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Sturmgeist: Manifesto Futurista (Review)

Artist:

Sturmgeist

Sturmgeist: Manifesto Futurista
Album:

Manifesto Futurista

Medium: CD
Stil:

Black Metal

Label: Inhuman Records
Spieldauer: 38:14
Erschienen: 14.08.2009
Website: [Link]

STURMGEIST? Da war doch was, ja genau, diese etwas obskure CD namens „Über“, erschienen 2006, mit dieser kruden Mischung aus Blackmetal und Tanztempelgrooves, seltsamen zum Teil deutschen Texten, etwas wirr und unausgegoren, aber doch so beeindruckend, dass sie im Kopf geblieben ist.

Schon damals faszinierte mich die Konsequenz, mit der Cornelius Jakhelln, Mastermind hinter STURMGEIST, seine Vision vom Leben und Kunst verfolgte. In Oslo geboren,danach längere Zeit in Mailand und Paris lebend und studierend, hat er sich jetzt in Berlin, für ihn die Kunsthauptstadt Europas, niedergelassen. Jakhelln hat sich nicht nur als Musiker sondern auch als Schriftsteller einen Namen gemacht, wobei seine Bekanntheit unter Metalheads wahrscheinlich auf seiner Arbeit mit SOLEFALD gründet, während sein Elektroprojekt G.U.T. eher noch unbekannt sein dürfte.

Aber genug der Heldenverehrung, Jakhelln hatte in den letzten Jahren nämlich reichlich unerwartete und sicherlich so unerwünschte Aufmerksamkeit durch den Amoklauf eines finnischen Schülers mit letztendlich 9 Toten im Winter 2007, dessen You Tube-Lock-In „Sturmgeist 89“ war. Das solch widerwärtige Tat nicht spurlos an Jakhelln vorübergegangen ist, merkt man „Manifesto Futurista“ von der ersten bis letzten Sekunde an. Vorbei die Zeit der Tanzgrooves und Spaßtexte, hier herrscht wütender Black Metal ohne jeden Firlefanz, überwiegend rasend schnell gespielt und genretypisch mit einer gewissen Monotonie in den Gitarrenriffs, deren aber durchaus vorhandene Variationen dezent und effektvoll sind, beispielsweise macht schon der Breakdown in den verhältnismäßig melodischen Chorus des Opener „Monolith“ den Song zu einem Ohrwurm.

Jakhelln ist klug genug, für ausreichende Abwechslung im Verlauf von „Manifesto Futurista“ zu sorgen, indem er Ausflüge in musikalisch verwandte Gefilde macht, so erinnert „The Siegfried Order“ von der Melodieführung her an schwarzmetallisch angestrichene NWoBHM und das ruhige Zwischenspiel „Ritorno Glorioso“ ist tief in klassischer Musik verwurzelt, um sofort wieder von der Old School Black Metal Attacke „Manifesto Futurista“ vernichtet zu werden. Inhaltlich hat Jakhelln wie auch schon auf den Vorgängeralben Durchdachtes zu bieten, so schreibt er treffend und zusammenfassend im Cover des ausgesprochen gut gestalteten Digipacks, welches zudem nummeriert und handsigniert daherkommt: „I speak of war but pray for peace.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

FAZIT: Auf „Manifesto Futurista“ lässt STURMGEIST seine Elektro- und Keyboardspielereien hinter sich und präsentiert ein böses und atemraubendes Black Metal Album, welches so viele Variationen und Tiefgang bietet, dass es vom Sound vergleichbare Bands wie alte MARDUK oder DARK FUNERAL blass und langweilig aussehen lässt. Sicher sind STURMGEIST noch eine verhältnismäßig unbekannte Band, aber mit „Manifesto Futurista“ sollte sich das zumindest in einer besseren Welt zügig ändern. Überdurchschnittliche Scheibe, deren künstlerischer Aspekt niemanden abschrecken sollte.

Dr. O. (Info) (Review 1977x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Monolith
  • Himmelen Faller
  • The Siegfried Order
  • Skyggestrykerene
  • Verdun
  • Elegie D'une Modernite Meurtriere
  • Ritorno Glorioso
  • Manifesto Futurista
  • Sturmgeist_89
  • Let Us Be The Suns Of Our Time
  • Death Metal Baroque

Besetzung:

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