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Reviews

Thistle Sifter: Forever The Optimist

Stil: Progressiver Post- und Symphonic-Rock, Lo-Fi-Folk

Cover: Thistle Sifter: Forever The Optimist

Was für ein verdammt schwerer, oft finsterer und melancholischer Brocken, der uns bereits mit seinem Album-Titel in die Irre führt!
Nach 'ewigem Optimismus' klingt „Forever The Optimist“ als spannende Post-Rock-Sympho-Eruption nun wirklich nicht.
Doch es fesselt einen – mit Stimmungen, die neben allen progressiven Rock-Attitüden besonders auch auf breit angelegte Streicher-Arrangements setzen. Hier trifft Post Rock auf klassische Streicher und düstere Themen, die sogar mitunter von Sprecher-Passagen vokalisiert werden und sich auf Landnutzung (bzw. Ausbeutung), Tierquälerei, Kobaltabbau im Kongo, Klimawandel, Neoliberalismus sowie die Mitschuld der Medien an Völkermorden beziehen.
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Na? Zu viel an Melodramatik versprochen?
Wie vertont man solche Themen, ohne auf sofortige Ablehnung beim Hörer zu stoßen?
Ganz einfache Antwort: Genauso wie THISTLE SIFTER mit diesem Album, das ein wahres Auf-und-Ab-Stimmungs-Chaos verbreitet, dabei aber auf harmonische Kompositionen setzt, die sich mitunter entweder wie ein rockiges Bollwerk monumental erheben – oder aber in klassischen Arrangements wie an der tiefsten Stelle des Ozeans versinken.
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THISTLE SIFTER ist das cineastische Post-Rock-Klassik-Prog-Projekt des in Holland lebenden englischen Multiinstrumentalisten Pete Barnes, der nach einem schweren Fahrradunfall im Jahr 2020 in eine tiefe Sinnkrise verfiel und seine persönlichen Kämpfe mit Hilfe der Musik ausfocht, mit der er – wie er selber unter seiner Homepage ausdrücklich beschreibt – „(s)eine ätherische Welt aus ruhigem Post Rock, sphärischen Synthie-Klängen, sich entwickelnden Klanglandschaften und Lo-Fi-Folk“ erschuf.

Nun also kommt auf „Forever The Optimist“ vordergründig noch ein symphonisches Klang-Universum mit hinzu, in dem sich Barnes Kompositionen und das Rock-Instrumentarium seiner Band breitflächig entfalten. Existenzielle Fragen werden aufgeworfen und in Musik voller Höhen und Tiefen umgesetzt.
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Daher macht Bardens aus seinen offensichtlichen Einflüssen beim Entstehen seiner Stück keinerlei Geheimnis: „Beim Komponieren habe ich mich stark von den Autoren Jay Griffiths, George Monbiot, Omar El Akkad und Siddharth Kara inspirieren lassen.“
Esoterisches trifft auf Post Rock, Depression auf Aggression und (Ent)Spannung auf Hektik.

Der Mensch am Abgrund.
Aber es besteht noch Hoffnung, weil der Optimist eben nur hinunterblickt, während der Pessimist einfach blind draufloslatscht.
Wohl gerade darum endet „Forever The Optimist“ mit dem Titeltrack als reine Streicher-Symphonie plus klassischem Klavier, die alles noch einmal in Watte packen, damit all die zuvor gehörten Stimmungswechsel des Albums ja nicht vergessen werden dürfen/können. Grandiose Idee! Grandioses Album!
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FAZIT: Cineastischer, symphonischer Post-Rock-Klassik-Prog voller Streicher mit tiefgründiger Melodramatik und schwer bedrückenden Themen (von Tierquälerei bis Umweltzerstörung und sogar Völkermord) erwartet einen auf dem vom Titel her hoffnungsvoll klingenden Album „Forever The Optimist“. Es ist bereits das 3. Album von THISTLE SIFTER und zugleich das ambitionierteste und abwechslungsreichste, das uns hier Pete Barnes – der in Holland lebende Engländer – mit seiner Band und (echtem) Streich-Quartett präsentiert.

Punkte: 13/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 26.03.2026

Tracklist

  1. Anthropocene
  2. Ghost Acres
  3. Atop A Horrid Hill
  4. One Fleeting Glance
  5. Endling
  6. Weightless
  7. Et In Arcadia Ego
  8. Forever The Optimist

Besetzung

  • Gitarre

    Pete Barnes, Nils Breunese, Tom Broshuis

  • Keys

    Pete Barnes

  • Schlagzeug

    Koen Klarenbeek

  • Sonstiges

    Mark Tersteeg (Streicher-Arrangements), Marta Jiménez Ramirez (Cello), Maria Garcia (Bratsche), Damián Cabedo Vicente, Begona Hernández Gallardo (Geigen)

Sonstiges

  • Label

    FREIA Music/Dutch Music Work

  • Spieldauer

    37:49

  • Erscheinungsdatum

    06.02.2026

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