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Native Window: Native Window (Review)

Artist:

Native Window

Native Window: Native Window
Album:

Native Window

Medium: CD
Stil:

Melodic Country Rock

Label: InsideOut Music/ EMI
Spieldauer: 41:20
Erschienen: 13.11.2009
Website: [Link]

NATIVE WINDOW – das sind KANSAS ohne Steve Walsh und Kerry Livgren. So wird gerne kolportiert. Klar. Schneide einer Schlange den Kopf ab, und du hast immer noch eine Schlange; oder doch nur ein totes Reptil ohne Kopf? Entferne Jeff Lynne aus E.L.O. und du hast E.L.O II. Lass Peter Gabriel und Steve Hackett außen vor und du hast – eine erfolgreiche Band. Aber GENESIS? Lassen wir das...

Fakt ist, dass Walsh und Livgren keine Lust mehr haben, neue Songs für KANSAS zu schreiben. Was die restlichen Mitstreiter bewog, es ohne die beiden zu versuchen. Nicht als KANSAS, die ja immer noch als Tourband durchaus erfolgreich sind, und die ein und andere DVD/ CD veröffentlichen; sondern parallel als NATIVE WINDOW. Doch was kommt dabei heraus, wenn man weiter macht wie gewohnt, ohne die beiden Hauptsonglieferanten und vor allem ohne die markante Stimme, die KANSAS normalerweise vorsteht?

Das Positive zuerst: Billy Greer gibt einen passablen, wenn auch nicht überwältigenden Stellvertreter ab. David Ragsdales Violine wird relativ breiter Raum zugebilligt – und ist damit für die herausragenden musikalischen Momente zuständig. Keyboards spielen keine Rolle, Ehart und Williams agieren gewohnt solide. Bleibt die Frage nach dem Songmaterial.

Zehn Stücke in 41 Minuten legen beredtes Zeugnis davon ab, dass progressive Exkursionen auf dem KANSAS Spin-Off keine Fürsprecher finden. Man orientiert sich an den wenig experimentierfreudigen Songs der 80er. Allzu platt-posierender Hardrock wird zwar vermieden, aber herausragend sind die gespielten Melodien auch nicht. Das ist mehrheitlich handwerklich solider Melodic Rock, der sich hauptsächlich im Midtempo-Bereich aufhält, manchmal die Geschwindigkeit sogar drosselt, um in schmaler „Dust in The Wind“-Spur herum zu torkeln („The Light Of Day“). Es gibt zwar Schlimmeres in diesem Segment (marktwirtschaftliches Vokabular einfließen zu lassen, bietet sich an, denn für des Bänkers-mit-Musikladen-Vergangenheit-Mittagspause ist NATIVE WINDOW vermutlich ein Labsal), aber Songs wie der überaus schlichte Country-Rocker „The Moment“, mit seinem noch einfältigeren Refrain, zehren vehement an den Nerven. Wenn nicht David Ragsdale gelegentlich für Entspannung sorgen würde.

FAZIT: Wenn mein Vater Trucker wäre und mein liebes Mütterlein die entsprechende Kneipe dazu betreiben würde, dann wäre NATIVE WINDOWs Debüt die Scheibe, die jeden Abend zum Kehraus der Sägespäne gespielt würde.
Hier werden Erinnerungen an schlimme AOR-Auswüchse geweckt, vornehmlich der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, ohne selbst gar so schlimm zu sein. Dicken Dank an David Ragsdales Violine und den ein oder anderen netten musikalischen Einfall, die den Aufbruch gediegener Musiker in seichte Gefilde, nicht zum Komplettabsturz ins matschige Moor des melodischen Mainstreamrocks werden lassen.

Ich lege jetzt erst mal die remasterte „Two For The Show“ Doppel-CD von KANSAS ein und lasse NATIVE WINDOW sacken. Wohin auch immer. Tippe auf’s Vergessen.

Jochen König (Info) (Review 2755x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 7 von 15 Punkten [?]
7 Punkte
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Tracklist:
  • Money
  • Still (We Will Go On)
  • Surrender
  • The Way You Haunt Me
  • Light Of Day
  • Blood In The Water
  • An Ocean Away
  • Miss Me
  • Got To Get Out Of This Town
  • The Moment

Besetzung:

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