Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Vainglory: Vainglory (Review)

Artist:

Vainglory

Vainglory: Vainglory
Album:

Vainglory

Medium: CD
Stil:

US-Power Metal

Label: MTM Music
Spieldauer: 66:19
Erschienen: 2007
Website: [Link]

Wer kann sich noch an Kracher wie "Mystery Of Illusion" oder "Ruler Of The Wasteland" erinnern und kommt bei Erwähnung dieser US-Metal-Perlen der Achtziger ins Schwärmen? Solltet ihr dazugehören und auch die späteren CHASTAIN-Alben zu würdigen wissen, seid ihr hier goldrichtig - aber nicht nur dann. Diese Band stammt nämlich (zumindest ursprünglich) aus dem Umfeld von Mastermind und Guitarhero David T. Chastain, der das VAINGLORY-Debüt, ein Konzeptalbum aus dem Jahr 2001 namens "2050", produziert und über sein Label Leviathan Records veröffentlicht hat (damals noch mit männlichem Gesang). Hier scheint er diesmal zwar nicht beteiligt zu sein, dennoch steht der Fünfer aus Georgia jetzt erst recht bereit, die Lücke, die die Band CHASTAIN seit längerem nur noch sporadisch füllt (in den letzten zehn Jahren erschien gerade mal ein Album, "In An Outrage" von 2004), adäquat zu schließen.

Dies liegt nicht nur daran, dass der hiesige Hauptaktivist und Songschreiber Corbin King gitarren- und frickeltechnisch zweifellos in die Fußstapfen des Altmeisters tritt, sondern mehr noch, weil sich hier niemand anderes als CHASTAIN-Frontröhre Kate French am Mikrofon austobt. Ebenso wie sie ab Mitte der 90er mit ihrem Einstieg auf dem "Sick Society"-Album zur Überraschung vieler in der Lage war, ihre Vorgängerin Leather Leone, die noch die o. a. Klassiker entscheidend mitgeprägt hat, ohne Wertverlust zu ersetzen, kann sie auch bei VAINGLORY auf Anhieb begeistern und wird wieder einige Unwissende in Staunen versetzten. Es ist nämlich immer wieder faszinierend, was sich hinter dem hübschen Äußeren für ein kraftvoll herber Gesang verbirgt, der rein gar nichts mit der derzeitigen Heerschar becircender Metal- und Gothicelfen zu tun hat. Im "normalen" Metalbereich (also fern jeglicher Growls) fällt mir spontan höchstens noch Veronica Freeman von BENEDICTUM ein, die in diesen Gefilden derzeit ein ähnlich gute Figur macht, auch wenn deren Stimme doch noch etwas sanfter und melodischer ist.

Auch stilistisch gehen es VAINGLORY um einiges deftiger an als ihre Landsleute, ebenso lässt man die letzten CHASTAIN-Werke härtetechnisch und in Hinsicht auf die Durchschnittsgeschwindigkeit locker hinter sich. Es wird hier nämlich überwiegend das volle Brett gefahren, geschreddert und soliert ohne Ende und fast durchgehend die Doublebass beackert. Ein Speedster folgt dem nächsten und stellt den Power Metal erprobten Nacken auf eine harte Probe. Wie eine brachiale Version der frühen VICIOUS RUMORS (mit deren Rhythmusabteilung die Sängerin ja zuletzt auch bei CHASTAIN gearbeitet hat) knallen Songs wie "Walking Death", "Burdened" und "Face Of Death" filigran aus den Boxen und auch an andere Szenegrößen wie METAL CHURCH und durch den hohen Speed-Anteil mehr noch an REVEREND fühlt man sich häufig erinnert. Für die eigene Note sorgt dabei dann alleine schon der kratzbürstige Gesang der blonden Stimmgewalt.

Manchmal ertappt man sich bei aller Begeisterung kurz dabei, wie man sich nach einer weiteren Atempause sehnt, wie sie das abwechslungsreiche "Undying Love" in seinen ruhigen Phasen bietet, denn selbst ein etwas gemäßigterer Stampfer wie "Midnight Hellfire" ist auf dieser galoppierenden Scheibe die Ausnahme. Diese kurzen Zweifel wischen zwar die nächsten großartigen Leads schon bald beiseite, dennoch könnte die Band zukünftig durch variableres Songwriting durchaus noch an Beachtung gewinnen. Auch die Qualitäten von Kate French könnten durch die ein oder andere prägnantere Melodie noch besser zur Geltung kommen, da sie hier in der etwas dumpfen Produktion manchmal zu weit hinten steht und es gegen das ballernde Schlagzeug und die schneidenden Riffs mitunter etwas schwer hat. Diese kleinen Anmerkungen sollen jedoch keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, dass VAINGLORY hier eine Power Metal-Granate abfeuern, die jeden Genregourmet eigentlich nur begeistern kann. Den letzten Zweiflern sei empfohlen, auf der MySpace-Seite der Band einige Songs und das Video zu "Burdened" anzutesten.

FAZIT: Auf diesem Kraftpaket regieren die Axt, brachiale Rhythmen und eine der markantesten Stimmen im Metalbereich. Eine tolle Entdeckung für Fans filigran rasanten US-Metals - und für CHASTAIN-Bewunderer sowieso. [Album bei Amazon kaufen]

Lars Schuckar (Info) (Review 2505x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Walking Dead
  • Burdened
  • The Only Way I Know
  • Face Of Death
  • Midnight Hellfire
  • Undying Love
  • Decapitation Attack
  • Act Of God
  • Vainglory
  • Endlessly
  • Blackened Soul
  • My Living Hell

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Vervollständige: Wer anderen eine ___ gräbt, fällt selbst hinein.

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!