Das zentrale Motiv, das die Schweizer Instrumentalisten auf „White Shores“ bearbeiten, ist das Thema des Todes. Das sich aus den Titeln der Stücke ergebende Tolkien Zitat „Death Is Just Another Path“ ist also keinesfalls eine plumpe Fantasy-Referenz (falls eine Referenz an Tolkiens Werke überhaupt in einem geistlosen Kontext zustande kommen kann), sondern dient als Vorlage für die Beschäftigung mit dem Sinn des Ablebens.
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Wird das Leben durch den Tod erst sinnvoll?
Ist der Tod eine Befreiung von physischen Strapazen?
Derlei philosophische Fragen verpacken HUBRIS in ein instrumentales Post-Rock-Konstrukt, das von Beginn an einen stark filmisch inspirierten Spannungsbogen aufweist.
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Vom sanften Anstieg in „Death“ weg, folgen in den weiteren Stücken mehrere Höhepunkte und das ein- oder andere instrumentale und auch emotionale Crescendo, das mal in Post-Metal-Gefilde eintaucht und mit kraftvollem Schlagzeugspiel zu filigranen Gitarren gefällt („Just“), während an anderer Stelle aufbauschende Rhythmen und sanft-verspielte Melodien Sonnenschein-Assoziationen heraufbeschwören („Another“).
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„Path“ verbindet am Ende sowohl aufbrausend kraftvolle Riffkaskaden, die von einer Vorfreude auf eine mögliche unbekannte Zukunft zeugen, als auch introspektive, verhaltene Ruhe. Letztere wird in Form von verspielten, aber zurückhaltenden Gitarrenmelodien in ein dezent proggiges Gewand gekleidet, wodurch „White Shores“ mit einem erhebenden Gefühl der Ankunft schließt.
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FAZIT: HUBRIS servieren mit „White Shores“ philosophisch angehauchten Post-Rock, der durch seine rein instrumentale Darbietung eine Fülle für emotionale Interpretationen seitens des Hörers bietet. Dabei gehen die Musiker weder zu verkopft, noch allzu sehr nach typischen Genre-Mustern vor, womit sich das Album als angenehm kurzweilig herausstellt.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.09.2026
Lucien Leclerc
Jonathan Hohl, Matthieu Grillet
Leo Juston
Eigenproduktion
39:27
10.09.2026