Zurück

Reviews

Nitrochaos: Chaos Reigns

Stil: Modern Rock

Cover: Nitrochaos: Chaos Reigns

Irgendwo zwischen Punk-Attitüde und psychedelischem Alternative-Rock-Trip liefern NITROCHAOS den Soundtrack zum Exzess. Auf „Chaos Reigns“ trifft eine flippig grelle Inszenierung auf Hard Rock-Riffs klassischer Machart, ehe sich in „Be My Pet Boi“ Funk-Anleihen mit einer gehörigen Portion Zynismus vermählen (thematisch geht es um die Erfahrungen von Frontmann Wanja Neite als queerer Sexarbeiter).
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/s6wE416cmpM?si=mVEpR5Uhz-V1dPyh" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Entsprechend ausgeflippt wirkt die musikalische Zusammenstellung, ohne dass die Musik allzu wirr erscheint.
Stattdessen lassen die aufkeimenden Rock'n'Roll-Einflüsse eine gehörige Live-Energie der Band erahnen.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/oO5R-HCmi9Y?si=DRu38sjCDKLoiQsx" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Eine ganz andere Seite von NITROCHAOS zeigt sich dagegen in „Frighten The Crane“. Progressive-Rock-Texturen treffen auf eine bedachte, intime Stimmung, die sich auch aus der melodischen Gitarrenarbeit und dem tollen Gesang ergibt.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/wQ7BcZMI9tE?si=oacn3zQl4MoQnLUx" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Hier zeigt sich Wanja Neite eher versöhnlich, weniger aufgekratzt, was seine stimmliche Wärme stärker in den Fokus rückt. Damit geht eine gewisse Bedachtheit, vielleicht auch eine versöhnliche Qualität einher, die den grell-bunten Chaos-Ansatz der Band angenehm erdet.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/MpDSoGURbx4?si=IJvw5vPi4WroctMY" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

FAZIT: NITROCHAOS lassen zwar nicht zwingend Assoziationen mit aufgebohrten Automotoren zu, aber die grellbunte Ästhetik, die „Chaos Reigns“ (alleine durch seine Optik) vermittelt, passt ebenso zum Bandnamen, wie auch zur ausgeflippten Attitüde, die in der Musik mitschwingt. Gleichzeitig schlägt unter der grellen Fassade aus Abgrenzung und extrovertiertem Individualismus eine verletzliche oder wenigstens intime Qualität, die das überzogene Element ein Stück weit erdet, wodurch die Band und ihre Musik unterm Strich etwas nahbarer wirkt.

Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.06.2026

Tracklist

  1. Blood & Soul
  2. Chaos Reigns
  3. Be My Pet Boi
  4. Frighten The Crane

Besetzung

  • Bass

    Yannick Aderb

  • Gesang

    Wanja Neite

  • Gitarre

    Nando Grujic

  • Keys

    Anders Becker, Stefan Littmann

  • Schlagzeug

    Sebastian Salas

Sonstiges

  • Label

    Abbruch Records

  • Spieldauer

    17:48

  • Erscheinungsdatum

    29.05.2026

© Musikreviews.de