KARMIAN rufen mit „Horror Vacui“ zur Melodic-Death-Metal-Geisterstunde und werfen als Einflüsse Bands wie ARCH ENEMY oder auch THE CROWN und AT THE GATES in den Ring. Große Namen also, die noch größere Erwartungen schüren. Dass KARMIAN dabei weder die Emotionalität von AT THE GATES, noch die Durchschlagskraft von THE CROWN erreichen, fällt aber weniger schwer ins Gewicht als gedacht.
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Denn erstens, stellen sich zu Beginn des Openers „One Thousand Shining Bubbles“ eher AMON AMARTH-Vibes ein (was keinesfalls ein Nachteil ist) und zweitens, entführen groovebetonte Brecher wie „Gott mit uns nicht“ durchaus in den Death-Metal-Märchenwald, in dem es Ast-dicke Riffs und Ungeheuer-Growls zuhauf zu finden gibt.
Ein Titel wie „The Call of the Abyssal Bell“ erfährt durch seinen atmosphärischen Aufbau, inklusive Flüster-Gesang und Clean-Gitarren im Intro, zum Start der Strophen einen rasanten Aufschwung, der sich in schmissigen Grooves und Gitarrenmelodien aus dem Kosmos von Johann Hegg und Co. speist und damit durchaus Laune macht.
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Auch die genannten ARCH ENEMY-Einflüsse sind in Stücken wie „Black Magical Soap Opera“ (was für ein Titel…) oder der akzentuierten Gitarrenarbeit in „Temple of the Fleshless Goddess“ sehr präsent, ohne dass KARMIAN bei ihren Idolen (bewusst) klauen müssten.
Allerdings ziehen sich diverse Zitate bei den eigenen Idolen doch sehr konsequent durch die Songs auf „Horror Vacui“, was das Album unterm Strich eine klare, eigene Handschrift kostet.
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Handwerk, Stimmung und Sound stimmen und auch das dezente Horror-Element, das vom Titel und dem Albumcover ausgeht, ist immer wieder unterschwellig auszumachen, aber auf Dauer reichen diese Qualitäten noch nicht an die markigen Sound- und Stimmungsqualitäten der erwähnten Vorbilder aus Schweden heran.
Von den, durch die Nennung der Idole genannten Erwartungen befreit, liefern KARMIAN mit „Horror Vacui“ aber ein stimmiges und an einigen Stellen auch markantes Melodic-Death-Metal-Album ab, das durchaus Laune macht.
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FAZIT: KARMIANs „Horror Vacui“ scheitert zwar an den Erwartungen, die durch die Nennung diverser hochklassiger Genre-Vertreter erzeugt wird, aber davon befreit ist den Italienern ein stimmungsvolles und stimmiges Album melodischen Death Metals gelungen, das Spielwitz und Hörspaß im Einklang serviert.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.07.2026
Luca Marmi
Andrea Bertolazzi
Andrea Baraldi, Michele Perla
Luca "Cocco" Cocconi, Simone Sighinolfi
Nicolas Badiali
Nicola Pisani (Talharpa)
Rockshots Records
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20.03.2026