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Hinüber: Happy Pictures

Stil: Indie-Punk, Post-Punk

Cover: Hinüber: Happy Pictures

HINÜBER kommen aus dem Umfeld von Köln, Bielefeld und Mönchengladbach und spielen deutschsprachigen Punk mit deutlicher Post-Punk-Indie-Schlagseite. Hervorgegangen aus Mitgliedern von KOETER und COPILOT, ist das Quartett bereits eine Weile aktiv. „Zustands-Pop“ nennt die Band ihren Stil und legt mit „Happy Pictures“ nun ihr Longplayer-Debüt vor.
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Und trotz des positive stimmenden Albumtitels wird hier nicht wirklich auf gute Laune gemacht. Schon der Opener „Sie wollen herrschen“ räumt nach knapp zwei Minuten das Feld und macht unmissverständlich klar, dass HINÜBER wenig von musikalischem Leerlauf halten. Keine der zwölf Nummern knackt die Drei-Minuten-Marke. Statt ausufernder Arrangements gibt es kurze, kantige Attacken, die ohne Umwege auf den Punkt kommen und dabei erfreulich wenig Interesse daran zeigen, dem Hörer einen musikalischen Wohlfühlteppich auszurollen.
Dabei speist sich die Musik aus Erschöpfung, Entfremdung, Wut, Überforderung und politischer Sprachlosigkeit. Die Gitarren sind drahtig und kantig, der Bass sorgt für stoischen Druck, während das Schlagzeug konsequent nach vorne treibt, Der Gesang bleibt ebenfalls angenehm nahbar, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
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„Happy Pictures“ lebt von der Reibung zwischen Post-Punk, treibendem Punk und gelegentlichen Indie-Anleihen. „Hype Desperat“ setzt mit nervösen Gitarren und stoischem Vorwärtsdrang einen rauen Akzent, „Von deutschem Glück“ arbeitet mit druckvollen Rhythmen und prägnanten Gitarrenfiguren. „Zombie Count“ bringt etwas mehr Indie-Atmosphäre und Dynamik ins Spiel, während „Moment / Bewegung“ das Tempo leicht herausnimmt und im Refrain zweistimmig und melodischer daherkommt.
Und trotz der überschaubaren Spieldauer der einzelnen Stücke klingt das Album keineswegs eindimensional. Kleine rhythmische Verschiebungen, wechselnde Dynamik und ein Gespür für eingängige Gitarrenlinien sorgen für genügend Abwechslung und die offensichtlich gewünschte Reibung.
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FAZIT: „Happy Pictures“ ist ungefähr so happy wie ein Blick auf die aktuelle Weltlage. HINÜBER verpacken Wut, Überdruss und Entfremdung in 13 kurze, trockene Punkattacken und legen dabei den Finger auf die Wunden der Gegenwart. Eine halbe Stunde reicht dafür völlig. Danach braucht es keine Zugabe, sondern erst einmal eine Verschnaufpause.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.09.2026

Tracklist

  1. Sie wollen herrschen
  2. Hype desparate
  3. Von deutschem Glück
  4. Zombie Count
  5. Das Schwarz im
  6. Die Stadt gehört den Schlechten
  7. Gott bleibt kein
  8. Perforiert
  9. Moment / Bewegung
  10. Easy to learn
  11. Home is wo es hart ist
  12. Koeterkathedralen
  13. Jenseits aller Politik

Besetzung

  • Bass

    Matze

  • Gesang

    Michi, Kevin

  • Gitarre

    Michi, Kevin

  • Schlagzeug

    Nico

Sonstiges

  • Label

    Rockie Records

  • Spieldauer

    30:16

  • Erscheinungsdatum

    11.09.2026

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