwartsrelevanz nicht abzusprechen ist.
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FAZIT: HELLMETALLs „Mgla“ bietet rauen Thrash Metal mit beklemmender Thematik, die von den Schrecken des Krieges aus heimatlichen Überlieferungen berichtet. Das verleiht dem Album einen persönlichen Charakter, der über bloßes Rezitieren von Fakten oder Geschichtslehre hinausgeht, ohne dass ein offensichtlich moralischer Zeigefinger erhoben wird. Musikalisch scheppert die Musik bisweilen mit rohem Flair und ein wenig Stumpfsinn, was aber gut zur gewählten Thematik passt.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 26.09.2026
Luca Fumagalli
Daniele Micelli
Damiano Biasutto, Matteo Cameran
Federico Zuin
Rockshots Records
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04.09.2026