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Ralf Hubert (Mekong Delta) im Musikreviews-Blog

Lumsk: Det Vilde Kor (Review)

Artist:

Lumsk

Album:

Det Vilde Kor

Medium: CD
Stil:

Folk / Prog

Label: Tabu/Soulfood
Spieldauer: 39:33
Erschienen: 2007
Website: [ Link ]

Lumsk: Det Vilde Kor

Die Norweger LUMSK haben auf ihrem neuen Album Werke ihres Nationaldichters Knut Hamsun vertont. Dafür, dass es allein von ihrem Tastenmann Espen geschrieben wurde, ist es ein reich instrumentiertes wie großartig arrangiertes Teil zwischen Folk, Rock und progressivem Allerlei geworden.

Außer dem vierteiligen „Svend Herlufsens Ord“ sind die Stücke kurz gehalten und bieten doch viele Klangfarben. „Det Vilde Kor“ ist stetig im Wandel und vorbei, ehe man sich versieht. Der narrative Charakter resultiert in einem der wenigen fremdsprachlichen Alben, bei denen ich mir das Verstehen der Texte wünschen würde. Daran hat Sängerin Stine Schuld, weil ihre gefühlvolle Interpretation der Gedichte emotional greifbar ist. Im Singlestück „Om Hundrede Aar Er Alting Glemt“ glänzt sie im Duett mit dem in ihrer Heimat bekannten Ola Bremnes vor einem einnehmenden Hintergrund aus zunächst Orgeln, dann sachten Gitarren sowie der immer wieder verspielt-songdienlich aufspielenden Rhythmusgruppe. Schließlich gesellt sich die Geige hinzu, die – teils knorrig gestrichen – dem edlen Sound eine waldige Komponente hinzufügt. Scheinbar sind LUMSK zu Hause eine größere Nummer als andernorts, doch mit pseudo-authentischem Hochglanzfolk für die Charts haben sie nichts gemein – dazu sind ihre Einflüsse wohl auch zu vielfältig, denn prinzipiell ist ihre Musik weniger auf urige Lagerfeuer-Atmosphäre bedacht als auf im folkloristischen Sinn umgesetztes Klassik-Verständnis. Die verschiedenen Instrumentalgruppen wechseln sich im Vordergrund ab wie in sinfonischen Sätzen, doch der Sound bleibt kompakt und überwiegend Rock-Hörern vorbehalten – alleine schon durch die wunderbaren Analogkeyboards und selten, aber dann richtig bratende Gitarren...Schon gewusst, wie heavy verzerrte Gitarren mit Schifferklavier im Verbund klingen können?

Selten entdeckt man in 40 Minuten so viel wie auf dieser Platte: Naturburschen-Kost, Progressive Rock, Indie-Glückseligkeit, Pianoballaden im Kunstlied-Stil sowie operettenhafte Vocals zu einer bläsergetränkten Variete-Show – nicht zu vergessen sakrale Choräle. Das ist alles klasse umgesetzt und dient nicht dem Selbstzweck, sondern veredelt eingängige bis episodenhafte Tracks, die Spaß machen wie berühren können – abseits der gängigen Schubladen und Songstrukturen, jedoch trotzdem unkompliziert. Tolle Sache!

FAZIT: LUMSK sind eine dicke Empfehlung für alle, die nicht genug von skandinavischer Musizierkunst a la Paatos und Landberk, Anekdoten und White Willow bekommen können und dabei dankend auf distanzierte Kälte wie Avantgardismus verzichten möchten - Nordic Folk im besten Sinne, wäre dieser Terminus nicht für ungleich verstiegenere Sounds reserviert.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 681x gelesen, veröffentlicht am 01.02.2008)
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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Diset Kvaeld
  • Om Hundrede Aar Er Alting Glemt
  • Hostnat
  • Paa Hvaeelvet
  • Lad Spille Med Vaar Over Jorden
  • Duttens Vise
  • Svend Herlufsens Ord
  • Godnat Herinde
  • Skaergaardso

Besetzung:

  • Bass - Espen Hammer
  • Gesang - Stine Mari Langstrand
  • Gitarre - Ketil Saeter, Eystein Garberg
  • Keys - Espen W. Goldo
  • Schlagzeug - Vidar Berg
  • Sonstige - Espen W. Goldo (organ, mellotron), Siv Lena W. Lautug (violin)

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