Zurück

Reviews

Ill Tidings: Seeds of True Rebirth

Stil: Black Metal

Cover: Ill Tidings: Seeds of True Rebirth

Österreichs ILL TIDINGS kredenzen auf ihrem Drittwerk „Seeds of True Rebirth“ unterkühlte Dissonanzen und manch punkig angehauchten Groove, vergessen aber auch nicht ihren Black Metal mit episch rauen Klangflächen zu veredeln, sodass die abstrakten Bilder der Texte jederzeit lebendig zwischen Frost, Feuer und knorriger Naturmystik hin- und her-tänzeln.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/83hkeEpMla4?si=e9I3NhqSx_jD2UkU" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Dabei umgibt das Album eine kühle Atmosphäre, die eine gewisse Distanz, fast sterile Abneigung erzeugt, die sich auch in den Vocals wiederfindet. Besagte Stimmen wechseln zwischen hysterischen Schreien und dramatischem Raunen, das u.a. in Stücken wie dem rasenden „Kamadevas Mantra an den Tod“ interessante Stimmungsbilder zwischen Wut, Verzweiflung und Trotz heraufbeschwört.
Dadurch umweht Stücke wie „Tides of Wrath“ ein marginaler Hörspiel- bzw. Zwiegespräch-Charakter, welcher der stets unvorhersehbaren Stimmung, bzw. den wendungsreichen Kompositionen, zugute kommt.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/l89UeU8WaQE?si=dkecKg_U6nIW60S-" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Gleichzeitig umweht die Musik stets ein Hauch des Zeremoniellen, der sich aber nicht nur in den ruhigen, melodischen Gitarrenmomenten herausschält (u.a. „Kamadevas Mantra an den Tod“), sondern auch in vielschichtigen, bisweilen sperrigen Kompositionen wie dem Finale „Abgesang“ zutage tritt.
Überhaupt erzeugen die bisweilen dissonanten Gitarren, welche immer wieder mit gegenläufigen Motiven gefallen, eine dichte Beklemmung, die in manchem Moment an Bands wie MISÞYRMING erinnert, ohne offensichtlich bei den Isländern abzukupfern.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4190913631/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=878036205/transparent=true/" seamless><a href="https://illtidings.bandcamp.com/album/seeds-of-true-rebirth">Seeds of True Rebirth von Ill Tidings</a></iframe></center></br>

FAZIT: Mit „Seeds of True Rebirth“ präsentieren ILL TIDINGS ein sperriges Werk, das zwischen atmosphärischer Kühle, dramatischer Inszenierung und emotionaler Distanz pendelt. Gleichzeitig gelingt es den Österreichern, das Herz des Hörers aufzuwühlen (und sei es nur ob der abstrakten Herangehensweise an dieses Album), sodass von Beliebigkeit zu keiner Sekunde die Rede sein kann. Damit geht zwar auch ein fordernder Charakter einher, darum sollte eine intensive Beschäftigung mit der Musik Voraussetzung sein. Im vorliegenden Fall entwickelt das Album mehr und mehr an Tiefe.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 17.07.2026

Tracklist

  1. Between Cold Stars and Mass Graves
  2. Fruchtbaren Ackers schändend Pflug
  3. Kamadevas Mantra an den Tod
  4. Worship the Temple of Flesh
  5. Tides of Wrath
  6. Lux Ferre
  7. Abgesang

Besetzung

  • Bass

    Syknatt

  • Gesang

    Gabriel, Thorn

  • Gitarre

    Thorn, Aquilifier

  • Schlagzeug

    Katharsis

Sonstiges

  • Label

    Vendetta Records

  • Spieldauer

    50:17

  • Erscheinungsdatum

    26.06.2026

© Musikreviews.de