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Umbilicus Mundis: L'Ancien Code (Review)

Artist:

Umbilicus Mundis

Umbilicus Mundis: L'Ancien Code
Album:

L'Ancien Code

Medium: CD
Stil:

Doom / Death / Black / Gothic

Label: Booster Productions
Spieldauer: 20:25
Erschienen: 10.03.1998
Website: [Link]

Doom- oder Gothic-Death, wie er in den Neunzigern aus Europas Osten drang, bringen auch UMBILICUS MUNDIS aus Frankreich ans Ohr. Dabei kam dieses Debüt 1998 schon zu spät: die Genreführer suchten ihr Heil (zwischenzeitlich) in poppigeren (PARADISE LOST) Gefilden und fuhren damit nicht selten gegen die Wand (MY DYING BRIDE und ihr teils ungerechtfertigterweise geschmähtes Prozentalbum). Hierzu passt der Release auf einem obskuren französischen Label, dass von Electro bis Reggae alles bedient …

Drumcomputer (?) und allerlei absonderliche Stimmgebahren zwischen Klargesang und Gekreisch gehören zur stilüblichen Exzentrik gerade der verschrobenen Vertreter - man denke etwa an die Polen HEFEYSTOS oder die heute als Geheimtipp geltenden Weißrussen GODS TOWER. UMBILICUS MUNDIS hingegen sind nur halb so spannend und etwas konsistenter. Auf Keyboards verzichtet man und lässt die Gitarren bisweilen unverzerrt erklingen. Okkultismus scheint bei ihnen eine Rolle zu spielen, was besonders "The Black Book" herausstellt, weil es mit vampireskem Black Metal kokettiert und nicht nur in textlicher Hinsicht mittig an Fahrt aufnimmt. Dann tönt das Ensemble ein wenig nach skandinavischem Death mit Echtmetall-Bezug, was die wenig flexiblen Schlagzeugpattern dem Hörer allerdings etwas vergällen. Insgesamt ist sowieso gedämpfte Euphorie angesagt - selbst für hoffnungslose Nostalgiker. Die Arrangements mögen noch so schlüssig sein und kein Musiker sich die Blöße geben; in melodischer und kompositorischer Hinsicht sind UMBILICUS MORTIS aber nicht erst aus aktueller Sicht Mittelklasse. Die Vocals besitzen beispielsweise so wenig Charakter, dass ihr Fehlen in "Orphée" gar nicht auffällt - angenehmes Gedudel davon abgesehen.

"Necromancia" lässt allein aufhorchen: Riffs dominieren hinter einem richtig kräftigen beinahe-Hardrock-Sänger, der kaum der gleiche wie zuvor sein kann. Nicht einmal den landestypischen Akzent hat er, was insofern schade ist, da es der Kauzigkeit zuträglich wäre, die der Spielart gern angedichtet wird. Wenigstens ist neben dem Lineup sehr wenig über die Gruppe bekannt, sodass sie den Ruch des Sagenumwobenen annimmt, aber wie gesagt: zum Nachforschen gibt es kaum Anreize, denn der Zeitenzahn hat gehörig an UMBILICUS MUNDIS genagt. Wenn das Akustikoutro verklungen ist, bleibt nur ein Achselzucken.

FAZIT: Gothic-Death-Black … was auch immer. UMBILICUS MUNDIS sind nichts weiter als eine Fußnote in ihrem angestammten Feld und reichen trotz guter Ansätze nicht an die Größen des Genres heran, die zu Beginn der Neunziger ihre Gesellenstücke ablieferten. Bereits damals wäre nicht mehr als zweite oder dritte Liga für sie möglich gewesen. [Album bei Amazon kaufen]

Andreas Schiffmann (Info) (Review 2031x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Armagedon
  • The Black Book
  • Orphée
  • Necromancia
  • At Twelve O'Clock

Besetzung:

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