Der Vergleich mit EPICA bietet sich im Falle von Italiens OïKOUMEN doch recht offensichtlich an. Nicht nur offeriert die Band reichlich dramatisch aufgeladenen Symphonic Metal, der manch vertrackten Schlenker vollzieht, auch die stimmlichen Qualitäten von Frontlady Laura Mazard lassen Simone Simons als Einfluss und Inspiration erkennen.
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Dass solche Tatsache in diesem Genre beileibe kein Negativkriterium ist, sollte klar sein. Schließlich zählen die Holländer mit zu den fähigsten Vertretern ihrer Zunft.
Neben der Stimme ist auch die rifflastige Ausrichtung der Stücke eine Gemeinsamkeit zwischen beiden Bands. Songs wie „Revenge“ eignen sich für beherztes Headbanging, zeigen aber auch graziles Drama, das, neben der Orchestrierung, vor allem dem Gesang geschuldet ist.
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Diese Qualität lässt sich nahezu auf alle Stücke von „Resilience“ übertragen, wobei sich die Grazien-Qualität der Frontlady besonders in den ruhigen Stücken zeigt. „A Time-flying Ballad“ trägt ihren Namen beispielsweise nicht umsonst und bündelt sanft-intime Stimmung mit akustischen Gitarrensounds und dezent eingeflochtenen Soli.
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„Self-Service“ dagegen drückt wieder metallischer auf die Tube und gibt sich dezent vertrackt, ehe „Lost Wood of Mind“ beide Qualitäten verbindet und nach einem sanften Einstieg auch männliche Growls zu vertrackt-inszenierter Dramatik offeriert.
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„Break the Silence“ erinnert in seiner Gesangsphrasierung gar an alte NIGHTWISH und bietet eine ähnlich gelungene Mischung aus Orchester-Drama, Chören und Gitarrenriff, ehe der Titeltrack die offizielle Tracklist als reines Orchesterstück (plus Gesang) beendet und damit erneut jede Menge Dramatik offeriert.
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Der Live-Bonustrack „Impulse“ vermittelt einen adäquaten Eindruck davon, dass OïKOUMEN ihren Sound auch auf der Bühne umsetzen können, ehe „A Lullaby for Nightmares“ nicht ohne Grund wie ein Schlaflied klingt und diesen Eindruck u.a. durch Spieluhr-Klänge untermauert.
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FAZIT: OïKOUMEN haben mit „Resilience“ ein gelungenes Zweitwerk vorgelegt, dass zwar in vielen Teilen einem gewissen Standard des bespielten Genres folgt, diesen aber mit Qualität untermauert. Symphonischer Drama-Metal ist noch lange nicht tot.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.06.2026
Yaël Febvray
Laura Mazard, Corentin Petit
Elie Veux
Yaël Febvray
Eigenproduktion
55:43
17.04.2026