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Ray Wilson: Propaganda Man (Review)

Artist:

Ray Wilson

Ray Wilson: Propaganda Man
Album:

Propaganda Man

Medium: CD
Stil:

Singer-Songwriter

Label: Ray Wilson Ltd
Spieldauer: 44:31
Erschienen: 17.04.2009
Website: [Link]

Ray Wilson muss ein glücklicherer Mensch geworden sein, nachdem er zusammen mit GENESIS den Flopp „Calling All Stations“ eingesungen und danach seinen Hut genommen hatte. Eine Band, die ihren künstlerischen Zenit schon vor Äonen überschritten hatte und nach dem Ausstieg Phil Collins verzweifelt versuchte, zumindest noch kommerziell erfolgreich zu sein, solch eine Band ist sicher kein Ort für einen Musiker, den es drängt, sich auszudrücken, seine Visionen zu verwirklichen.

Ray Wilson ist nach dem härteren STILTSKIN-Album „She“ zu ruhigerem Material zurückgekehrt. Singer-Songwriter-Musik kann mit alberner Lagerfeuer-Romantik und trivialen Songstrukturen gehörig auf die Neven gehen, deswegen ist es umso erfreulicher, dass RAY WILSON mit vielschichtigen Arrangements und einer erstaunlich düster-bedrückten Grundstimmung kein Klischeefeuerwerk veröffentlicht, sondern anrührende Musik mit viel persönlichen Stimmungen, die in einsamen Stunden durch den Kopf wandern, die jeder nachvollziehen und empfinden kann.

Die Songs werden getragen von akustischer Gitarre, Piano und auch Akkordeon. Wilsons tiefe, klangvolle Stimme thront mit intensiver Präsenz über jeder Komposition. „Propaganda Man“ enthält keine Ohrwurm-Hits, die mit penetranter Eingängigkeit im Ohr festkleben. Nach ersten Hördurchläufen ist das Songmaterial gefällig, mit jedem weiteren Durchlauf wachsen die Stücke. Die meisten Tracks verfügen über einen geschickten Spannungsaufbau, was ruhig, atmosphärisch oder traurig beginnt, entfaltet sich, weitet sich, die Gitarren spielen lauter auf, der Gesang wird kräftiger. Als Beispiel sei hier „Things Don’t Stop“ genannt, das wie eine düstere Vorahnung fast schon depressiv startet, sich nach und nach steigert und sich am Ende selbst erlöst mit wuchtigem Schlagzeug und einem dramatisch-emotionalen E-Gitarrensolo. RAY WILSON spielt geschickt mit den Stilmitteln des Genres und holt dabei so viel Abwechslung heraus, dass man gar nicht mehr von reinem Singer-Songwriter sprechen möchte.

FAZIT: Auch, wenn zwei, drei Songs etwas unspektakulär am Ohr vorbeilaufen, ist „Propaganda Man“ dennoch ein empfehlenswertes Werk, das ruhig-dunkles und melancholisches Songmaterial bietet, welches gefühlvolles Spiel der Akustischen vereint mit wohldosiert eingestreuten Solo-Ausbrüchen der E-Gitarre. Sympathische Texte, die nicht bloß läppische Befindlichkeits-Lyrik bieten, runden dieses Album angenehm ab.

Propaganda Man“ erschien bereits 2008, war aber nur bei Konzerten und über Wilsons Website zu beziehen. Jetzt können auch Web-Phobiker und Live-Abstinenzler das Album problemlos einkaufen.

Nils Herzog (Info) (Review 5199x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
10 Punkte
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Tracklist:
  • Bless Me
  • Lately
  • The Brakes Are Gone
  • Razorlite
  • Propaganda Man
  • Frequency
  • Modern Day Miracle
  • Cosmic Baby
  • Things Don't Stop
  • More Propaganda
  • On The Other Side

Besetzung:

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