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Giorgio Maggiore: I Colori Che Cambiano (Review)

Artist:

Giorgio Maggiore

Giorgio Maggiore: I Colori Che Cambiano
Album:

I Colori Che Cambiano

Medium: CD
Stil:

Dark und New Wave im 80er-Jahre-Gewand

Label: Eigenvertrieb
Spieldauer: 67:51
Erschienen: 2006
Website: [Link]

Das also ist der 2. Streich des italienischen Multiinstrumentalisten mit deutlichem Hang zu düsterem New Wave.

GIORGIO MAGGIORE ist wohl symbolisch eher der einsame Wolf als das einsame Pferd, das da in einer lila-gelben Berg-Landschaft neben einer Straße steht. Einerseits schmerzen diese Farben beim Betrachten, andererseits üben sie auch eine Faszination gerade durch ihre „Künstlichkeit“ aus.

„Wechselnde Farben“ heißt Maggiores 2. Album – und dies gilt für die Optik des Booklets gleichermaßen wie für die Musik auf dem Silberling.

Nachdem die „Oasen aus Zement“ (Maggiores 1. Album) überwunden sind, erleben wir nun ein Wechselspiel der musikalischen Farben. Regelrecht wütend beginnt diese Scheibe – eine harte, verzerrte Gitarre, die einem mal vom rechten, mal vom linken Lautsprecher aus regelrecht entgegenschlägt, anspringt und zwingt hinzuhören. Auch der Gesang klingt aggressiver, aber trotzdem nicht immer ganz sauber. Ein treibender Titel, geprägt von wütender Alltagshektik.

Die folgenden Songs schalten dann erst einmal ein paar Gänge zurück. Das musikalische Tempo wird gedrosselt, der Gesang klingt finsterer, nachdenklicher und irgendwie trauriger. Die Gitarren werden „entzerrt“ und bekommen wieder stärker die natürlich-akustische Ausrichtung, die ich besonders am Debut-Album des Mailänders so sehr mochte. Spätestens in solchen Momenten tut es mir leid, dass ich als jemand, der sich in der italienischen Sprache überhaupt nicht auskennt, die Aussagen der Texte nicht verstehe. Und so kann ich mich nur auf das berufen, was mir Giorgio handschriftlich in gebrochenem Deutsch dazu mitteilte, nämlich dass er auf „I Colori Che Cambiano“ auf die Gegensätzlichkeit von Wirklichkeit und Künstlichkeit, Ehrlichkeit und (Selbst-)Betrug verweist.

Übrigens bewegt sich der Zeitraum, in dem die Titel dieses Albums entstanden, zwischen den Jahren 2003 bis 2006, wobei die ersten acht Titel alle aus dem Jahre 2006 stammen – man muss aber feststellen, dass sich die Stimmung unabhängig vom Entstehungsjahr in das Gesamtkonzept des Albums ausgezeichnet einpasst. Dagegen erscheint dann eher etwas seltsam, dass die letzten beiden Tracks reine Instrumentaltitel sind. „Il Sentiero Magico“ lebt von wundervollem Klavierspiel, das dann von elektronischen Keyboardklängen begleitet wird, während der längste Titel des gesamten Albums „Fuga Dal Nulla Verso Qualcosa“ ziemlich bombastisch daherkommt und im Mittelteil ein paar regelrecht hymnische Momente verpasst bekommt. Mal wieder ein gelungener Abschluss für das lila-gelbe Album, das insgesamt (besonders zwischen Titel 2 bis 11) etwas zu eintönig ausgefallen ist.

FAZIT: Im Gegensatz zu „Oasi Di Cemento“, wo deutlicher dem (gothischen) New Wave gefrönt wurde, gibt es hier liedhaften Rock mit Hang zu Traurigkeit und etwas Düsternis zu hören, ähnlich wie man es auf den depressiveren Songs von Bands wie JOY DIVISION oder den COCTEAU TWINS kennt. Denn fast jeder Titel hat diese typische Synthi-Basis, die zwar im Hintergrund eine Fläche bildet, aber immer auch die jeweilige Stimmung untermalt. Und diese Stimmungen sind lila und gelb. Farben, die man nicht mögen muss, die aber in ihrer Intensität provozieren – Gleiches gilt für „I Colori Che Cambiano“.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1843x gelesen, veröffentlicht am )

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8 Punkte
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Tracklist:
  • Se tu lo vuoi
  • Insaziabile
  • Aquilone
  • Risorgerai
  • Emozioni meccaniche
  • Vero
  • La nebbia
  • Re Smeraldo
  • Un mondo di plastica
  • Correre
  • I colori che cambiano
  • I sentimenti che si avverano
  • Il sentiero magico
  • Fuga dal nulla verso qualcosa

Besetzung:

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