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Solution .45: For Aeons Past (Review)

Artist:

Solution .45

Solution .45: For Aeons Past
Album:

For Aeons Past

Medium: CD
Stil:

Modern Metal

Label: AFM Records
Spieldauer: 61:54
Erschienen: 09.04.2010
Website: [Link]

Warum hat Sänger Christian Älvestam SCAR SYMMETRY eigentlich genau verlassen? Es muss wohl letztendlich doch an persönlichen Differenzen und seiner Abneigung gegenüber ausgiebigen Touren gelegen haben. Dass er noch Lust auf Death Metal und Growls hat, bewies er in der Zwischenzeit mit diversen Projekten. Auch den klaren Gesang und das typische Wechselspiel zwischen beiden kann er nicht satt haben, denn genau diese Richtung verfolgt er nun mit SOLUTION .45. Nach mehr kreativem Input scheint es ihn auch nicht zu sehnen, denn nicht nur ist „For Aeons Past“ musikalisch eher das Projekt von Gitarrist Jani Stefanovic, er überließ sogar die Texte einem Außenstehenden, Mikael Stanne von DARK TRANQUILLITY. Lediglich die markanten Gesangslinien und –arrangements stammen wieder von Christian Älvestam.

Also alles wie gehabt, wie schon bei SCAR SYMMETRY? Fast, zumindest werden sich deren Fans aufgrund der typischen Melodien schnell heimisch fühlen. Musikalisch verfolgen SOLUTION .45 jedoch eine etwas andere Richtung. Man klingt zwar recht brachial, tendiert aber eher zu modernen Metal-Sounds, wie man sie etwa von Bands wie NEVERMORE oder SOILWORK kennt, und weniger zum Death Metal. Ab und zu klingen auch ganz leichte Einflüsse der Marke FEAR FACTORY durch. Verstärkt wird dieser Eindruck durch futuristische Synthesizer-Klänge und die typischen Wechsel zwischen brutalen Growls und einschmeichelnden, fast poppigen Vocals. Christian Älvestam geht sogar noch einen Schritt weiter als bisher und singt nicht etwa nur die Refrains mit seiner klaren Stimme. Er setzt noch mehr melodischen Gesang ein, teilweise praktisch über komplette Tracks. Ebenso deckt er ein weiteres Spektrum und einen größeren Tonumfang ab und zeigt somit alle Facetten seiner Stimme.

For Aeons Past“ beginnt zunächst trotz einiger netter Melodien mit „The Close Beyond“ etwas sperrig. Das liegt nicht nur an den verschachtelten Songstrukturen, sondern auch am Sound, der an den typischen Problemen moderner Metal-Produktionen krankt. Alles wirkt irgendwie ein wenig verwaschen, mit Effekten überladen und zu stark komprimiert und auf Lautstärke getrimmt. Es springt einem quasi alles gleichzeitig ins Gesicht, da sind die getriggerten Drumsounds noch das kleinste Problem. Das macht das Zuhören etwas anstrengend, auch weil sich dadurch vieles ähnelt. Abhilfe schafft hier lediglich der Gesang mit extrem eingängigen Melodien und tollen Hooks, was schon beim zweiten Song und vor allem dem folgenden „Through Night – Kingdomed Gates“ hervorragend funktioniert. Auch wenn man leider festhalten muss, dass die Vocals genau wie die restliche Produktion nie wirklich natürlich klingen, sondern stets leicht verfremdet und voller Effekte, und immer mindestens gedoppelt werden. Dabei muss sich Christian Älvestam doch gar nicht verstecken. Er klingt nicht nur stimmlich ein wenig nach Dan Swanö, auch die Gesangslinien weisen mit diesem gewissen AOR- und Prog-Rock-Touch eine starke Ähnlichkeit zu dessen Kompositionen auf. Da auf „For Aeons Past“ zudem ein leichter Hauch Melancholie mitschwingt, wirken SOLUTION .45 manchmal wie das fehlende Bindeglied zwischen Dan Swanös melodischen und progressiven Vorlieben (NIGHTINGALE) und seinen extremeren Projekten (etwa EDGE OF SANITY), auch wenn der Meister selbst hier ja gar nicht beteiligt war...

Weitere Höhepunkte sind vor allem die ruhigen und gemäßigten Momente, wie etwa die Quasi-Ballade „Lethean Tears“, das zwischen heftigen Ausbrüchen, sanften und bombastischen Passagen pendelnde „Wirethrone“ und das schleppende „Into Shadow“. Zwar geht es gerade bei den letzteren beiden Tracks zwischendurch auch wieder etwas heftiger zur Sache, es überwiegen jedoch getragenes Tempo, klarer Gesang und melancholische Melodien. Die Musik wirkt episch und stimmungsvoll, was der Band gut zu Gesicht steht und vor allem Abwechslung zu den ansonsten überwiegenden, brachialen Stakkato-Riffs bietet. Zum Abschluss zeigt die Band in dem 16-Minuten-Stück „Clandestinity Now“ noch einmal alle Facetten ihres Sounds und kann vor allem mit einem überragenden Refrain und tollen Melodien begeistern, besonders im ruhigen Mittelteil, der viel Progressive-Rock-Flair ausstrahlt. Vor allem durch den Gesang wirkt der überlange Track trotz vieler unterschiedlicher Parts recht eingängig.

FAZIT: Das Debüt von SOLUTION .45 erweckt einen etwas zwiespältigen Eindruck. Einerseits klingt man musikalisch stellenweise noch zu gleichförmig und austauschbar, andererseits macht der Gesang mit seinen unwiderstehlichen Hooks einiges wett. Es wäre schön, wenn die Band etwas Abstand vom Modern-Metal-Ansatz nehmen würde, das gilt sowohl für die Musik, als auch die Produktion. Gerade durch die markanten Gesangsmelodien und den gewissen Touch Melancholie könnten sich SOLUTION .45 ein eigenes Profil erarbeiten. Nicht jedoch durch das typische, mit Soundeffekten zugekleisterte Stakkato-Geballer, das zahllose Bands bereits vorgemacht haben und welches auf „For Aeons Past“ leider noch ein wenig zu oft vorherrscht. Immer dann, wenn dieser Pfad verlassen wird, klingen SOLUTION .45 richtig gut.

Daniel Fischer (Info) (Review 3742x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
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Tracklist:
  • The Close Beyond
  • Gravitational Lensing
  • Through Night – Kingdomed Gates
  • For Aeons Past
  • Lethean Tears
  • Bladed Vaults
  • Wirethrone
  • On Embered Fields Adust
  • Into Shadow
  • Clandestinity Now

Besetzung:

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