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Pavel Ryba And The Fish Men: Tour 2008 (CD + DVD) (Review)

Artist:

Pavel Ryba And The Fish Men

Pavel Ryba And The Fish Men: Tour 2008 (CD + DVD)
Album:

Tour 2008 (CD + DVD)

Medium: CD
Stil:

Jazz / Fusion

Label: Hevhetia
Spieldauer: ca. 150 Min.
Erschienen: 09.12.2009
Website: [Link]

Aufgenommen im Jazz Tibet Club im tschechischen Olmütz und ohne viel Firlefanz geschnitten stellt diese DVD den Einstand der osteuropäischen Qualitätsmusik-Schmiede Hevhetia auf dem Markt der bewegten Bilder dar. Zum Tanz – nicht immer im geraden Takt – bittet der sympathische Bassmeister Pavel Ryba, diesmal mit Gastgitarrist Dean Brown aus den Staaten.

Die spielgeile Truppe beginnt mit „Morally Topless“, das anders als auf dem gleichnamigen Album vor Publikum funktioniert. Vielleicht liegt es auch an Browns im vergleich zu Mike Stern Rock-affiner Spielweise und dem Gesichtsfasching, in dem er sich beim Solieren übt, doch jedenfalls vergeht diese Viertelstunde wie im Flug. Valaseks Komposition „Haven't Got It Yet“ schließt sich an und bleibt zunächst ein heimeliges Duett von Klarinette sowie Bass. Bevor der Rest der Band schwermütig einsteigt, erweist sich Mützenträger (mit offenem Haar) Ryba auch optisch als Freund von Jaco Pastorius. Seine Spieltechnik und sein Ton orientieren sich aber nicht sklavisch an seinem Idol. Man bemerkt kaum, wie die Combo in „What's Her Poison“ übergeht, das den Saxofonisten in den Schlagschatten stellt.

Der alte Coots-Lewis-Standard „For All We Know“ schließt sich an, eine sporadisch arrangierte Ballade, bei der Brown die Leadstimme übernimmt und Nop auf den Congas für Südamerika-Flair sorgt. Für „Smaller Wounds“ bündelt die Gruppe ihrer Vorzüge, indem Brown erneut zum Mikro greift, während Ryba und sein Klarinettist abermals zu zweit musizieren. Steigt der Drummer wieder ein, spielen sich die drei am Bühnenrand in einen Rausch, bei dem sich die Nackenhaare des Hörers aufrichten.

Ohne „Straight No Chaser“ geht keine Show der Fish Men über die Bühne, und in diesem Fall dient die Nummer von Thelonious Monk dem Bassisten als Showcase seiner Fingerkünste, die von rasenden Läufen bis zum blitzenden Oberton-Kaskaden keine Wünsche offenlassen. Allerdings lässt sich auch Brown nicht lange Bitten und hottet auf den sechs Saiten ab wie nichts Gutes, sodass sich Ryba ins Zeug legen muss um mitzuhalten. Am Ende reicht Krajic ein kreischendes Solo ein.

Im Digipack liest man noch Notizen der amerikanischen Jazz-Autorin Paula Edelstein zu den einzelnen Stücken. Neben der obligatorischen Slideshow gibt es eine knapp viertelstündige Tour-Doku zu sehen, zu der Ryba die Beweggründe der Band erläutert und ihre Entstehung rekapituliert, nicht zu vergessen die CD als Zubrot, auf der wegen der begrenzten Kapazitäten drei Tracks fehlen. Ist sowieso aufregender, den Könnern auf die Finger zu schauen.

Im recht linearen Groover „Tomorrow Will Be Better“ scattet der Klarinettist, zu Walking Bass und relaxtem Comping von Brown, und auch beim Finale „Saltation“ ist seine Stimme zu hören, während das mitswingende Publikum eingeblendet wird, was Zeugnis über die gute Laune ablegt, die im Club herrscht. Bei den Musikern äußerst sich diese in einer jubilierenden Performance, und das Auge des Hörers, der diese Nachlese bestaunen darf, juchzt mit.

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Andreas Schiffmann (Info) (Review 1392x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • DVD
  • Morally Topless
  • Haven't Got It Yet
  • What's Her Poison
  • For All We Know
  • Clave Groove
  • Smaller Wounds
  • Tomorrow Will Be Better
  • Straight No Chaser
  • Saltation
  • CD
  • Morally Topless
  • Haven't Got It Yet
  • What's Her Poison
  • Smaller Wounds
  • Tomorrow Will Be Better
  • Saltation

Besetzung:

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