Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Giant: Promised Land (Review)

Artist:

Giant

Giant: Promised Land
Album:

Promised Land

Medium: CD
Stil:

AOR / Melodic-Rock

Label: Frontiers Records
Spieldauer: 57:01
Erschienen: 26.02.2010
Website: [Link]

Das Jahr beginnt in Sachen Hardrock und Melodic-Rock mehr als beachtlich. Neben kommenden Veröffentlichungen von KEEL, RATT, TREAT und Konsorten gibt es doch tatsächlich ein neues Album der Melodic-Rocker GIANT! Gehörten GIANT doch zur absoluten Speerspitze der melodischen Rock-Musik der späten Achtziger und frühen Neunziger. Mit dem AOR-lastigen Debut „Last Of The Runaways“ (1989) und vor allem mit dem deutlich härteren „Time To Burn“ (1992) setzte man sich ein Denkmal und verschwand leider viel zu schnell von der Bildfläche. In Amerika mit Platin-Alben ausgezeichnete, war GIANT in Europa leider immer nur ein kleines Licht.

Der Hauptsongwriter dieser begnadeten Formation war Dann Huff, seines Zeichens einer der erfolgreichsten Session-Musiker überhaupt. Mr. Huff spielte bei nicht gerade wenigen Chart-Hits Gitarre, wie zum Beispiel bei so unterschiedlichen Künstlern wie AMY GRANT, MADONNA oder auch JOE COCKER, um nur einige zu nennen. Später war er auch als Produzent u.a. für MEGADETH erfolgreich.

Neun Jahre nachdem GIANT ihr letztes Album veröffentlichten, kam gänzlich unerwartet das sinnig betitelte „III“ auf den Markt. Zwar war das Album das bis dato schwächste, reichte aber immer noch aus, um den meisten anderen Melodic-Rock-Bands das Wasser abzugraben.

Jetzt sind erneut neun Jahre vorbei und ein weiteres Comeback von GIANT steht vor der Tür. Die Besetzung besteht nur noch aus zwei alten Gesichtern. David Huff (Bruder von Dann und Schlagzeuger) und Bassist Mike Brignardello sind als einzige Gründungsmitglieder übriggeblieben. Mein erster Schock war, dass GIANT ein Album ohne das Gitarrenspiel und vor allem ohne den markanten Gesang von Dann Huff aufgenommen haben. Die Gitarre übernahm John Roth (WINGER) und für den Gesang ist von nun an Terry Brock (Ex-STRANGEWAYS) zuständig. Das beruhigte mich dann doch ein wenig. Ist John Roth doch ein ausgesprochen guter Gitarrist und Terry Brock ein herausragender Sänger, der vor allem durch sein letztes Solo-Werk punkten konnte. Brock ist ein klassischer Melodic-Rock-Sänger und hat schon viele Alben mit seinem Organ veredelt. Doch kann das bei GIANT alles gut gehen? Stellen wir uns die Frage ein wenig später und kommen zunächst zu den einzelnen Songs. Das Album startet mit einer Coverversion des bandeigenen Hits „Believer Redux“ vom ersten und erfolgreichsten Album der Band. Der Song ist durchaus gelungen, wenn auch nicht so gut wie das Original. Alle Fans der ersten Stunde kann ich beruhigen, zwar vermisst man Dan Huffs Stimme aber Terry Brock ist wahrscheinlich der technisch versiertere Sänger und kann absolut überzeugen. Der Titelsong schafft mit seiner ruhigen Stimmung und gezielt eingesetztem Keyboard-Spiel ein gutes Wechselspiel zwischen typischem AOR-Hit und Semi-Ballade. „Never Surrender“ ist dann etwas flotter und überzeugt, auch wenn er nicht zu den stärksten Songs auf „Promised Land“ zählt.

Bei zwei Tracks - „Our Love“, einer tollen Ballade und dem abschließenden „Save Me“ (funkig angehauchter Hardrocker) - ist Bruder Dann Huff dann doch zumindest als Gast-Gitarrist und Co-Songwriter mit von der Partie.

Anspieltipps sind das hitverdächtige „I’ll Wait For You“, das durch seinen tollen Gesang und die ausgefeilte Instrumentierung punkten kann, sowie der 80er-Fun-Rocker „Plenty Of Love“.

FAZIT: Fast eine Stunde Spielzeit ist fast etwas zu lang, ein paar langsame Tracks weniger und mehr im Stil von „Plenty Of Love“ und das Album käme sogar an das geniale „W.E.T.“-Output und Melodic-Rock-Highlight von 2009 heran. Der markanteste Unterschied zu den alten GIANT ist natürlich der Sängerwechsel. Und auch, wenn ich Dann Huff hinterher trauere, muss ich zugeben, dass er durchaus gleichwertig von Terry Brock ersetzt wird. Somit können wir die eingangs gestellte Frage, ob ein neuer Sänger die Erwartungshaltung erfüllen kann, mit einem „Ja“ beantworten. Ein sinnvolles Comeback und hoffentlich nicht wieder von so kurzer Dauer wie 2001! Gemastert wurde das Album übrigens von Grammy-Gewinner Joe Palmaccio. Wenn das mal keinen guten Sound verspricht.

Andreas Schaab (Info) (Review 6532x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
10 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Believer Redux
  • Promised Land
  • Never Surrender
  • Our Love
  • Prisoner Of Love
  • Two Worlds Collide
  • Plenty Of Love
  • Through My Eyes
  • I’ll Wait For You
  • Dying To See You
  • Double Trouble
  • Complicated Man
  • Save Me

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
oliver franke
gepostet am: 06.03.2010

User-Wertung:
5 Punkte

dass man nicht einfach einen weltklasse produzenten,sänger,hauptsongwriter und markanten sessiongitarrengott ersetzen kann,wird bei diesem album klar. ist leider nur ein lauer aufguss und hat mit der super band giant so gar nix zu tun..
ein gutes beispiel dafür sind def leppard:nachdem mutt lange keine lust mehr hatte, waren die nachfolgenden alben nur noch untere mittelklasse...und das ganze def leppard gebilde brach in sich zusammen..
dann huff ist giant -giant ohne dann huff ist eine vollständig andere band und man sollte da nicht den topmarke giant draufkleben..
Christian
gepostet am: 16.05.2010

User-Wertung:
14 Punkte

Top Album, Top Songs, Top Produktion - und Oliver muss ich leider widersprechen, denn musikalisch ist dies an allen Stellen GIANT at its best!
Ich als alter STRANGEWAYS Fan freue mich natürlich, dass Terry Brock nach seinem guten Solo-Album hier auch im Bandrahmen wieder ein Forum hat. Einfach eine Hammerscheibe!
Thomas
gepostet am: 23.07.2010

Ist halt immer eine persönliche Sichweise. Mastermind Dann verkörpert tatsächlich für viele Giant. Auf jeden Fall aber ist Mr. Brock gegenwärtig eine der Rockstimmen und technisch mächtig auf Kurs. Ich würde Giant gern mal auf Tour sehen wollen, um mich festlegen zu können.
Für Terry Brock-Fans: Am 27.08.2010 kommt seine neue Solo-Rille namens "Blue Diamond" auf den Markt, die er zusammen mit Mr. Slamer poduziert hat, wie schon den Meilenstein "Nowhere Land". Mit Terry B. hat Giant tatsächlich einen echten Fang gemacht. Hoffentlicht hält's einige Zeit.
ollie franke
gepostet am: 23.07.2010

...also wie gesagt:für sich ist das sicher ein ordentliches album..
aber bitte nicht mit dem qualitätsstempel giant...
das wäre ja das gleiche als würde man auf ein ac/dc album ohne angus,oder rolling stones ohne keith den bandstempel raufdrucken-no way..
an christian:hey,ich bin absoluter strangeway fan seit der live concert ausstrahlung damals bei rtl mosh 1989..also daran liegt definitiv nicht..
man kann halt so einen weltklassetypen wie dann huff als songwriter,gitarristen und producer nicht ersetzen...
ich liebe terrys gewaltige röhre a la "after the hurt is gone"-also keine kritik an terrys skills...
Christian
gepostet am: 23.07.2010

@ Olli:
Hey, das ist ja auch kein Vorwurf gewesen. Ich finde, dass man aber gerade im Songwriting ganz viel "good old" Giant hört - und in der Produktion übrigens auch - siehe die Drums bei Two Worlds collide. Und Giant ist für mich persönlich immer ne geile Band gewesen, die ich nicht nur an Dann festgemacht habe. Über seine Qualitäten brauchen wir ja nicht diskutieren ;-)
ollie franke
gepostet am: 24.07.2010

christian.
..."good old giant" ist leider bei promised land oft unverschämt offensichtlich vom zweiten album geklaut worden und gerade dann schmerzt der verlust danns doppelt und dreifach...naja,der giant sound ist ja durch danns markante gitarrenarbeit, Stimme ,sein songwriting und zu guter letzt sein producing geprägt..die urrestmusiker sind alle austauschbar und ohne sie würde es immer noch nach giant wie es immer war klingen..
mich stört halt nur die sache mit dem giant stempel
aber wie gesagt: für sich wär das unter anderem namen ein ordentliches album---
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Vervollständige: Wer anderen eine ___ gräbt, fällt selbst hinein.

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!