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Vom Fetisch der Unbeirrtheit: Psychohygiene (Review)

Artist:

Vom Fetisch der Unbeirrtheit

Vom Fetisch der Unbeirrtheit: Psychohygiene
Album:

Psychohygiene

Medium: CD
Stil:

Experimental Black Metal oder auch: vertonte Geistesgestörtheit

Label: Temple Of Torturous / Genickschuss Eucharistie
Spieldauer: 107:43
Erschienen: 01.12.2010
Website: [Link]

Die Psychohygiene ist die Lehre vom Schutz und der Erlangung der psychischen Gesundheit, so lehrt es die allwissende Wikipedia. Der Begriff wurde Anfang des 20. Jahrhunderts geprägt und Ziel der Psychohygiene ist es, im Rahmen der Gesundheitsvorsorge und gesunden Lebensführung, psychische Belastungen zu reduzieren bzw. nach Möglichkeit auszuschalten. Belastungen lassen sich in Leistungsdruck, beruflicher Beanspruchung, starken Emotionen, Aufregung, Spannung und Angst differenzieren, wobei diese Auswirkungen auf die psychische, physische und soziale Integrität des Menschen haben und als Stressfaktoren bezeichnet werden. Sollten die beiden Protagonisten, die hinter der Band VOM FETISCH DER UNBEIRRTHEIT stecken, sich jemals ernsthafter mit dem Thema befasst haben, so scheint es, als wäre dies völlig umsonst gewesen.

"Psychohygiene" ist das erste Album dieser Band und es ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Zum einen vielleicht, weil es bei einem Label erscheint, das im chinesischen Shanghai beheimatet ist. Zum anderen vielleicht, weil die Aufmachung der Doppel-CD zum edelsten gehört, was man in den letzten Monaten in Händen halten durfte. Vor allem aber aufgrund der Tatsache, dass es das mit Abstand (!) am schwersten zu verdauende Stück Musik (?) ist, das man seit langer Zeit zu hören bekam. Eine verstörende und mitunter beängstigende Vermengung von Black Metal der suizidal-depressiven Sorte, Noise und Ambient bekommt man hier zu hören und dabei scheint die Dissonanz das vorherrschende Werkzeug zu sein. Ob die Verwendung des Begriffs aus musiktheoretischer Sicht zutreffend ist, sei dahingestellt, Fakt ist dagegen, dass man selten unharmonischere Klänge gehört hat, als auf "Psychohygiene".

Das Album ist auf zwei CDs verteilt, wobei die zweite, "Antipodensystem II" betitelte Scheibe, sich von der ersten nochmals dadurch abhebt, dass die Black Metal-Elemente ganz weit in den Hintergrund verschoben werden. Stattdessen gibt es Klangcollagen, die sich zwischen Ambient und Electronica bewegen und teilweise mit Samples verziert werden. Dabei wagt man sich bei "Epitaph" sogar in rein elektronische Sphären und unterlegt diese mit einem Beat, dieser Song geht dabei sogar als der "angenehmste" des ganzen Albums durch. Insgesamt wirkt die zweite CD weniger anstrengend, weil die schwarzmetallische Hektik außen vor gelassen wird und es kaum Gesang gibt. Dieser ist im "Antipodensystem I" eher eine Mischung aus manischem Geschrei und Gestammel und selbst wenn man ansonsten den Gesangsdarbietungen im Bereich des Suicidal Black Metals etwas abgewinnen kann, wird die Toleranz hier auf eine harte Probe gestellt. Man kann das alles als amateurhaften, akustischen Sondermüll abtun - was die meisten wohl auch so handhaben würden - doch beschleicht einen der Eindruck, das man dem Album damit unrecht tun würde. Es wird sie geben, die Menschen, die VOM FETISCH DER UNBEIRRTHEIT für diese Musik lieben werden und das nicht ohne Grund. Es werden aber nur sehr wenige sein.

Ein paar Worte noch zur Aufmachung: Das Album kommt als Digibook in DVD-Größe und ist optisch edel aufgemacht. Die Texte findet man auf 26 Seiten in deutsch und englisch, dazu gibt es mehr oder weniger passende Bilder, die zur morbid-wahnsinnigen Atmosphäre gut passen. Außerdem bekommt man ein Poster und - wenn man zu den ersten 100 Bestellern gehört - ein Stück präparierter Ratte.

FAZIT: Ganz kranker Scheiß, den man theoretisch nicht gut finden kann - wenn der Reiz des Verrückten nicht wäre.

Andreas Schulz (Info) (Review 3367x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
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  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 7 von 15 Punkten [?]
7 Punkte
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Tracklist:
  • CD 1: Antipodensystem I
  • Filterlose Trunkenheit
  • Anschließendes Verstummen
  • In erigierter Abgründigkeit
  • Non-Narkotikum
  • Infantile Sinnesfrüchte
  • Zerrissenes Stück Hirn-Masse
  • Geistesinfarkt
  • CD 2: Antipodensystem II
  • Annäherung: Wechselwirkung - Bipolar
  • Schändungszyklus
  • Infantilismus II
  • Psychogramm
  • Ein toter Wurf
  • Epitaph
  • Imperativ: Kategorische Zerstörung, XIIIx losgelöst
  • Du magst solche Szenen
  • Die Kybernetikfunktion der Psychohygiene

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
rotakronk
gepostet am: 07.09.2011

User-Wertung:
15 Punkte

Ich finde das Album aber toll, vielleicht sogar genial. Die Musik ist ganz verrückt und so verdammt interessant ^^
Nico
gepostet am: 23.08.2013

User-Wertung:
2 Punkte

Studenten kämpfen sich durch ihre Psychologie- und Anatomiebücher. Die Texte sind albern und nicht böse. Die Mucke ist gefällig aber nicht gut. Das Ergebnis ist penlich.

Wann kommt die neue Platte?

Wann gibt es den Song "Mein Penis das Necrosoziale Wesen - mein Skrotum das Neurale Nichts"?

Einen Bonuspunkt kann man für die hübsche Aufmachung aber noch springen lassen...
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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