Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Hour Of The Shipwreck: The Hour Is Upon Us (Review)

Artist:

Hour Of The Shipwreck

Hour Of The Shipwreck: The Hour Is Upon Us
Album:

The Hour Is Upon Us

Medium: CD
Stil:

Düsterer Prog-Rock für Titanic-Liebhaber

Label: Just For Kicks
Spieldauer: 45:20
Erschienen: 05.09.2009
Website: [Link]

Unsereins entwickelt seine wahre Faszination an und die Leidenschaft für Schiffe(n) wohl immer dann, wenn sie nach einem dramatischen Unglück irgendwo untergehen und einen Haufen Menschenleben mit sich ins ewige Nass ziehen. Bei Musik sollte sich das genau umgekehrt verhalten, denn wenn eine Band oder ein Album den „totalen Schiffbruch“ erleidet, kann man sie genauso abschreiben, wie die aufgedunsenen Wasserleichen, die nur noch als Haifischfutter was taugen.

Vielleicht beugen HOUR OF THE SHIPWRECK einfach nur für diese Situation vor, indem sie sich solch einen Namen verpassen und „The Hour Is Upon Us“ ähnlich wie die Titanic, die Gustloff oder die Estonia untergeht. Im Grunde jedoch unterwirft sich diese amerikanische Band um Richie Kohan, die den Spagat zwischen Gothic und (neo-)progressiver (Post-)Rockmusik wagt, von vornherein einer extremen Limitierung. Wer so heißt, der muss auch finster klingen, epische Klanglandschaften voller Düsternis basteln und seinem Hang für die dunklen Stunden des Lebens, in denen man darüber nachdenkt, welches wohl die interessanteste Inschrift auf dem eigenen Grabstein sein könnte, frönen. Hier nun kommt das passende Album für alle Momente der inneren Unzufriedenheit. Eine Titanic-CD also, die absäuft? Nicht in jederlei Beziehung!

HOUR OF THE SHIPWRECK dürfte man guten Gewissens auch eine amerikanische Band mit dem schwedischem Phänomen der ANEKDOTEN bezeichnen. Denn in typischer Manier erklingen auf „The Hour Is Upon Us“ epische Kleinkunstwerke voller symphonischer Elemente und riesiger Chorgesänge, die oftmals mit brachialer Gewalt auf Post-Rock-Breitwände krachen. Für diese insgesamt sieben Mini-Epen lassen sich die Mannen um Multiinstrumentalist, und leider auch Sänger, Richie Kohan zwischen 5 und 8 Minuten Zeit. Dass bei solchen Klängen auch Celli zum umfangreichen Einsatz kommen müssen, ist wohl selbstverständlich.

Musik dieser Art muss doch irgendwoher ihre Inspiration beziehen. Das leider nicht vorhandene Booklet, sondern nur einseitige Einlegeblatt, gibt in eng beschriebenen Zeilen sogar darüber Auskunft: PETER JACKSON, J.R.R. TOLKIEN, WALT DISNEY (????) und der Zeichner HAYAO MIYAZAKI. Wie diese Bilder in etwa aussehen, wird bei einem Blick auf das Vordercover der CD eindrücklich ersichtlich.

Musikalische Hausnummern gibt’s neben der eindeutigen ANEKDOTEN-Adresse auch noch weitere – in den ruhigeren Momenten frühe CLANNAD & MÚM oder ein klein wenig RADIOHEAD und in den harten Passagen NIGHTWISH oder (besonders im letzten Titel) KING CRIMSON.

Allerdings sollte man nie vergessen, dass diese Schiffbrüchigen sich eben auf die Moll-Akkorde geeinigt haben und so richtige Stimmung nicht aufkommen will. Auch der Gesang, weinerlich und größtenteils zart hingehaucht, der manchmal etwas Eunuchenhaftes hat, haut einen noch nicht mal mehr vom Barhocker. Reiner Atmo(sphärischer)-Rock, ideal geeignet für den nächsten Schiffbruch? Oder nichts weiter als pathosgeschwängerte Musik für Menschen, die freudvoll den Tag genießen, ohne sich von ihren notorischen Albträumen unterkriegen zu lassen? Das Fazit gibt Auskunft.

FAZIT: Band-Selbstauskunft: „HOUR OF THE SHIPWRECK sind die Inkarnation reiner Phantasie. Verloren in einer viktorianischen Welt des Barocks, zwar furchterregend und dunkel, doch auch komfortabel und berauschend, ein Land der Skelette, Piratenschiffe und Weidenbaumwälder. Traum und Albtraum zugleich, die sich in die Wirklichkeit einschleichen … und in den dunkelsten Harmonien erklingen.“ Das erinnert sehr an den „Fluch der Karibik“, nur glücklicherweise hatte der Film auch Sinn für Humor, was dummerweise „The Hour Is Upon Us“ völlig abgeht. Exemplarisch dafür sind die letzten hingehauchten Worte des Albums: „Come drown with me!“ – nein danke!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1895x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 7 von 15 Punkten [?]
7 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • The Chandelier Suite
  • Save The World
  • My Fantasy
  • Soft Napalm Pillow Dreams
  • Mt. Davidson
  • Flying
  • Unclouded Eyes

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Welche Farbe hat eine Erdbeere?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!