Als Freund norwegischen Black Metals ließ <a href="http://www.musikreviews.de/reviews/2019/Mortem/Ravnsvart/" target="_blank" rel="nofollow">das 2019er-Debütalbum von MORTEM</a> durchaus aufhorchen. Schließlich ging aus der ursprünglich 1987 gegründeten Band das Avantgardisten-Kollektiv ARCTURUS hervor. Dass die beteiligten Musiker zudem allesamt Veteranen sind und in Bands wie MAYHEM oder 1349 anderweitig zum Gedeihen der Szene beitrugen (und es immer noch tun), lässt bei MORTEM, trotz der frühen Bandgeburt, den Hauch einer All-Star-Truppe aufkommen.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/hPYpw83coGM?si=Xb918K2ok6LvXFUo" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
In Sachen Qualität trifft diese Bezeichnung auf jeden Fall zu. „Mørketid“ bietet norwegischen Black Metal in Reinform, wobei die kantige Frostatmosphäre hier und da durch stimmungsvolle Keyboards aufgepeppt wird.
Dabei werkeln die Musiker stets songdienlich und wissen um den Grundsatz ‚Weniger ist mehr‘, was in manchen Momenten Parallelen zu SATYRICON aufkommen lässt. Allerdings sorgen die Keyboards in Stücken wie dem Titeltrack, oder auch der Black'n'Roll von „Skyggeånd“ für eine Varianz innerhalb des Albums, die dem grimmigen Ansatz der Musik nicht im Weg steht.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/qmYCqh75P1U?si=lkFytb0eX9zNcwAB" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Zudem klingen MORTEM weniger steril kalt, als es z.B. Satyr und Frost zuweilen tun. Stattdessen dürfen in besagtem „Skyggeånd“ auch opulente Bläser für einen Zuwachs an Dramatik sorgen, während in „Aftermath“ das Keyboard anachronistische Grusel-Sounds vom Stapel lässt. Das von klassischem Heavy Metal inspirierte Gitarrensolo im letzten Drittel des Stücks hinterlässt außerdem markante Farbtupfer in der Musik.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/AVzeyJhnmwk?si=2zS6b-YvZeIwM0c6" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Das abschließende Triumvirat „Den sanne gud“, „Mørkets ormebol“ und „Ditt ødes ære“ wildert derweil überwiegend im groovebetonten Midtempo, wobei speziell das Keyboard manch vergangenheitsverliebten Rückblick in Richtung der 90er-Jahre heraufbeschwört.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3169022806/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=1304000903/transparent=true/" seamless><a href="https://peaceville.bandcamp.com/album/morketid">Morketid von Mortem</a></iframe></center></br>
FAZIT: MORTEM haben mit „Mørketid“ ein herrlich grimmiges Black-Metal-Album an der Hand, das den klassischen Kauz-Charme des 90er-Jahre-Norwegen-Sounds mit reichlich Druck innerhalb des fest gesteckten Rahmens erfreulich abwechslungsreich in die Jetzt-Zeit transportiert.
Punkte: 13/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.08.2026
Tor R. Stavenes
Marius Vold
Jamie Stinson
Steinar Sverd Johnsen
Hellhammer
Peaceville Records
44:42
03.07.2026