Geschichten über den Wert des Lebens bzw. den Wert der Lebenszeit sind im Kontext des Science-Fiction-Genres nicht gänzlich neu. Italiens VANDERLUST stricken eine solche um ein melodisches Progressive-/Power Metal-Gewand herum, wobei sich schnelle, aber vertrackte Melodiker wie „Golden Shackles“ mit düsteren Musikdramen wie „The Turning Point“ die Waage halten.
Hierbei agieren die Musiker zuweilen kitschverliebt und geben dem Keyboard viel Raum, steuern im richtigen Moment aber meist mit metallischen Gitarrenriffs entgegen („Connection Failed“ vereint z.B. beide Qualitäten in sich und wartet mit einem getragenen Refrain auf, der doch einen gewissen Nachhall erzeugt).
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In Nummern wie „Battlefield“ werden Einflüsse von Bands wie BLIND GUARDIAN oder auch HALLOWEEN deutlich (das Tempo, die Gesangslinien). Und auch die beiden Zwischenspiele „…Find Them!“ und „From the Cave – Fuga“ verbinden u.a. jenen Speed voller metallischem Melodie-Charme, der auch bei Hansi Kürsch und Co. zu finden ist, mit futuristisch-verzerrten Spoken-Word-Dialogen, die den Sci-Fi-Kontext des Albums untermauern.
Am Ende steht mit „Humanity 3.0 – The New Canaan“ ein verkopft anmutendes Epos auf dem Plan, das sämtliche Tempi durchexerziert und die Fingerfertigkeiten der Musiker bei orchestraler Dramatik zur Schau stellt, ohne dass etwaige Egoprobleme dem Fluss der Musik im Weg stehen.
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FAZIT: VANDERLUSTs „The Human Farm“ zeigt ambitionierte Musiker, die auch im Bereich ihrer Inhalte groß denken. Die Notenzähl-Kiste bleibt zum Glück weitestgehend geschlossen, sodass sich auch instrumentale Laien an der Stimmung des Albums erfreuen können, die den klassischen Drama-Spannungsbogen angemessen vertont.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.08.2026
David Cantina
Riccardo "ZP“ Morello, Francesco "Franz" Romeggini, Giacomo "Giachi" Mezzetti
Francesco "Franz" Romeggini
Giacomo "Giachi" Mezzetti
Rockshots Records
47:42
17.04.2026