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Hemlock Smith: Everything Has Changed (Review)

Artist:

Hemlock Smith

Hemlock Smith: Everything Has Changed
Album:

Everything Has Changed

Medium: CD
Stil:

Singer/Songwriter

Label: Phenix Records
Spieldauer: 46:00
Erschienen: 29.10.2012
Website: [Link]

Unter dem Namen HEMLOCK SMITH hegt und pflegt der Schweizer Michael Frei seinen kleinen Zauberladen nachtschattiger, verführerischer Melodien. „Everything Has Changed“ ist bereits das sechste Album des Bandprojekts, wenn man den Soundtrack zu „Sir Arne’s Treasure“ mitzählt. Das Debüt erschien 2002, zuletzt „Keep the Devil Out of Hillsboro“ 2009, auf dem bereits LES POISSONS AUTISTTES mitwirkten, die auch beim vorliegenden Album für intensive Szenen aus der gespenstischen Erinnerung sorgen.

Kein fröhliches Werk, zwar durchsetzt mit hintergründigem Humor, aber ansonsten ein Schleiertanz durch bewegte Herbstabende. Der Eröffnungstrack erinnert zu Beginn an die todtraurigen „New Blood“-Episoden PETER GABRIELs, dazu passend Freis dunkel-brüchige und zugleich einprägsam raue Stimme. Doch gleich mit dem nächsten Stück wird klar, dass der Bartel seinen musikalischen Most woanders holt. Bei TOM WAITS in seinen balladesken Stunden oder auch NICK CAVE, wenn er nicht gar so manisch ins Mikro bellt. Als Hommage („Oh, my Lord“!) an letzteren geht glatt das intensiv schleichende „Let It Rain“ durch.

HEMLOCK SMITH erzählt Moritaten wie die Geschichtete des gefürchteten Piraten Cpt. Death, der sich mit dem Teufel einlässt und als TV-Junkie endet. Moral: Der Teufel schafft es immer uns Dinge schmackhaft zu machen, die wir eigentlich gar nicht haben wollen und schon gar nicht brauchen. Frei kann aber auch BRELschen Chanson der Absinth geschwängerten Art („Je N'ai Paris“). Und „The Noisemaker“ ist so eine Art entschlossener-James-Bond-goes-Neoklassik. Hochdramatisch und sehr gut.

Grundlage der weitgehend akustischen Musik, viel Klavier, kleine Streicherbesetzung, ein weitgehend getätscheltes und gestrichenes Schlagzeug, ist eine tiefe Verbundenheit zu Jazz, Blues, Neoklassik, Folk und der gehobenen Singer/Songwriter-Kunst von LEONARD COHEN über VIC CHESNUTT (vor allem was den Gesang angeht) bis zu den oben genannten. Eine gewisse Affinität zum Landsmann STEPHAN EICHER lässt sich auch nicht leugnen, wobei HEMLOCK SMITH erdiger, klarer und näher bei den angloamerikanischen Kollegen als dem europäischen Chanson ist.

Das FAZIT kann kurz ausfallen: Fantastisches, stimmiges Album. Die vielen Facetten der Dunkelheit. Von einem der‘s kann, ohne ins Selbstmitleid schwermütiger Trunkenheit abzustürzen. Trunken ist „Everything Has Changed” wohl, schwermütig auch, doch von einer eindringlichen, zupackenden Art, die gar kein eigenverliebtes Jammern zulässt.
Ein sinistres, schemenhaftes Video zum Titeltrack gibt es HIER.

Jochen König (Info) (Review 2890x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Everything Has Changed
  • Not Amused
  • Death Ain't Got No
  • The Leper Dogs of May
  • Let It Rain
  • The Stroy of Cpt. Death
  • Je N'ai Paris
  • Heathrow
  • Caterpillar
  • Train Song
  • The Noisemaker
  • Invisible Man

Besetzung:

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Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Michael Frei
gepostet am: 26.10.2012

Na ja, was soll man sagen....vielen Dank!
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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