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The Watch: Timeless (Review)

Artist:

The Watch

The Watch: Timeless
Album:

Timeless

Medium: CD
Stil:

Wiedergeburt der Gabriel-Ära von Genesis

Label: Pick Up Records / Just For Kicks
Spieldauer: 45:01
Erschienen: 25.02.2011
Website: [Link]

Um mir von vornherein all dieses Klon-Gequatsche zu ersparen und über Sinn und Unsinn diesbezüglich zu diskutieren, möchte ich gleich am Beginn dieser Rezi feststellen: Hier kommen die GENESIS der PETER GABRIEL-Ära namens THE WATCH! Wäre ich schwul, würde ich wohl sagen: „Und das ist gut so!“ – Da ich es nicht bin, behaupte ich einfach: „Das ist große Klasse!“

Timeless“ – der Name ist mehr als Programm. Die Musik von GENESIS ist definitiv zeitlos und die von THE WATCH beweist im Jahre 2011, warum das der Fall ist. Hatten wir alten Genesis-Fans nicht spätestens seit Gabriels Weggang immer wieder den Herzenswunsch, dass sich die Jungs doch wieder zusammenraufen und solchen wohlklingenden Alben wie „Selling England By The Pound“ oder „Foxtrott“ eine Fortsetzung folgen lassen? Das war leider nie der Fall. Allerdings erhörte man in Italien unsere Wünsche. Auch wenn der Bandname ein anderer ist, die Musik war wieder die alte, von uns so heiß herbeigesehnte.

Das liegt in erster Linie am Sänger SIMONE ROSSETTI, der einem PETER GABRIEL dermaßen zum Verwechseln ähnlich klingt, dass er ihm locker das gesangliche Wasser reichen kann. Die anderen Musiker versuchen außerdem erst gar nicht, mit modernen Instrumenten die Genesis-Zeit zu kopieren, sondern greifen auf alle Instrument-Klassiker zurück, die bereits Genesis bei ihren Aufnahmen verwendeten: Mellotron, Moog Bass, 12-Seiten-Gitarren, Hammond L122 Orgel, Honer Electric Piano und Flöten. Hoch sollen sie leben, die alten Zeiten! Und sie leben hoch! Und einen kleinen, aber sehr wirkungsvollen Trick setzen die Italiener auf „Timeless“ auch noch um, indem sie drei Original-Genesis-Titel als Coverversionen in ihr Album einbauen: „In The Wilderness“, „Let Us Now Make Love“ und „Stagnation“ aus der ganz frühen Ära (1969/70), die sich hervorragend in das Gesamtbild des kompletten Albums einpassen, das genau nach besagter Zeit klingt. Sogar JOHN HACKETT, der Bruder von STEVE, darf auf „Let Us Now Make Love“ seine Flöte erklingen lassen. Welche Parallelen zu den vergangenen Prog-Göttern braucht man denn noch?

Timeless“ ist eine musikalische Zeitmaschine, die durch „The Watch“ ihre Fahrt aufnimmt. Das Ziel ist ausschließlich die frühe Genesis-Ära. Leider aber manchmal auch die gaaaanz frühen Genesis aus der Zeit „From Genesis To Revelation“, die eher zur Selbstfindung zwischen Pop und Prog diente und ziemlich in die Hose ging. Bei THE WATCH aber geht nichts in die Hose. Außer dass sie vielleicht zu ihren eigenen Titeln Fußnoten setzen sollten, von welchen Genesisoriginalen sie sich haben inspirieren lassen. THE WATCH sind so eine Art Guttenberg des Prog, nur dass ihr Ansinnen in der Wiederbelebung von Klassikern besteht und nicht im Plagiatieren, um sich ungerechtfertigt einen Doktortitel einzuheimsen.

Und während sich gerade besagter Lügen-Baron beim Zapfenstreich mit „Smoke On The Water“ von DEEP PURPLE zum Glück verabschieden lässt, bleibt uns bei THE WATCH nur zu hoffen, dass sie uns mit solcher Musik noch lange erhalten bleiben.

FAZIT: „Timeless“ ist die fast zur Perfektion gebrachte Erinnerung an die alten Genesis. Musik, die mitunter so nah an den Originalen ist, dass der einzige Vorwurf, den man dieser italienischen Band machen kann, wohl fehlende eigene Ideen sind. Unverzichtbar für alle Gabriel-Genesis-Fans, die nicht mit krampfhaften Vorwürfen einen Klon-Schrei ausstoßen. Und wer sich den nicht verkneifen kann, sollte unbedingt mal in den fantastischen Bonus-Titel „Stagnation“ hineinhören!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 3930x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • The Watch
  • Thunder Has Spoken
  • One Day
  • In The Wilderness
  • Soaring On
  • Let Us Now Make Love
  • Scene Of The Crime
  • End Of The Road
  • Exit
  • Stagnation (from The „Blue Show 2010”) – Bonus Track

Besetzung:

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