Das Heavy-/Bluesrock-Trio OAKFARM aus Kiel behauptet in seinem Pressetext, es klinge „wie eine vergessene Schallplatte aus den 70er-Jahren, die man in einer verstaubten Holzhütte wiederentdeckt hat“. Nun, dann muss „Too Hard For Some To Soft For Others“ wohl auf einer Zeitreise in die Zukunft mit Technik aus dem Jahr 2026 aufgenommen worden sein. Für echte 70er-Jahre-Patina klingt die Produktion jedenfalls stellenweise zu modern. Vintage-Feeling kommt vor allem durch den hektisch vor sich hin knurrenden Bass und die angenehm dreckig klingende Gitarre auf. Der Rest darf dann doch eher im Hier und Jetzt verortet werden.
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Den Songs tut dies allerdings keinen Abbruch. Alle acht Nummern kommen mit ordentlich Druck und spürbarer Spielfreude um die Ecke. Ob treibender Heavy Rock wie „Lucy“ oder die deutlich balladeskere Seite in „Echos“, das Zusammenspiel aus druckvoller Gitarrenarbeit und einem ständig beschäftigten Bass sorgt für ordentlich Bewegung. Immer wieder brechen die Instrumente aus dem Songkorsett aus und entladen sich in kleinen musikalischen Eruptionen. Perfektion ist dabei offensichtlich nicht das Ziel, Energie, Dreck und Spielfreude schon eher.
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In „Too Sorry For Some, Too Hard For Others“ übernimmt der Bass endgültig das Kommando und wird von einer perfekt mit ihm harmonierenden Gitarre flankiert. „Don’t Fade Away“ besinnt sich anschließend wieder auf die Essenz des Heavy Rock und arbeitet sich zielstrebig zu einem Refrain vor, bei dem man spätestens beim zweiten Durchlauf unweigerlich lautstark einstimmen möchte. „Adjustments“ und „How & Them“ legen schließlich noch einmal nach und verdienen sich mit jedem Ton den 70er-Jahre-Stempel, den OAKFARM ihrem Sound im eigenen Pressetext aufdrücken.
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FAZIT: OAKFARM liefern keinen angestaubten Retro-Rock, sondern handgemachten Heavy-/Bluesrock mit Ecken, Kanten und zahlreichen 70er-Jahre Referenzen. Vor allem die hörbare Spielfreude und das druckvolle Zusammenspiel von Bass und Gitarre machen den Charme der acht Songs aus. Die verstaubte Holzhütte wird auf jeden Fall ‚brennen’. Laut aufdrehen!
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.10.2026
Arne Döpper
Tobias Lemberger, Arne Döpper, Dennis Oelze
Tobias Lemberger
Dennis Oelze
Pink Tank Records
32:29
03.10.2026