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Ralf Hubert (Mekong Delta) im Musikreviews-Blog

Smokey Fingers: Columbus Way (Review)

Artist:

Smokey Fingers

Album:

Columbus Way

Medium: CD
Stil:

Southern Rock / Hard Rock

Label: Fastball / Sony
Spieldauer: 43:35
Erschienen: 23.09.2011
Website: [ Link ]

Smokey Fingers: Columbus Way

Classic Rock mit Blues-Affinität kommt in letzter Zeit auch immer häufiger aus Italien. SMOKEY FINGERS reichen nach einer EP ihre Interpretation des ewig jungen Sounds ein und reüssieren in allen Belangen, so man aufs Reinheitsgebot pocht. Extra vergine!

"Old Jack" besticht durch schmissiges Pentatonik-Material und stellt die Rhythmusgruppe als dynamisches Duo heraus. Costa und Vacchini verleihen dem an sich vorhersehbaren Stoff Frische, weshalb sie "The Lover" vermutlich auch im Alleingang einläuten dürfen. Dragoni erweist sich als geschmackvoller Zocker, der sparsam spielen kann und damit seine Solos und Licks zu kurzen, aber umso treffsichereren Songs im Song macht. Vielleicht liegt es daran, dass "Columbus Way" insgesamt eher unauffällig klingt und noch weiter zurückgewandten Jungspunden wie RIVAL SONS keinen Konkurrenzkampf ansagt. Dazu hat Paterini auch ein zu lässiges und rauchiges Organ.

Die Ballade "Born To Run" (weibliche Uhs und schmatzige Orgel inklusive) klingt somit eher erwachsen als nach unkontrolliert geilen Jünglingen, die sexuell bislang zu kurz gekommen sind. Die scharfe Südstaaten-Kante verbietet vorehelichen Beischlaf vermutlich sowieso, aber ernsthaft: Man nimmt es dem Barden und seinen Hintermännen zu jeder Sekunde ab, dass sie zu gern aus den Bayous und Staubsteppen auf der anderen Seite des Großen Teiches kämen. "Ride Of Love" versprüht authentische Leutseligkeit ohne Schrotflinte auf der Ladefläche des Pickup, und "Over The Line" ist auch ohne Munition bleischwer. "Die For The Glory" dient ob seines Swings und der gitarristischen Spitzen (Slide it in!) als Anspieltipp, und selbst den textlichen Mumpitz von "The Good Countryside" (im Olivenhain, oder was?) kann man SMOKEY FINGERS nicht übelnehmen.

"Sweet Tears" bedient wie der abschließende "Devil's Song" Freunde epischer Flugstarter, und "Country Road" geleitet verspielt auf den Wüstenboden der Tatsachen zurück, ehe mit dem Kraftboliden "Crazy Woman" Highlight Nummer zwei unter einem Dutzend runder Songs auf den Punkt bringt, was zumindest in diesem Haushalt noch niemand wusste: Italien liegt zwar im Süden Europas, wurde aber von den USA annektiert. Der verlängerte Verwaltungsarm macht die Musik von SMOKEY FINGERS vielleicht ein wenig behäbig, nimmt ihr jedoch nicht den professionellen Charme - und das ist kein Widerspruch in sich, denn wie viele andere vermeintliche Southern Rocker spielen nicht zuerst einmal eine Rolle, bevor sie tatsächlich zu Bürgern Alabamas werden?

FAZIT: SMOKEY FINGERS rekrutieren sich aus Mitgliedern einer LYNYRD-SKYNYRD-Tributband. Alles klar? Herkunft ist nichts, Sound ist alles, und dein Durst entscheidet - in diesem Fall auf Vino statt Whiskey.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 783x gelesen, veröffentlicht am 08.10.2011)
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Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
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Tracklist:
  • Old Jack
  • The Lover
  • Chains of Mind
  • Born to Run
  • Ride of Love
  • Over the Line
  • Die for the Glory
  • The Good Countryside
  • Sweet Tears
  • Country Road
  • Crazy Woman
  • Devil's Song

Besetzung:

  • Bass - Fabrizio Costa
  • Gesang - Gianluca Paterini
  • Gitarre - Diego Dragoni
  • Schlagzeug - Danielle Vacchini

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