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Hexvessel: No Holier Temple (Review)

Artist:

Hexvessel

Hexvessel: No Holier Temple
Album:

No Holier Temple

Medium: CD
Stil:

Psychedelic Doom Folk

Label: Svart / Cargo
Spieldauer: 55:59
Erschienen: 14.09.2012
Website: [Link]

Das finnische Label Svart Records mausert sich immer mehr zum Geheimtipp für außergewöhnliche, eindrückliche Musik. Durch den Erfolg von JESS AND THE ANCIENT ONES bekannt(er) geworden, legt man nun mit einer weiteren, hochklassigen Veröffentlichung nach. HEXVESSEL ist der Name der überaus ungewöhnlichen Band, die mit "No Holier Temple" ihr zweites Album aufgenommen hat und damit allerorten für Begeisterung sorgen dürfte.

Schon mit ihrem Debüt "Dawnbearer" konnte die Band um Mat McNerney, der unter dem Namen Kvohst Sänger bei den Black-Metal-Bands <CODE> und DØDHEIMSGARD war, Aufsehen erregen. Zum Beispiel bei Roadburn-Festival-Chef Walter, der HEXVESSEL für die diesjährige Ausgabe der Kultveranstaltung buchte. Zugute kommen dürfte der Band auch, dass sich inzwischen namhafte Promotionfirmen um die Belange von Svart Records kümmern, so dass einer weiten Verbreitung des Bandnamens nichts im Wege steht. Und zu guter Letzt dürfte allein schon die Tatsache, dass die Band selber von Occult Psychedelic Folk spricht, für erhöhte Aufmerksamkeit bei den nicht wenigen Leuten sorgen, die dem derzeitigen Retrotrip mit Begeisterung nachfolgen. So manch einer wird zwar jetzt auch aufstöhnen und antikosmisches Geschwurbel befürchten, doch damit haben HEXVESSEL auf "No Holier Temple" wenig am Hut.

Der aus England stammende und nun in Finnland lebende Frontmann sagt über das Album, dass es nicht um die Verwendung okkulter Symboliken geht, sondern um die Anbetung der Natur. Das mag man zwar auch als Esoterik-Quatsch abtun, die musikalische Umsetzung dessen weiß jedoch auf ganzer Linie zu begeistern. Die jedoch kurz und prägnant zu beschreiben, ist nahezu unmöglich. Wenn man das, was OPETH auf "Heritage" gemacht haben, mit den Orgeln von THE DOORS, den Flöten und dem Gesang von frühen JETHRO TULL, doomigen Gitarrenriffs und der Psychedelik des Krautrocks in einen Kessel wirft und das Feuer darunter kräftig schürt, wird daraus der kräuter-würzige Eintopf, den HEXVESSEL hier servieren. Zusätzlichen Pep verleihen jazzige Trompeten in "Woods To Conjure" (die gerne noch öfter hätten Verwendung finden dürfen) oder das mehrfach eingesetzte Akkordeon, das für zusätzliche Schwermütigkeit sorgt. Die klagende Geige, Mandolinen, Maultrommeln und Mellotron sind weitere Instrumente, die dafür sorgen, dass die Musik von HEXVESSEL einerseits sehr naturnah, andererseits aber auch sehr detailliert und vielfältig erklingt.

Musikalische Grundlage ist trotz all der Folklore immer noch Gitarrenmusik, wobei die Sechssaitige sehr oft in der akustischen Variante gespielt wird. Elektrische Verzerrung ist die Ausnahme, im doomigsten Song "His Portal Tomb" jedoch die Regel, der lange Song besticht zudem durch einen herrlich trippigen Psychedelik-Teil. Gesanglich pendelt McNerney zwischen Sprechgesang, bei dem man seine Herkunft deutlich hört und sanftem, melodischem Gesang, im gespenstisch startenden und dann in einen verstörenden Zirkuswalzer wechselnden "Are You Coniferous" überrascht er jedoch mit PRIMORDIAL-artigem Geschrei. Jeder der elf Songs hat - selbst wenn es nur kurze Anderthalbminüter sind - seine besonderen Momente, ganz besonders viele davon hat jedoch das traumhaft schöne "A Letter In Birch Bark", das man wohl als Höhepunkt eines außergewöhnlichen Albums nennen muss. Den Abschluss macht mit "Your Head Is Reeling" das Cover eines Songs von ULTIMATE SPINACH, einer amerikanischen Psychedelic Rock Band aus den 60ern, das gleichzeitig auch der flotteste Song auf "No Holier Temple" ist.

Ein paar Worte noch zur optischen Aufmachung. Das Coverartwork mit dem nackten Mann, der sich in eine Baumspalte zwängt, setzt den Albumtitel auf ungewöhnliche, aber ungemein treffende Art um. Die CD kommt - der Naturverbundenheit der Band entsprechend - ohne Plastikverpackung, sondern in einer unbedruckten Pappschachtel, auf die der Bandname und ein Symbol gestempelt sind.

FAZIT: Verschroben, hypnotisch und ergreifend ist dieses Kleinod nordischer Musizierkunst.

Andreas Schulz (Info) (Review 7383x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Heaven And Earth Magic
  • Woods To Conjure
  • Wilderness Is
  • A Letter In Birch Bark
  • Elegy To Goyahkla
  • His Portal Tomb
  • Are You Coniferous
  • Sacred Marriage
  • Dues To The Dolmen
  • Unseen Sun
  • Your Head Is Reeling

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Simon Fysher
gepostet am: 12.03.2013

User-Wertung:
15 Punkte

Super Album, Umfasst alle fassetten des Rock/Doom.. macht spaß zu hören in jeder lebenslage :)
Simon Fysher
gepostet am: 12.03.2013

User-Wertung:
15 Punkte

Super Album, Umfasst alle fassetten des Rock/Doom.. macht spaß zu hören in jeder lebenslage :)
Andreas Be
gepostet am: 03.01.2014

Was das Kvohst'sche Schaffen angeht, sind wir uns wenigstens einig. Stilistisch äussert flexibel und mit nem Talent für gute Hooks gesegnet, übertrifft der Herr meine Begeisterung zuverlässig fast jedes Jahr erneut (seit dem Code-Release)
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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