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Interference Here De: Vorstadtstraßen (Review)

Artist:

Interference Here De

Interference Here De: Vorstadtstraßen
Album:

Vorstadtstraßen

Medium: CD
Stil:

Deutscher Liedermacher- & Indie-Pop

Label: Beste! Unterhaltung
Spieldauer: 16:51
Erschienen: 08.07.2011
Website: [Link]

Huch, was ist denn das?
Hat CHRISTINA STUERMER schon wieder ein neues Album herausgebracht?
Genau die Frage stellt sich, wenn man den ersten Song der EP „Vorstadtstraßen“ von der 21jährigen LENA DOBLER, die sich hinter einem fiktiven Internet-Namen versteckt, hört.
Nur was ist mit den Texten?
Die haben doch viel mehr was von WIR SIND HELDEN!

Beinahe möchte man vermuten, dass LENA Dobler gezwungen war, sich hinter dieser seltsamen Internet-Adresse abzuducken, um nicht mit der immer peinlicher werdenden Grand-Prix-Nudel und Raab-Marionette LENA verwechselt zu werden, von der man endlich nichts mehr hört. Dafür aber können wir beinahe vermuten, das INTERFERENCE.HERE.DE alias Lena Dobler hoffentlich bald mehr Aufsehen erregt, weil sie einerseits als Musikerin deutlich mehr Qualitäten mitbringt und andererseits auch ihre Qualitäten als Texterin unverkennbar sind. Lena Dobler ist nicht nur Gesicht und Stimme wie ihr Pendant Lena „Raab“, sondern auch Komponistin, Sängerin, Multi-Instrumentalistin (Gitarre, Bass, Keyboards, Stylophone & Sonstiges) und Texterin. Die Gesamtheit macht's eben und lässt die fünf Titel von „Vorstadtstraßen“ wesentlich authentischer klingen. Dafür gibt’s dann zwar keinen Grand-Prix-Preis, aber den Kulturpreis der Stadt Nürnberg samt Laudatio: „Ihre Texte sind originell, eigenwillig, frech und kritisch. Lena Dobler besticht durch ihre charismatische Ehrlichkeit und Authentizität.“

Auf der EP darf der Hörer fünf Stücke entdecken, die eigentlich nur eine Gemeinsamkeit haben, nämlich die interessanten Texte. Musikalisch aber weisen sie eine sehr breitgefächerte Bandbreite aus. Klingt „Verwirr mich nicht“ wirklich noch ein wenig nach C. STÜRMER, so schlägt „Waidmanns Heil“ eine andere Richtung ein, die auch WIR SIND HELDEN alle Ehre machen würde. Außerdem praktiziert Lena hier einen Gesangsstil, den man so oder ähnlich auch von AMANDA PALMER, der begnadeten DRESDEN-DOLLS-Sängerin, kennt. „Ausgangspunkt“ wird von einem akustischen Bass dominiert und verleiht der Musik, die ironisch das Leben mit einem Monopoli-Spiel vergleicht („Ich bin schon so oft über 'Los' gegangen!“), leichte Bar-Jazz-Züge. „Vandalist“ steigert sich über das Hinterfragen so etwa aller „-isten“ in ein seltsames Stück Musik, bei dem das Schlagzeug den Drive vorgibt und seltsame elektronische Spielereien fast ein wenig expressionistische Klänge und wirre Textpassagen miteinander vereinen. Versöhnlich und melodiös endet „In die Welt verteilt“, ein Song, der sich mit der Thematik des Auseinandergehens von Freunden aus beruflicher oder studentischer Sicht beschäftigt. Schöne Erkenntnis am Ende: „Immerhin habe ich jetzt überall in dieser Welt einen Ort zum Pennen.“

FAZIT: Die Euphorie des TOMTE-Sängers THEES UHLMANN hat durchaus seine Berechtigung, wenn er zu INTERFERENCE.HERE.DE schreibt: „Ich glaube, wenn die sich nicht doof anstellt, wird die innerhalb von anderthalb Jahren zur deutschen FEIST oder CAT POWER.“ Bleibt zu hoffen, dass Thees in dieser Beziehung Recht behält.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 4479x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • Verwirr mich nicht
  • Waidmanns Heil
  • Ausgangspunkt
  • Vandalist
  • In die Welt verteilt

Besetzung:

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Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Chris [musikreviews.de]
gepostet am: 07.08.2011

Schlimm ist die Musik bestimmt nicht, selbst ich kann mir so Deutsch-Indie immer mal geben, aber das ist schon manchmal ganz schön aufgesetzt-anders. Schlimm finde ich die Aussprache des Mädels, das hat so ein bisschen was Prolliges, das mich an die schreienden Gören in Gerichtsshows erinnert: Statt "überhaupt nicht" singt die Dame "ööbahaupt näääsch", und das macht mich ehrlich gesagt völlig bekloppt...
Thoralf Koß (musikreviews.de)
gepostet am: 07.08.2011

Ach Chris,

du alter Miesepeter ;-)
Wobei dieser Einwand mehr als berechtigt ist. Vor allem, weil ich darauf nicht genauer eingehe - aber mir ging es manchmal auch so - eine interessante Stimme trifft mitunter auf eine weniger interessante Intonation.

Aber dass du schon immer - genauso wie ich - als völlig bekloppt giltst .... daran hat die Musik nun wirklich keinerlei Schuld ;-)
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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