Mal wieder Zeit für Weltoffenheit – ganz ohne politischen Hintergrund. Die Politik verbindet kaum noch, sondern spaltet. Ganz anders sieht das in puncto Musik aus. Die verbindet grundsätzlich! Und im Falle von MASSA DEMBELE, dem in Nouna – dem Westen von Burkina Faso – geborenen Musiker, mit Afrobeat und Afropop, der von der ersten bis zur letzten Minute viel Freude bereitet, aber auch klar die Traditionen von Dembeles Heimat vermittelt, während der Sänger ebenfalls traditionelle Geschichten (mitunter nur lautsprachlich) singend und voller Rhythmen 'erzählt'.
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Wer sich noch an YOUSSOU N'DOUR, den senegalesischen Sänger und Komponisten erinnert, der 1994 durch „7 Seconds“ gemeinsam mit NENEH CHERRY weltberühmt wurde, der bekommt schon einmal einen ersten Eindruck davon, was ihn auf „Falatô“ erwartet.
Denn der singende Komponist, der zugleich noch ein echter Meister auf der Kamele N'Goni (afrikanisches Saiteninstrument, das einer Harfe ähnlich klingt) ist, wandelt zwischen Burkina Faso und Deutschland intensiv hin und her, um die musikalischen Traditionen seiner afrikanischen Heimat mit den modernen popmusikalischen Klängen Europas zu vereinen. Das klingt dann dank der Bläser nach Soul und Funk sowie durch seinen markanten Gesang und die vielfältigen Percussion-Einlagen recht einzigartig.
Moderne Weltmusik mit dem Hang zu europäischen Rhythmen und eingängigen Melodien, die sich schnell zu echten Ohrwürmern entwickeln.
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Seine Anfänge als der kleine Massa begannen unter ärmlichen Verhältnissen, welche allerdings gerade beim Musizieren für viel Einfallsreichtum sorgten. Mit seinen Geschwistern und Cousins improvisierte er anfangs auf den eigenartigsten Percussion-Instrumenten, wie beispielsweise Blech- und Tomatendosen, weil 'echte' Instrumente nicht finanzierbar waren.
Not macht bekanntlich erfinderisch – und lässt eben zugleich erst kleine und dann große Meister entstehen, weil diese an sich und nicht die Macht des Reichtums glauben. Dank seines Onkels erhielt Dembele, um seine musikalische Leidenschaft und Begabung noch mehr ausleben zu können, später Djembé und Balafon, über die er dann zur 'westafrikanischen Harfe', der Kamele N'Goni kam. Alle Songs auf „Falatô“ sind maßgeblich von diesem Instrument und der charismatischen Dembele-Stimme sowie typisch westafrikanischen Rhythmen geprägt.
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„Falatô“ ist bereits das dritte Album von MASSA DEMBELE und zugleich sein am breitesten instrumentiertes. Schlagzeug, Bass, Gitarren, Synthesizer und Bläser sorgen für eine modernes, mitunter fast rockiges, Soundgerüst, über dem Dembeles Stimme und sein Instrument liegt. Afrobeat, Jazz, westafrikanischer Soul und Desert Blues bestimmen das Album, ähnlich wie man es von dem 2006 verstorbenen <a href="http://www.musikreviews.de/reviews/2023/Ali-Farka-Toure/Voyageur/" target="_blank" rel="nofollow">ALI FARKA TOURÉ</a> oder seinem Sohn <a href="http://www.musikreviews.de/reviews/2022/Vieux-Farka-Toure/Les-Racines/" target="_blank" rel="nofollow">VIEUX FARKA TOURÉ</a> kennt.
Genau in diesen großen Fußstapfen wandelt auch MASSA DEMBELE und hinterlässt dabei seine eigene musikalische Spur, die dem Afrobeat eine weitere spannende und abwechslungsreiche Seite beschert. Und dass ganz am Ende des Albums „Janfa“ sogar entfernte Erinnerungen an den „Englishman In New York“ von STING weckt, ist vielleicht sogar Absicht, denn schließlich ist MASSA DAMBELE 'The Westafrica Man In Europe'.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2142819551/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=2629729292/transparent=true/" seamless><a href="https://massadembele.bandcamp.com/album/falat">Falatô von Massa Dembele</a></iframe></center></br>
FAZIT: Direkt aus Burkina Faso stößt MASSA DEMBELE mit seinem Afrobeat und Afropop in das Herz Europas, um die westafrikanischen Rhythmen vereint mit modernen europäischen Klängen zu einem weltmusikalischen Ereignis werden zu lassen, welches hier wie in Afrika durchaus großen Anklang finden sollte. Einerseits begeistert auf „Falatô“ die ungewöhnlich breite Instrumentierung und andererseits die besonderen Dembele-Trademarks: seine Stimme und die Kamele N'Goni (afrikanisches Saiteninstrument, das einer Harfe ähnlich klingt), an der Dembele als echter Meister seines Fachs gilt. Das Album bereitet jede Menge Freude und reiht sich nahtlos in die Afrobeat-Tradition eines ALI FARKA TOURÉ und seines Sohnes VIEUX FARKA TOURÉ ein.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.07.2026
Bouba Ouattara
Massa Dembele
Ousmane Koita Fodé
Parido Sanou Diabaté
Achille Nacoulma
Massa Dembele (Kora-Ngoni, Percussion), Innocent Esiaku Kwamivi (Trompete), Stéphane Kientega N'manegda (Saxophon), Faisal Diarra Moussa (Flöte, Balafon), Seydou Diabaté (Balafon), Adam de Pamayeri Dembele (Tama-Arako), Kassoum Dembele (Chekere-Maracasse), Awa Guino, Fatoumata Dembele, Kassoum Dembele, Fofana Sendia (Chor)
Not OK Records
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22.05.2026