Fiepende Gitarren, druckvolle Drums, virtuose Soli und eine Stimme, die den melodischen Hard Rock der Achtziger mühelos wieder aufleben lässt: So werden wir gleich mit dem Opener „Cry No More“ des zweiten Longplayers von ICONIC mit dem ebenso schlichten wie pragmatischen Titel „II“ begrüßt. Angesichts der Besetzung allerdings auch kaum anders zu erwarten: Nathan James (INGLORIOUS), Michael Sweet (u.a. STRYPER), Joel Hoekstra (u.a. WHITESNAKE), Marco Mendoza (u.a. THIN LIZZY) und Tommy Aldridge (u.a. OZZY OSBOURNE) vereinen jahrzehntelange Erfahrung. Bleibt die entscheidende Frage: Reicht ein derart prominentes Line-up über den bloßen Starfaktor hinaus?
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Die Antwort fällt erfreulich eindeutig aus. „II“ liefert genau den knackig produzierten Hard Rock, den man von dieser Besetzung erwarten darf. Eingängige Melodien, breite Chöre und geschmackvoll eingesetzte Gitarrenduelle prägen das Klangbild, während die Rhythmusfraktion mit stoischer Präzision ein Fundament legt, das den Songs gleichermaßen Druck und Dynamik verleiht. Nathan James setzt dazu die stimmlichen Akzente, weiß genau, wo er welchen Ton platziert, und stellt seine Stimme ganz in den Dienst der Kompositionen.
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Viele Überraschungen dürfen wir allerdings nicht erwarten. ICONIC verzichten weitgehend auf stilistische Experimente und konzentrieren sich stattdessen auf klassisches Songwriting mit klarem Fokus auf starke Refrains und eingängige Hooklines. Die Platte zitiert ihre Vorbilder dabei unverhohlen, und so kann man bei „Nothing Left For Me“ mit seinem hymnischen Refrain in die 80er zurückschwelgen. Hier sind hörbar Musiker am Werk, die ihr Handwerk bis ins Detail beherrschen und ihre Erfahrung mit spürbarer Spielfreude in zeitgemäß produzierten Hard Rock übersetzen.
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FAZIT: „II“ ist kein Album, das das Genre neu definiert – muss es aber auch nicht: ICONIC setzen konsequent auf die Stärken des klassischen Hard Rock und überzeugen mit Spielfreude, erstklassigem Handwerk und einer durchweg hohen Ohrwurm-Trefferquote.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.08.2026
Marco Mendoza
Nathan James, Marco Pastorino
Michael Sweet, Joel Hoekstra
Antonio Agate
Tommy Aldridge
Frontiers Music
45:00
31.07.2026