Ob es so sinnvoll ist, eine Hymne darauf auszulegen, ohne Klang zu funktionieren, ist eine Diskussion wert, oder im Fall von THE MORNING STARS gleich ein ganzes Album.
„A Hymn Without A Sound“ verbindet sanfte Art-Pop-Momente mit krautigem Flair, das sich immer wieder aus dem Post-Rock-Äther hervorschlängelt.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/dYjlkQnMHoU?si=zu6tiR6I5E0ldn3W" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Dabei ist nicht zuletzt die Schlagzeugarbeit von Sebastian Vogel für eine gewisse Unvorhersehbarkeit des Materials verantwortlich. Denn ohne allzu aufdringlich zu klöppeln, liefert der Mann Strukturen und Grooves, die mehr zum Zuhören verleiten, als es die seicht dahinschwebenden Melodien mancher Songs vermögen.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=630929852/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=2426760850/transparent=true/" seamless><a href="https://themorningstars.bandcamp.com/album/a-hymn-without-a-sound-2">A Hymn Without A Sound von The Morning Stars</a></iframe></center></br>
Das ist auch ein markanter Pluspunkt des Albums. Denn ohne die Rhythmusklänge würden Stücke wie „Scars“ zwar immer noch durch eine fröhliche Melodiefülle gefallen, aber ein nicht unwesentlicher Abnutzungsgrad würde die seichte Stimmung schneller heimsuchen, als es gedacht sein dürfte.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/3kmXZ86gEdI?si=T7qeKZv3xQ9D2UzC" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Aber es finden sich auch ein, zwei Ausnahmen: Das klasse betitelte „Chainsaw Fiddle“ gleicht einem unaufdringlichen, aber schrägen Trip und verbindet erstaunlich passenden Säusel-Gesang mit reduzierten Percussions, wodurch der Refrain mit seinen dunklen Gitarrenschwingungen regelrecht enthusiastisch wirkt. Gleiches gilt für die Space-affinen Keyboard-Sounds, die Bilder von Ufos und dergleichen gar nicht mal so abwegig erscheinen lassen.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 42px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=630929852/size=small/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/track=2102881906/transparent=true/" seamless><a href="https://themorningstars.bandcamp.com/album/a-hymn-without-a-sound-2">A Hymn Without A Sound von The Morning Stars</a></iframe></center></br>
Für „Trap“ biegen THE MORNING STARS dann in Richtung Jazz und Funk ab, bleiben dank dunkler Synthies aber im Raumschiffmodus, nur dass die Reise wahlweise von Sonnenbegegnungen zwischen Hitze und wohliger Wärme zeugt oder aber im vermeintlichen Zickzack-Kurs durch mechanisches Dröhnen und präzise Rhythmen springt.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/aLC22_tkpvs?si=iyyXV1q552PB9Rf6" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
„The Everything“ wildert dann noch mehr im Krautrock und entwickelt sich am Ende zu einer sonnendurchfluteten Nummer mit leichten Shoegaze-Referenzen, die „A Hymn Without a Sound“ mit verzerrtem (Beinahe-)Lärm beendet.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=630929852/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=3127784732/transparent=true/" seamless><a href="https://themorningstars.bandcamp.com/album/a-hymn-without-a-sound-2">A Hymn Without A Sound von The Morning Stars</a></iframe></center></br>
FAZIT: THE MORNING STARS wollen zwar Musik ohne Klang servieren, aber ganz ohne Ton kommt „A Hymn Without A Sound“ dann doch nicht aus. Kunstvoll verdrehte Popmusik trifft auf manch Shoegaze-affinen Klangteppich, wobei der ein- oder andere stilistische Ausreißer auch nicht komplett vom Himmel fällt. Das Album ist zweifellos intelligent komponiert und interessant strukturiert. Allerdings bedarf es dank der oberflächlich seicht dahindümpelnden Musik auch eines wachen Kopfs seitens des Hörers, um die Ansätze, die THE MORNING STARS auf diesem Album verfolgen, nachvollziehen zu können.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.07.2026
Alexander Paulick
Alexander Paulick, Barbara Morgenstern, Felix Müller-Wrobel
Felix Müller-Wrobel
Barbara Morgenstern
Sebastian Vogel
Eigenproduktion
45:19
16.01.2026