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Breaking Orbit: The Time Traveller (Review)

Artist:

Breaking Orbit

Breaking Orbit: The Time Traveller
Album:

The Time Traveller

Medium: CD
Stil:

Progressive Metal / Rock

Label: Eigenvertrieb / Firestarter
Spieldauer: 58:59
Erschienen: 20.07.2012
Website: [Link]

2009 gegründet, eine EP herausgebracht und MASSIVE ATTACKs “Dissolved Girl” gecovert – BREAKING ORBIT aus Australien legen hiermit ihr Debütalbum vor, ein Kind seiner Zeit und dazu ein recht hübsches, wenn man sich ästhetisch für die neue Schule des Prog erwärmen kann.

Der Titel des neunminütigen Openers “Echoes” ist beinahe lautmalerisch zu verstehen. Das Quartett versucht sich erfolgreich an einem bis zur Hälfte rein instrumentalen, mal dichten und mal luftigen Post-Rock-Entwurf im Geiste Devin Townsends, ehe mit dem Gesang deutliche Neo-Prog-Tendenzen maßgeblich werden. In punkto Emotionalität schrammen BREAKING ORBIT aber knapp an den mittleren ANATHEMA vorbei, zumal die Vocals ähnlich sehnsüchtig ausfallen. Trotzdem holen die Jungs hier noch kein Maximum heraus, sondern halten den Hörer hin.

„Conscious Self“ fällt erwartbar härter aus, aber im Allgemeinen gehen der Band und vor allem ihrem Sänger jegliche erzwungene Aggressivität ab (Devin-Schreimomente verkneifen sie sich allerdings nicht, höre das intelli-Djent-e „Time Traveller“) – gut so, denn auf melodischer Ebene überzeugen sie durch die Bank. Hierin besteht der Reiz dieses Konzeptalbums: Es heischt nicht mit Effekten Aufmerksamkeit, sondern ermöglicht es dem Hörer, sich fallen zu lassen. Nicht nur der teils mehrstimmige Gesang zwingt zum Hinhören, sondern auch die nuancierte Rhythmusarbeit sowie manche gegenläufige Melodie, alldieweil diese Komplexität hintergründig wirkt, statt sich anstrengend aufzudrängen.

„My Direction“ macht mit fabelhaft weltmusikalischer Percussion staunen, genauso wie das mechanische und mit Flöte konterkarierte „Machguenga“ („Harmonic Voice“ setzt als Zwischenspiel später noch einen drauf, was dies betrifft), wobei ersichtlich wird, dass BREAKING ORBIT keine Stimme brauchen, um den Konsumenten bei der Stange zu halten. „Callsign“ andererseits ist just wegen der Performance hinterm Mikrofon ein Highlight und mithin der eingängigste Track der Sydneyer.

„Cassandra Syndrome“ bezieht sich melodisch (unbewusst?) auf „Confide In Me“ der Landsmännin Kylie Minogue (kein Scheiß), wartet davon abgesehen jedoch abermals mit feinfühligem Drumming und den wohl schwersten Riffs der Scheibe aus. Der enigmatische Text birgt mit Bezug auf den Titel weitreichende Assoziationen, die as Hören bei gleichzeitigem Lesen umso haarsträubender machen.

Vielleicht besitzt „The Time Traveller“ das eine oder andere Intro zu viel, aber wer es stimmungsvoll mag, dürfte sich gerade darüber begeistern. Die Dynamik der Scheibe ist mit Hinblick auf die Sci-Fi-Story insofern interessant, als hinten hinaus eine Steigerung spürbar wird: „Orion“ („I am the hunter, you are the lion) klingt gleichermaßen nach U2 und psychotischem Math-Geschiebe, das Finale „Silence Seekers“ nach elektrifizierten TOOL. Impulssucher wissen Bescheid, wo gegenwärtig besonders spannende Musik verzapft wird – in Down Under, und BREAKING ORBIT sind ein weiterer bestechender Vertreter zwischen Prog und modernem Metal.

FAZIT: „The Time Traveller“ ist ein leicht zugängliches und atmosphärisch zwingendes Themenalbum geworden, das mit seinem schwebenden Charakter und teils bleischweren Abgründen Fans emotionaler Rockmusik wie Metaller, die gerne den Taschenrechner zücken, zu gleichen Teilen erfreuen dürfte: Ausgefeilte Melodien und Arrangements, dazu ein Sänger, der Gefühle vermitteln kann, machen BREAKING ORBIT zum hörenswerten Newcomer.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 4716x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Echoes
  • Conscious Self
  • Machiguenga
  • Time Traveller
  • Transcension (Pt. 1)
  • Callsign
  • Harmonic Voice
  • Cassandra Syndrome
  • Ice Warmth
  • Orion
  • Silence Seekers

Besetzung:

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