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Etox: Deepwater Rising (Review)

Artist:

Etox

Etox: Deepwater Rising
Album:

Deepwater Rising

Medium: CD
Stil:

Progressive Metal

Label: Eigenvertrieb
Spieldauer: 64:30
Erschienen: 26.08.2011
Website: -

Der Einstand der Murnauer ETOX zeugt von ambitionierten Musikern, denn ganze viermal überschreiten sie die Zehn-Minuten-Marke und agieren auch sonst wenig kurzatmiger. Der Stil?Progressive Metal, und das durchaus nicht als Lippenbekenntnis.

Die Betonung liegt nämlich auf Metal, was "Unheard" gleich zu Beginn klarstellt: Die Gitarren klingen feist und ausdrücklich nicht wie bloße Rhythmusschieber, was man bei allzu vielen Bands des Genres, vor allem der Keyboard-Riege, in der Regel beklagen muss. Hinzu kommt ein kreativer Drummer, der speziell die ruhigen Passagen, auf die sich der Opener gleichfalls versteht, zu echten Hinhörern macht. Noch schöner wäre dabei ein etwas druckvollerer Sound gewesen, aber bereits so wird mehr als nur ansatzweise deutlich, welches Potenzial in diesem Quintett steckt. ETOX arbeiten gern mit Siebenachtel-Takten und dergleichen, wirken dabei jedoch bereits jetzt weniger steif als zahlreiche Kollegen, was auch an Roland Frombecks unaffektierter - Sauertöpfe mögen sie farblos nennen - Stimme liegt. Zudem entwerfen die Musiker nicht am Reißbrett, weshalb Rhythmus- und Taktwechsel nie zum Selbstzweck verkommen. "Unheard" bietet demgemäß neben eindringlichen Melodien diese zum Genuss so wichtige Sache, die man im Englischsprachigen closure nennt.

Jawohl, die Spannungskurven sind ebensolche und kein Börsenkursen würdiges Zickzack, wofür auch "The Masquerade" steht, das sich über seine üppige Spielzeit gemächlich aufbaut und genrekonform mit der Dynamik spielt. Sobald die Liedform für den Hörer nachvollziehbar wird, bleibt Zeit für kompakte Instrumentalpassagen und eine stimmige Überleitung zum emotionalen Höhepunkt. Nach dem Intermezzo "Ants & Snails" besticht der schmissige Beginn von "Pacific". Mit diesem Track sind die Herren metallischer denn je auf dem Weg zu einem DREAM-THEATER-light-Entwurf, wofür auch der dramatische Refrain einsteht. Zwischendurch nimmt man das Tempo für einen stimmungsvollen Sprech-Part heraus, bevor man erneut den Klimax anstrebt, ohne vom Songgebirgsmassiv abzurutschen. Endriff gleich Anfangsriff gleich geschlossener Kreis - sauber.

"Virgin World" geht vermutlich als modernstes Stück durch und hat, was den Gesang und die Rhythmik betriff, einen leichten TOOL-Anstrich, der sich jedoch weniger aufdrängt als bei mittlerweile nicht wenigen anderen Gruppen. Wieder gefällt das Drumming, aber auch Frombecks wohl gelungenste Gesangsleistung. Die beiden Trilogieteile, deren Anfang fehlt, zeigen weitere Facetten von ETOX auf: "Shadow Audience" stellt die beiden Klampfer als auch abseits des Verzerrerhimmels kreativ aufspielende Fingerkünstler ins Schlaglicht, während ihr Sänger Sendepause hat, was letztendlich auch für den elfminütigen Rauswerfer gilt, der nur wieder kräftiger und dabei sogar extrem eingängig ist. Bei ETOX stimmt bereits jetzt definitiv alles, wiewohl reichlich Luft nach oben vorhanden ist, denn die in sich äußerst schlüssigen Tracks könnten wie erwähnt einen erfahrenen Produzenten vertragen, der die guten Ideen zu echten Hinhörern macht.

FAZIT: ETOX spielen den traditionellen Prog-Metal-Schuh herunter und überzeugen dabei mit sehr gutem Songwriting sowie angenehm unaffektiertem Auftritt nebst Härte. Wenn nun jemand an den Reglern hinzugezogen wird, der ihre Vorzüge herausstellt, darf der "artist as a young man" im erhabenen Porträt glänzen, um es mit Joyce statt Wilde zu sagen, den das hübsche Layout der Scheibe zitiert.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 3983x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
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Tracklist:
  • Unheard
  • The Masquerade
  • Ants & Snails
  • Pacific
  • Virgin World
  • Aeonical pt. 2 - Shadow Audience
  • Aeonical pt. 3 - Theory of Mind

Besetzung:

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