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Ilium: Vespertilion (Review)

Artist:

Ilium

Ilium: Vespertilion
Album:

Vespertilion

Medium: CD
Stil:

Melodic Power Metal

Label: Just Say Rock Records (Import)
Spieldauer: 62:45
Erschienen: 01.12.2007
Website: [Link]

Jetzt gibt es die Power-Metaller aus Australien auch bereits seit zehn Jahren, in denen sie zwei, zumindest von der Zielgruppe hoch honorierte Alben (sowie eine EP) vorzuweisen haben und dennoch ist der Name ILIUM immer noch nicht im allgemeinen Bewusstsein der Metal-Gemeinde angekommen. Vielmehr scheint es so, als hätte die Band aus Newcastle in unseren Kreisen gar wieder etwas ihrer kleinen, aber intensiven und mehr als verdienten Reputation verloren, denn während die beiden Vorgänger noch über das italienische Label Steelheart Records erschienen sind, ist ihr aktuelles, schon seit einigen Monaten in Übersee veröffentlichte Album "Vespertilion" bisher in Europa nicht offiziell erhältlich. Qualitativ ist das ganz sicher nicht begründet und auch nicht zu erklären, so viel vorweg.

Innerhalb der Band scheint aber auch immer noch einiges schief zu laufen. Die Liste der ehemaligen Mitglieder ist mittlerweile ellenlang und irgendwie will sich keine Stabilität im Line-Up einstellen. Von der Urbesetzung sind längst nur noch die beiden Gitarristen Jason Hodges und Adam Smith übrig (letzterer hat diesmal auch komplett den Bass übernommen) und nicht nur für den Drumhocker scheint sich partout kein fester Mitstreiter zu finden. Denn auch wenn auf diesem Album noch der ehemalige DUNGEON-Sänger "Lord" Tim Grose zu hören ist, der ursprünglich nur für die Produktion bei ILIUM zuständig war, hat sich auch dieser nach den Aufnahmen zu "Vespertilion" mittlerweile wieder verabschiedet, um sich anderen Projekten (u.a. wieder mit LORD) zu widmen. Könnt Ihr also singen und habt Interesse, Euch auf dem fünften Kontinent niederzulassen?

Das Erbe wird allerdings nicht einfach werden, denn der "adelige" Sänger macht mit seiner kraftvoll-melodischen Stimme bekanntlich einiges her und passt auch bestens zum Stil von ILIUM, der auch gar nicht so weit von dem der verblichenen und zu Lebzeiten ebenfalls stets unterschätzten DUNGEON, aber auch von noch aktiven Landsmännern wie BLACK MAJESTY weg ist. Wie schon auf dem Vorgänger "Permian Dusk", zu dem zumindest bezüglich des dortigen Covers mit seinen bunten Echsen schon mal eine deutliche Steigerung zu vermelden ist, gibt sich der Frontmann trotz einiger hoher Schreie (wie etwa im Opener) erfreulich unheroisch und steht den Songs nicht zu weit vor, sondern ist vielmehr weitgehend in den dichten Bandsound eingebunden.

Dieser erscheint in seiner Breite zwischen Power und schnellem Melodic Metal noch intensiver und detaillierter als zuvor, was sich nicht zuletzt in der monumentalen Länge einiger Songs bemerkbar macht. Schon zum Einstieg entwickelt sich "Solar Amplexus" nach instrumental epischer Einleitung zu einem fast zehnminütigen Power-Track der ICED EARTH-Kategorie, bei dem neben einigen jubilierenden Keyboard-Passagen und den galoppierenden Drums mehr noch die ausgiebigen Gitarrenstrecken bestechen. Diese sind dann zusammen mit den von ILIUM bereits bekannten IRON MAIDEN-artigen Leads auch für das Gesamtbild des Albums prägend.

Während das folgende "Undergods" mit seinem harmonischen Refrain zu den griffigsten Songs der Scheibe gehört, bietet sich bereits mit "Desinence: Beowulf And The Serpent" ein prächtiges Beispiel für das ambitionierte Songwriting der beiden Bandleader. Mit diesem wird eine inhaltlich zusammenhängende Trilogie fortgeführt, die auf dem Debüt mit "Incipience: Beowulf Defeats Grendel" begann und hier später mit "Beowulf: The Peroration" noch seinen Abschluss finden wird. Musikalisch geht es dabei durchaus auch in Richtung JAG PANZER, an die man ebenfalls noch bei einem Song wie "Parasite In Calvary" denken darf. Die schnellen "Futility" und "Black Abyss" bringen hingegen nicht zuletzt durch den verstärkten Keyboard-Anteil die skandinavische Sympho-Speed-Schule mit ein und auch Fans von HAMMERFALL werden hier nicht weghören.

Für Abwechslung ist also definitiv gesorgt. Dadurch, dass die Songs in sich recht komplex ausfallen (ohne, dass wir es hier mit Prog Metal zu tun hätten) und die Band selten schnell auf den Punkt kommt, ist "Vespertilion" dabei nicht gerade leicht zugänglich und benötigt schon einige Durchläufe, bis es komplett wirkt. Bei der Anzahl der Hooks kann man im Hause ILIUM also durchaus noch zulegen. Dass sie es aber auch auf diesem Sektor können, beweisen sie gegen Ende noch mal deutlich mit dem Schlussteil der Beowulf-Geschichte und seinem ausladend-melodischen Refrain, sowie mit dem hymnischen Titelsong, bei dem ICED EARTH nochmals deutlich grüßen lassen.

FAZIT: Die Australier bieten auch auf ihrem dritten Longplayer musikalisch wie textlich detailliert arrangierten Power Metal, der bei deutlichem Bezug zur kontinentalübergreifenden Tradition im Sinne von IRON MAIDEN über HELLOWEEN bis ICED EARTH erstaunlich klischeefrei bleibt. Wem also der Sinn nach klassischen Heavy Metal mit Tiefgang und in zeitgemäßer Ausstattung steht, wird mit "Vespertilion" bestens versorgt und kann das Album zur Zeit noch über die MySpace-Seite der Band beziehen, zu der ihr über obigen Link gelangt. Ein Europa-Release sollte aber hoffentlich ebenfalls nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Lars Schuckar (Info) (Review 3830x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Solar Amplexusx
  • Undergods
  • Desinence: Beowulf And The Serpent
  • Drilling Through A Proton
  • Parasite In Calvary
  • Futility
  • Black Abyss
  • Beowulf: The Peroration
  • Vespertilion
  • Romulus And Remus

Besetzung:

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