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Agrypnie: Exit (Review)

Artist:

Agrypnie

Agrypnie: Exit
Album:

Exit

Medium: CD
Stil:

Melodischer Black Metal

Label: SCR/Soulfood
Spieldauer: 62:43
Erschienen: 08.08.2008
Website: [Link]

Die verkannten Nocte Obducta sind passé, da hat Sänger Torsten bereits das zweite Album seines Solodings im Kasten, das sich wie die Exband vom schwarzmetallischen Einerlei abhebt und trotzdem nicht exotisch klingt. AGRYPNIE spielen schlicht melodischen Black Metal mit guten deutschen Texten, den man in Ermanglung satanischen Quarks eigentlich gar nicht ins Milchfach stecken darf, wo getünchte Bubis ihr Dasein unter dem Gehörnten fristen.

Hirsch ist alleiniger Macher und greift bloß Live auf zwei Klampfer zurück. Wo seine Kompositionen immens abwechslungsreich und dennoch stets fließend sind, hinkt seine gesangliche Flexibilität hinterher, da er sich nur schreiend bis knurrend der Genreprogrammatik bedient. Musikalisch verweisen AGRYPNIE auf die mittleren Neunziger. “Mauern” führt akustisch ein und entwickelt sich mit all seinem Drama und ganz hymnisch zur Blaupause eines für die Band typischen Tracks. Das nachfolgende “Die Last der Erinnerung” interpretiert diesen Duktus getragen und melancholisch, denn auch der verdrossene Kampfesausdruck kennt bisweilen die Resignation. Cleane Leadgitarren passen dazu ebenso gut - in weiten Teilen auch gerne gesangsfrei, höre “Das Fenster zum Hof” - wie regelrechte Raserei, die in “Während du schläfst” neben ein wenig vertrackten Rhythmen zum Ausdruck kommt. Die Hooks, die verbraten werden, verpuffen ob der erwähnten Ausdrucksschwäche des Sängers, was beim Schlepper “Schwarz” schade ist und noch vielmehr beim wavig-verhallten “In den Weiten”, welches in seiner Bildhaftigkeit fürwahr bis hinter den Horizont blicken lässt.

AGRYPNIE klingen zumeist hinsichtlich ihrer Melodik schwedisch, aber nicht so kalt, wie man es dort im letzten Jahrzehnt praktiziert hat. Ihre Stücke wirken wegen des Gesangs meist zu lang - sie werden von den reichhaltigen Ideen getragen, nicht aber vom Frontmann, der musikalisch innerhalb der Genregrenzen immer wieder nicht abgegriffene Muster anwenden kann und Klischees umgeht.

FAZIT: Nicht abgeschmackter Black Metal als Musik, nicht Ideologie, bieten AGRYPNIE. So lesenswert ihre Lyrics sind, so unzureichend ist allerdings ihre Darbietung - dies als einziger Kritikpunkt einer guten wie originellen Platte.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 4632x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
10 Punkte
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Tracklist:
  • Mauern
  • Die Last der Erinnerung
  • Zivilisation
  • 0545
  • Fenster zum Hof
  • Wohin
  • Während du schläfst
  • Schwarz
  • RH40.2
  • In den Weiten
  • Exit

Besetzung:

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