Zurück

Reviews

Kapelle #3: Momentaufnahme

Stil: Ska, Reggae, Two Tone

Cover: Kapelle #3: Momentaufnahme

Jamaika-Feeling trifft auf kölsche Stadtmentalität.
Ska trifft Reggae, wobei der Punk-Anteil, nur in Nuancen zum Vorschein kommt. Stattdessen sorgt der Two-Tone-Anteil für ein Gefühl von Ironie, das u.a. auch in Texten von Stücken wie „Merz lass nach“ den ein- oder anderen Seitenhieb in Richtung Rassismus mit gewitzter Formulierung verteilt.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/x-ZJ0i7c15o?si=kNdg1A4S5hnbvRKi" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Gleichzeitig ist das musikalische Gefühl von Leichtigkeit und Strandurlaub, das in allen Stücken dank der dominanten Bläser und Off-Beat-Rhythmen zum Vorschein kommt, wahlweise willkommene Alltagsflucht oder eben authentische Vertonung eines emotionalen Zustandes. Denn der Moment lässt sich selbst dann genießen, wenn die Zukunft ungewiss erscheint.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/D4auB4bLKfk?si=LngtSaAsU2T9mgv5" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Diese musikalische Lockerheit, mit der KAPELLE #3 auf Albumlänge ans Werk gehen, bringt eine Extraportion gute Laune mit, wobei sich der Graben zwischen Realitätsflucht (die Musik) und ironischer Situationsanalyse (die Texte) als weniger tief erweist, als es anfangs scheint.
Denn das allgemeine Gefühl, welches diese „Momentaufnahme“ vermittelt, wirkt eher wie eine Ansammlung geselliger Stammtischgespräche als eine Zeigerfingerpredigt, womit sich Musik und Text kaum im Wege stehen.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/iGjNpNrUAhY?si=bPLdAzsvFLvqgQqe" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

FAZIT: KAPELLE #3 servieren eine „Momentaufnahme“ und setzen dabei auf sprachlichen Witz, bei gewichtigen Themen. Dabei ist das sprachliche Schwert aber kaum allzu scharf, denn das lebensfrohe Gefühl, welches in der Natur der Musik liegt, wird kaum von den Inhalten mancher Texte weggewischt. Insofern ist das Album eher aufgrund seiner musikalischen Natur nicht für jeden was, aber wer mit positiv gestimmter Musik und kölscher Leichtigkeit in den Texten warm wird, der macht hier kaum etwas verkehrt.

Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.10.2026

Tracklist

  1. <b>A Seite:</b>
  2. Skarantäne
  3. Sorry
  4. Igel
  5. Cage
  6. Moment
  7. <b>B Seite:</b>
  8. By myself
  9. Izi
  10. Merz lass nach
  11. Spelunke (In memoriam Edelweißpiraten)
  12. Elevator 11
  13. En minger Bud

Besetzung

  • Bass

    Robert Herold

  • Gesang

    Peter Baldus, Tillmann Oberst, Fabian Menz, Jochen Semisch

  • Gitarre

    Christian Buhtz, Jan Pöhlmann

  • Keys

    Luc Rod

  • Schlagzeug

    Fabian Menz

  • Sonstiges

    Tillmann Gruhn (Posaune), Tillmann Oberst (Posaune), Jochen Semisch (Saxophon)

Sonstiges

  • Label

    Abbruch Records

  • Spieldauer

    39:58

  • Erscheinungsdatum

    25.09.2026

© Musikreviews.de