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Reviews

Puke Wolf: Descend

Stil: Post-Hardcore

Cover: Puke Wolf: Descend

PUKE WOLF widmen sich auch auf „Descend“ persönlichen Tiefschlägen und der Aufarbeitung persönlicher Dramen. Dementsprechend introspektiv wirken die Stücke dieser LP, die von Post-Hardcore-Katharsis bis hin zu bedachter Melancholie das gängige Emotionsspektrum des Genres abdeckt.
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Titel wie „Oh God, what have we done?“ lassen dabei auch ohne Textblatt tief blicken. Dass die Musik, neben manch aggressivem Wutausbruch, überwiegend ruhig und repetitiv dahinschleicht (der Bass sorgt für stetiges Brummen, über dem sich die Gitarren in zarten Shoegaze-Melodien ergehen), erzeugt eine meditative Stimmung, die in gewisser Weise von erzwungener Lethargie und der Unfähigkeit, seine Probleme zu bewältigen, zeugt.
Da passt es gut ins Bild, dass sich der Gesang als verzweifeltes Geschrei präsentiert, der auch in den ruhigen Momenten Schmerz und Verzweiflung ausstrahlt.
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Das alles wirkt zwar auch ein wenig generisch, denn die genannten Genre-Zutaten sind wohlbekannt und gern gehört, aber PUKE WOLF schaffen es, eine beklemmende Stimmung zu erzeugen, die sich in Stücken wie dem Zwischenspiel „De sprukne a?ndehuller i den tavse hævn“ zwischen reduzierten Streichern und Schussgeräuschen herausschält und damit ein Bild von Verfall, Verzweiflung und Panik zeichnet.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 42px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2275114230/size=small/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/track=2033261688/transparent=true/" seamless><a href="https://pukewolf.bandcamp.com/album/descend">Descend von Puke Wolf</a></iframe></center></br>

Dass „Hyena Laugh“ im Anschluss einige Zeit braucht um aus dem ruhig tönenden Quark zu kommen, kostet das Stück leider die erhoffte Stimmungsexplosion. Zwar entwickelt der quälend langsame Anstieg des Tracks einen gewissen Reiz, aber fehlende Tempovariation und repetitive Strukturen ermüden schneller als gedacht.
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„Flowers“ erfindet am Ende weder den Post-Hardcore, noch das Album neu. Aber immerhin weiß das Stück mit einem minimalen Zuwachs an Positivität zu gefallen.
Oder suggerieren die flächigen, warmen Gitarren eher sowas wie fatalistische Freude darüber, dass das Leid endlich vorbei ist?
Möglich, die Stimmung fällt dennoch nicht ab, sodass PUKE WOLF hier unterm Strich ein passables Post-Hardcore-Album zu einem passablen Abschluss bringen.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2275114230/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=4045422929/transparent=true/" seamless><a href="https://pukewolf.bandcamp.com/album/descend">Descend von Puke Wolf</a></iframe></center></br>

FAZIT: PUKE WOLF bleiben verbittert und lassen ihrer Verzweiflung und ihrem Schmerz auch auf „Descend“ freien Lauf. Das klingt sicher auch nach generischem Post-Hardcore mit Hang zu melancholischen Melodien, aber die Dänen wissen dennoch eine konsistente Stimmung zu erzeugen und verkörpern ihren Schmerz authentisch. Das ist zwar in dieser Art alles andere als innovativ, aber es unterstreicht die Relevanz von Kunst als persönlichen Ausdruck einmal mehr. Egal, ob der Hörer nun Fan dieses Genres ist oder nicht.

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 16.07.2026

Tracklist

  1. <b>Side A:</b>
  2. Bær
  3. Blood
  4. Remnants
  5. Oh God, what have we done?
  6. <b>Side B:</b>
  7. De sprukne a?ndehuller i den tavse hævn
  8. Hyena Laugh
  9. Flowers

Besetzung

  • Bass

    Lasse Højgaard

  • Gesang

    Emil Vegeberg, Andrew Davidson, Lasse Højgaard

  • Gitarre

    Emil Vegeberg

  • Schlagzeug

    Andrew Davidson

Sonstiges

  • Label

    5FeetUnder/Dingleberry (Germany)/Entes Anomicos/Geenger/Grazil Records/INGOT - Andrejco/Kvlt & Kaos/See You Next Summer

  • Spieldauer

    44:49

  • Erscheinungsdatum

    06.02.2026

© Musikreviews.de