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Epica: Requiem For The Indifferent (Review)

Artist:

Epica

Epica: Requiem For The Indifferent
Album:

Requiem For The Indifferent

Medium: CD
Stil:

Progressive Symphonic Metal

Label: Nuclear Blast / Warner
Spieldauer: 72:52
Erschienen: 09.03.2012
Website: [Link]

Unter den Female Fronted Metalbands haben sich die Niederländer EPICA inzwischen zur am progressivsten vorgehenden Band entwickelt. Auf den letzten Alben verschwand der genretypische Gothic-Anstrich immer weiter aus den Kompositionen und wich einem deutlich anspruchsvolleren Ansatz. Diesen Weg geht die Band auf dem sechsten Album "Requiem For The Indifferent" natürlich weiter und ist damit auch für Leute interessant, die mit Frauengesang im Metal nicht immer etwas anfangen können.

Dabei fällt zunächst einmal die Produktion des Albums positiv auf. Zusammen mit Sascha Paeth hat man die Songs in ein sehr trockenes Soundgewand gepackt, das gut zum proggigen Ansatz im Songwriting passt. Obwohl die symphonischen Elemente natürlich immer noch ihren Platz in der Musik von EPICA haben, verzichtet man auf einen opulenten Breitwandsound und legt viel Wert darauf, dass die Gitarren gut zur Geltung kommen. Damit ist man den Hauptkonkurrenten von NIGHTWISH einen Schritt voraus, denn bei den Finnen liegt die Betonung viel stärker auf den Bombastelementen und dem Gesang. Trotzdem haben die Stimmen in der Musik von EPICA immer noch eine Schlüsselrolle und gehen im Sound nicht unter. Mit einfachen, aber effektiven Mitteln gelingt es dabei, den Schulterschluss zwischen Simones Stimme und dem harten Männergesang von Songwriter Mark zu vollziehen. Denn immer, wenn Mark an der Reihe ist, ist die Musik dementsprechend härter, bei anderen Bands werden Growls oft einfach nur eingefügt, ohne dass sie wirklich zur Musik passen.

Dass bei EPICA auch songschreiberisch ein anderer Ansatz vorliegt, als bei NIGHTWISH, wird ebenfalls schnell deutlich. Zwar hat man in den Soundtrack-artigen Passagen das gleiche qualitative Format wie die Finnen, aber ansonsten herrscht ein beständiger Wechsel aus eingängigen und progressiv-verspielten Passagen vor. Das hat zur Folge, dass es deutlich länger dauert, bis die Songs sich im Gedächtnis verankert haben. Bei Songs wie dem durchgängig eingängigen "Storm The Sorrow", in dem Simone ihr ganzes Spektrum präsentieren darf und das mit einem tollen Refrain glänzt sowie dem fragil-balladesken "Delirium" geht das schnell, bei anderen Songs tut man sich da schon schwerer. So folgt auf das typische Intro im Soundtrack-Stil mit opulenten Chören mit "Monopoly On Truth" ein siebenminütiger, recht harter Song, der mit seinen ausladenden Arrangements erarbeitet werden will. Und angesichts der Tatsache, dass über die Hälfte der Songs länger als sechs Minuten sind, ist das keine Ausnahme.

Die beiden längsten Stücke auf "Requiem For The Indifferent" sind der Titeltrack und das abschließende "Serenade Of Self-Destruction". Ersterer ist enorm abwechslungsreich und hat neben orientalischen Elementen und harten Passagen einen vom Chor intonierten Refrain mit tollen Musical-Qualitäten zu bieten. Das sehr symphonische "Serenade Of Self-Destruction" geht in eine ähnliche Richtung, hat einen ägyptischen Touch und erinnert dadurch leicht an "Wheel Of Time" vom letzten BLIND-GUARDIAN-Album, ohne jedoch genauso großartig zu sein. Im zweiten Teil des Album haben sich mit "Stay The Course" und "Deter The Tyrant" jedoch auch zwei Songs eingeschlichen, die vergleichsweise unspektakulär sind und das Album dadurch unnötig in die Länge ziehen. Zehn Minuten weniger Spielzeit wären vielleicht sogar die bessere Wahl gewesen. Einen weiteren subjektiven Kritikpunkt kann man in Simones Gesang sehen, denn je höher sie singt, desto schriller wird sie auch, das kann ab und an ein bisschen Zahnschmerzen verursachen. Das jedoch ist reine Geschmackssache.

FAZIT: Härte, Symphonik, Detailverliebtheit und der deutlich erkennbare Wille, unkitschige, ernsthafte Musik zu machen, zeichnen "Requiem For The Indifferent" aus. Damit sind EPICA jedoch auch an einer Grenze angekommen und sollten die eingängigeren Elemente nicht aus den Augen verlieren.

Andreas Schulz (Info) (Review 5438x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Karma
  • Monopoly On Truth
  • Storm The Sorrow
  • Delirium
  • Internal Warfare
  • Requiem For The Indifferent
  • Anima
  • Guilty Demeanor
  • Deep Water Horizon
  • Stay The Course
  • Deter The Tyrant
  • Avalanche
  • Serenade Of Self-Destruction

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Höllenwuffi
gepostet am: 27.06.2012

Finde die Kritik fair und zutreffend! Wobei mir im Vergleich zum letzten Album die Weiterentwicklung fehlt! Songtexte sind durch die Reihe erdrückend und melancholisch, die Gitarrenriffs hart! Es hätte dem Album auch nicht geschadet, tatsächlich etwas kürzer auszufallen! Das kein Live-Orchester involviert war, fand ich auch schade! Solange aber die gut komponierten Songs, unter Einfluss der genialen Drums einen mitziehen, funktioniert Epica einwandfrei! Kann es jedem Metalhead mit Anspruch und Hang zum Bombast sehr empfehlen!
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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