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Angtoria: God Has A Plan For Us All (Review)

Artist:

Angtoria

Angtoria: God Has A Plan For Us All
Album:

God Has A Plan For Us All

Medium: CD
Stil:

Gothic-/ Melodic Metal

Label: Listenable/Soulfood
Spieldauer: 49:11
Erschienen: 2006
Website: [Link]

Der Preis für das hässlichste Cover des Jahres und aufgeblasene, nichtssagende Songtitel könnte an ANGTORIA gehen. Ungeachtet dessen versammeln die Rehn-Brüder neben der Hintergrundsängerin für allerlei Nachtschattengewächse – hier in Frontposition - Prominenz wie Cradle-Of-Filth-Bassist Dave Pybus und schwedische Musiker aus ihrem Umfeld für ihr Debütalbum. Dabei bewegen sie sich in orchestralen Metalgefilden, die durch den weiblichen Leadgesang automatisch Vergleiche mit Within Temptation oder Nightwish aufkommen lassen.

Auch wenn ein bombastisches Intro den Schwulst der erfolgreichen Referenzbands andeutet, hält die Zuckersüße sich in Grenzen. Das liegt auch an Sarahs mittiger Stimme, die zwar angenehm klingt, dafür aber wenig abwechslungsreich. Im eröffnenden Uptempo-Stück halten sich Keyboards und Gitarren die Waage, und der Daniel-Bergstrand-Mix macht die Scheibe wesentlich genießbarer als etwa die klinischen Evil Masquerade aus ähnlichem personellen wie stilistischem Umfeld. Ein Vergleich mit Evergrey drängt sich nicht zuletzt wegen der tiefen Chöre auf, die es im Titelsong zu verzeichnen gibt. Die Mehrheit der Stücke könnte man sich gut mit Tom Englunds Stimme vorstellen; dann wäre vielleicht auch für gelungene Gesangshooks gesorgt, denn alles in allem gestaltet die Sängerin ihre Linien nicht sonderlich emotional und damit eher wenig eindringlich.

Gut sind deshalb vor allen Dingen die Momente, in denen sie die Stücke nicht tragen muss, etwa beim von der Melodik her orientalischen „Deity of Disgust“, das während der Strophen ruhig und abseits davon eher rhythmisch angelegt ist. Martin Häggström, ehemaliger Weggefährte der Geschwister bei den Rainbow-Anbetern Moahni Moahna, steuert Dio-esken Refraingesang bei. Weiterhin fällt der cineastische Aspekt auf, der in den Orchesterarrangements begründet liegt und das Projekt weiter vom Kitsch der einschlägigen Namen abhebt. Stattdessen möchte man wie im siebten Track dramatisch klingen, was allerdings selten die Güte aufwändiger Filmsoundtracks erreicht. In „Do You See Me Now“ erzeugen verstimmte Tastenklänge und Loops während der Strophen etwas Horrorflair, und bei „Original Sin“ gastiert My Dying Brides Aaron Stainthorpe mit gesprochenen wie gegrunzten Stimmbeiträgen, ohne der Band einen Extrem-Metal-Hauch zu verpassen.

Spielerisch gesehen agieren ANGTORIA trotz hochkarätiger Besetzung sehr basisch – Soli gibt es wenige, und die Kompositionen scheinen mehrheitlich auf die Stimme zugeschnitten zu sein, die aber nicht dazu taugt, über Albumdistanz zu fesseln. Wenn die Instrumentalabteilung wie bei der obligatorischen Ballade fast gänzlich Pause macht, wird diese Unzulänglichkeit deutlich. Bei diesem Debüt wäre mehr möglich gewesen - vor allem, wenn man selbst mit der gleichen Sängerin die Stücke aufregender gestaltet hätte.

FAZIT: Viele Namen, viel Getöse, aber nur einige beliebige Melodien bietet dieses glatte Bombastprodukt.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 3343x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 5 von 15 Punkten [?]
5 Punkte
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Tracklist:
  • The Awakening – Intro
  • I´m Calling
  • God Has A Plan For Us All
  • Suicide On My Mind
  • Deity Of Disgust
  • The Addiction
  • Six Feet Under´s Not Deep Enough
  • Do You See Me Now
  • Original Sin
  • Hell Hath No Fury Like Woman Scorned
  • Confide In Me
  • That´s What The Wise Lady Said

Besetzung:

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