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Cradle Of Filth: Evermore Darkly... (Review)

Artist:

Cradle Of Filth

Cradle Of Filth: Evermore Darkly...
Album:

Evermore Darkly...

Medium: CD+DVD
Stil:

Black Metal

Label: Peaceville Records
Spieldauer: 43:11
Erschienen: 28.10.2011
Website: [Link]

CRADLE OF FILTH veröffentlichen ja gerne zwischen regulären, neuen Studioaufnahmen kleine Häppchen oder alternative Versionen. Mit dem Mini-Album "Evermore Darkly..." (quasi eine Ergänzung zum letzten Werk "Darkly, Darkly, Venus Aversa") übertrifft sich die Band aus England aber nun selbst in Puncto Überflüssigkeit. Hier wurde ein Haufen Bonusmaterial zusammengestellt, der auf "richtigen" Veröffentlichungen auch höchstens dazu getaugt und keinen zusätzlichen Kaufanreiz dargestellt hätte. In gesammelter Form soll man aber nun extra dafür bezahlen.

Aber der Reihe nach: Dem gesprochenen Intro ohne jegliche Musik (welches natürlich auch als eigenständiger Track aufgeführt wird) folgt mit "Thank Your Lucky Scars" der einzige neue Song. Dieser ist relativ unspektakulär, recht typisch für CRADLE OF FILTH und hätte auf jedem Album stehen können, dabei aber immer eher zu den Füllern gehört. Erwähnenswert ist lediglich, dass man hier den Bombast etwas reduziert hat und vor allem auf Thrash-Riffs, Highspeed-Drums und Gekeife setzt. Große Melodien und Leads gibt es ebenso wenig zu hören wie Orchestrierungen oder dominante Keyboards. Es folgen diverse Demo-Versionen des letzten Albums, die nur insofern interessant sind, als dass man erkennen kann, wie gut vorbereitet CRADLE OF FILTH ins Studio gehen. Oder anders gesagt: Die Demos enthalten schon die meisten Parts und Arrangements der finalen Versionen und unterscheiden sich oft lediglich durch die schwächere Soundqualität, programmierte Drums oder einen noch nicht ganz ausgereiften Gesang.

Kommen wir aber nun zu den "Höhepunkten": Die längere Fassung von "Lilith Immaculate" ist im Prinzip eine Frechheit. Hier wurde lediglich in der Mitte des Songs ein Soundtrack-artiger Keyboard-Part eingefügt, davor und danach ist der Song absolut identisch mit der Album-Version. Kein einziger Ton an Gesang, Gitarren oder Drums wurde zusätzlich aufgenommen oder verändert, stattdessen hat man den Song einfach in zwei Teile geschnitten und verbindet diese beiden mit ein wenig atmosphärischem Geklimper. Wie man so schön selbst anhand der Trackbezeichnung ("Extended Length") zugibt, handelt es sich praktisch nur um eine Veränderung der Länge und keine eigenständige Alternativ-Version. Und der Dance-Remix von "Forgive Me Father (I Have Sinned)" ist natürlich nur ein Scherz, trotzdem klingt dieser behäbige Disco-Sound ziemlich lahm und wenig inspiriert. Dagegen wirken ja selbst SCOOTER wie absolut heftiger, kompromissloser Hardcore-Techno.

Lediglich der Abschlusstrack bietet einen interessanten Ausblick auf das demnächst kommende Orchester-Album "Midnight In The Labyrinth". Völlig ohne Bandbeteiligung, also ohne Gitarren, Metal-Drums oder Danis Vocals tragen ein Orchester und ein Chor "Summer Dying Fast" vor. Leider kann jedoch auch dieser Track nicht wirklich überzeugen, das Ganze klingt recht dünn und unausgereift, fast wie eine ganz frühe Test- oder Demo-Version, bei der noch nicht alle Arrangements für die klassischen Musiker zu Papier gebracht wurden. Man kann nur hoffen, dass die Arbeiten an diesem Album noch nicht abgeschlossen sind.

Auf der DVD befindet sich neben einer Dokumentation und dem "Lilith Immaculate"-Videoclip der komplette Auftritt vom Graspop-Festival 2011. Leider lag dieser nicht zur Rezension vor, es lässt sich also nicht sagen, ob wenigstens die DVD den Kaufpreis rechtfertigen kann.

FAZIT: Eigentlich muss man hier von einer Single sprechen, "Evermore Darkly..." enthält tatsächlich nur einen einzigen neuen Song, der zudem auch noch eher wie eine B-Seite wirkt. Alle weiteren Tracks stellen verzichtbares Bonusmaterial dar, das man im Rahmen regulärer Veröffentlichungen hätte verwenden können, aber nicht, um noch einmal zusätzlich Geld zu verlangen. Wer also nicht unbedingt die DVD mit dem Graspop-Gig braucht (über dessen Qualität hier leider keine Aussage getroffen werden kann), darf getrost über diese Veröffentlichung hinwegsehen oder vielleicht irgendwann bei einem deutlich reduzierten Preis zuschlagen.

Daniel Fischer (Info) (Review 4138x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • Transmission from Hell
  • Thank Your Lucky Scars
  • Forgive Me Father (I Have Sinned) (Demo)
  • Lilith Immaculate (Extended Length)
  • The Persecution Song (Demo)
  • Forgive Me Father (I’m In A Trance)
  • The Spawn of Love and War (Demo)
  • Summer Dying Fast ("Midnight In The Labyrinth" Breadcrumb Trail)

Besetzung:

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Interviews:
Kommentare
hardy
gepostet am: 08.05.2012

Zugegeben, ich hab diesen Ableger nicht gehört. Aber das ist doch schon seit Jahren CRADLE-typisch, nach einem Album, einen qualitativ minderwertigeren Output nachzuschieben. Man baut hier ganz offensichtlich, auf die "beinharten" COF Fans und wenn man bedenkt wie "BILLIG" das Pressen einer CD ist, so lohnt sich das aus wirtschaftlicher Sicht durchaus, für die Engländer. Ich mach dieses Spiel bei COF schon lange nicht mehr mit. Danke für dieses Review. Ich werde die CD definitiv "NICHT" kaufen
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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